Bild: Unsplash / John Sting / bento
Wir beantworten die wichtigsten Fragen
Was ist passiert?

Die Landesmedienanstalten haben sich "PietSmietTV" vorgenommen, eines der erfolgreichsten deutschen Streaming-Kollektive. Das fünfköpfige Team spielt Videospiele vor Tausenden von Zuschauern live im Internet. Auf Twitch bieten sie einen 24-Stunden am Tag laufenden Videostream an, auf dem alte Videos gezeigt werden.

Weil das eigentlich so etwas wie herkömmliches Fernsehen ist, meldet sich jetzt die für das Fernsehen zuständige Aufsicht. Bis zum 30. April haben die Jungs nun Zeit, eine Rundfunklizenz zu beantragen, die sie zwischen 1000 und 10.000 Euro kosten kann. Ohne Lizenz müssten sie den Stream abschalten. (Wired)

Aber das ist erst der Anfang: Geht alles nach dem Plan der Landesmedienanstalten, könnten bald alle Streamer eine Lizenz benötigen, wenn sie regelmäßig Programm machen und mehr als 500 Menschen mit ihren Inhalten erreichen.

Welche Regelung wird da angewendet?

Die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der Landesmedienanstalten hat "PietSmietTV" wegen des 24/7-Streams als Rundfunk eingestuft. Laut Gesetz ist Rundfunk "ein linearer Informations- und Kommunikationsdienst, der sich an die Allgemeinheit richtet. Er verbreitet ausgewählte Angebote, die Nutzer weder zeitlich noch inhaltlich beeinflussen können, entlang eines Sendeplans."

Einzelne YouTuber, die sehr erfolgreiche Videos haben, oder Livestreamer mit unregelmäßigen Let's Plays fallen nicht in die Kategorie Rundfunk.

Bisher zumindest, denn die Landesmedienanstalten würden gerne eine Angleichung der Gesetze erreichen, um auch im Netz besser kontrollieren zu können.

In der Pressemitteilung zum aktuellen Fall sagt der Vorsitzende der Kommission, Siegfried Schneider: "Das Netz ist voll von rundfunkähnlichen Angeboten. Daher sollte es hier zeitnah zu einer Anpassung der Gesetze kommen. Wir brauchen offline wie online gleiche Voraussetzungen für Rundfunkangebote."

UPDATE, 16.21 Uhr:

In einem neuen Schreiben haben sich die Landesmedienanstalten noch einmal an PietSmiet gewendet und offenbar angedeutet, dass auch der unregelmäßig bespielte Hauptkanal betroffen sein könnte. In einem Statement erklärt Piet, inwiefern sich dies auch auf andere Streamer auswirken könnte.

Was macht eine Landesmedienanstalt sonst?

Die 14 Landesmedienanstalten sind zuständig für die Aufsicht über private Rundfunkangebote. Bisher bedeutete das: TV- und Radiosender, die nicht öffentlich-rechtlich sind. Dort beschäftigen sie sich zum Beispiel mit der Regulierung von Gewinnspielen und Teleshopping oder der Einhaltung des Jugendschutzes – und der Vergabe von Sendelizenzen. Wer eine solche bekommt, wird in der Kommission für Zulassung und Aufsicht entschieden, in der die 14 Präsidenten der Anstalten sitzen. (Gesetzestext)

Die Landesmedienanstalten unterstehen, wie der Name schon andeutet, nicht dem Bund. Wer in den einzelnen Anstalten sitzt und entscheidet, wird über einzelne Ländergesetze geregelt. Finanziert werden die Anstalten über einen kleinen Teil der Rundfunkgebühr.

Deutschland versucht nicht, das Streaming zu verbieten. (...) Das ist was ganz spezielles, wir senden 24/7. (...) Deswegen muss jetzt keiner groß ausrasten.
Piet
Sind Streams von Videospielen so eine große Sache?

Ja.

Allein auf YouTube haben über zwei Millionen Menschen "PietSmietTV" abonniert, auch die Streams auf Twitch werden millionenfach abgerufen. Neben PietSmiet gibt es viele andere große und kleine Streamer, zum Beispiel Gronkh (4,5 Millionen Abonnenten) oder Unge (2 Millionen). Für die Großen wäre das Bezahlen einer Rundfunklizenz wohl kein Problem – viele Kleinere hätten das Nachsehen.

Finanziert werden solche Angebote durch Werbung und Spenden von Zuschauern. Laut Bundesverband für interaktive Unterhaltungsindustrie nutzen bis zu 15 Millionen Deutsche solche Unterhaltungsangebote, mehr als eine Million davon zahlen freiwillig Geld dafür. Besonders Junge lieben die Streams: 2016 hatten 63 Prozent der 16- bis 24-Jährigen schon mal eingeschaltet. (BiU)


Food

Weißt du, welches Obst das ist?

"Wer jeden Tag einen Apfel isst, der bleibt gesund", besagt ein altes Sprichwort. Obst und Gemüse stehen auf einem gesunden Speiseplan ganz weit oben. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, jeden Tag fünf Portionen Obst und Gemüse zu essen.

Wer das schaffen und nicht jeden Tag das Gleiche essen möchte, muss sich in der Obstabteilung gut auskennen. Kannst du eine Papaya von einer Avocado unterscheiden? Würdest du Feigen im Regal erkennen? Hier kannst du testen, ob du ein Obst-Experte bist!