Kaum ein Film wird derzeit so gehyped wie "La La Land", die Musical-Romanze mit Emma Stone und Ryan Gosling, die das alte Hollywood feiert. Ob die Liebesgeschichte zwischen einem Jazzmusiker und eine Schauspielerin diese Ehrung verdient hat, da gibt es unterschiedliche Meinungen:

Unsicher, ob du den Film schauen sollst? Mach unser Quiz:

Ein Hollywood-Film über Hollywood? Das gab es schon öfter.

Hier kommen neun beeindruckende Filme über Leben und Leiden in der Traumfabrik, die du statt "La La Land" schauen kannst.
L.A. Confidential (1997)

Es gehört schon eine Portion Mut dazu, einen dreckigen Krimi im schillernden Hollywood anzusiedeln, wie Regisseur und Co-Autor Curtis Hanson es in "L.A. Confidential" wagt. Der Film verfolgt die Schritte des Polizisten Ed Exley (Guy Pearce), der nicht nur eine Reihe von Morden aufzuklären hat, sondern besessen ist von dem Gedanken, den Tod seines Vaters zu rächen. Dabei lernt er schnell die düstere Kehrseite der Traumfabrik kennen. Spätestens, als Ed auf Prostituierte stößt, die ihr Aussehen chirugisch an das beliebter Stars angeglichen haben, wird klar, dass dies kein gewöhnlicher Hollywood-Film ist.

Was ″L.A. Confidental″ auszeichnet, ist der Mut zur Echtheit. In diesem Hollywood gibt es keine Helden und Schurken, sondern nur Menschen mit Ecken und Kanten – und die sind grandios besetzt: Eds Kollege Bud (Russel Crowe) schlägt bei Verhaftungen wortwörtlich gern über die Stränge; Drogenfahnder Jack Vincennes (Kevin Spacey) versorgt heimlich die Klatschpresse mit Informationen; und auch Ed selbst kann ein ziemliches Arschloch sein. "L.A. Confidential" zeigt ein nüchternes, unromantisches Hollywood, das es so nur selten auf der Leinwand zu sehen gibt.

Ed Wood (1994)

Wer sich das Gesamtwerk von Tim Burton anschaut, stellt schnell fest, dass der Kult-Regisseur sich vor allem für zwei Dinge interessiert: missverstandene Außenseiter und skurrile Lebenswelten. In dem häufig übersehenen Biopic "Ed Wood" nutzt Burton die Gelegenheit, seine beiden Lieblingsthemen zu vereinen. Der Film erzählt die echte Geschichte des Filmemachers Edward Wood (Johnny Deep), der in den Fünfzigerjahren mit lächerlich schlechten Low-Budget-Produktionen die Karriereleiter zu erklimmen hofft. "Wenn du seine Briefe liest, wird dir klar, dass er dachte, er macht 'Citizen Kane'", sagte Burton 1994 in einem Interview mit Industry Central. "Das fasziniert mich an ihm. Er war sehr seltsam."

Und Burton ist nicht allein mit seiner Faszination: Unter Filmfans gelten trashige Wood-Produktionen wie "Plan 9 from Outer Space" oder "Glenn or Glenda?" als Kult. Wood war es leider nicht mehr vergönnt, den ersehnten Erfolg mitzuerleben, doch Burton setzt ihm hier ein liebevoll inszeniertes Denkmal. "Ed Wood" gelingt es, komisch zu sein, ohne dabei den Respekt vor seinem Protagonisten zu verlieren. Der Film verheimlicht Woods mangelndes Talent nicht, feiert aber gleichzeitig seine unerschütterliche Leidenschaft fürs Filmemachen.

Die Hollywood-Verschwörung (2006)

In "Die Hollywood-Verschwörung" verkörpert Ben Affleck den Schauspieler George Reeves, der als Superman das Fernsehpublikum begeisterte und 1959 unter umstrittenen Umständen verstarb.

Im Film versucht der fiktive Ermittler Louis Simo (Adrien Brody), den Fall aufzuklären. Der wahre Star der "Hollywood-Verschwörung" ist aber Affleck. Sein Reeves ist eine komplexe Person, deren Träume und Vorstellungen nach und nach von der Realität Hollywoods eingeholt werden. Zunächst genießt der aufsteigende Star es, Amerikas Superman zu sein – doch genau diese unvergessliche Rolle ist es, die ihm das weiteres Fortkommen nahezu unmöglich machen soll. Die Frage, wer letztlich für Reeves' Tod verantwortlich war, rückt dabei zurecht immer mehr in den Hintergrund. Was den Film auszeichnet, ist das Porträt eines zu schnell gelebten Lebens im wechselhaften Hollywood.

Somewhere (2010)

Hollywood-Schauspieler Johnny Marco (Stephen Dorff) hat es geschafft – und weiß nicht mehr weiter. Jetzt, wo er gefragt ist, muss er von seiner Agentin zu jedem Termin geschleift werden. Die endlosen Party-Exzesse geben ihm nichts mehr. Nicht mal zwei eigens für ihn gebuchte Stripperinnen können den gelangweilten Star davon abhalten, in seinem Hotelzimmer einzuschlafen. Wie leer sein Luxusleben ist, beginnt Johnny erst zu begreifen, als seine elfjährige Tochter Cleo (Elle Fanning) zu Besuch kommt.

Viele träumen davon, es im umkämpften Hollywood bis ganz nach oben zu schaffen. Sowohl vor als auch hinter den Kulissen jagen junge Schauspieler diesem Traum nach. Hier stellt Regisseurin Sofia Coppola nun eine Frage, die üblicherweise vernachlässigt wird: Was kommt nach dem Happy End?

Adaptation (2002)

In Hollywood ist nichts wie es zu sein scheint. Kein Film macht das deutlicher als "Adaption". Der real existierende Drehbuchautor Charlie Kaufman (Nicolas Cage) ist nicht nur Autor, sondern auch Protagonist des Films, der eigentlich eine Buchverfilmung werden sollte. Kaufman litt jedoch an einer Schreibblockade, die er, um sie zu überwinden, kurzerhand zum Stoff des Drehbuchs machte.

Was ist Erfindung, was Tatsache? Wo endet der Autor, wo beginnt der Protagonist? "Adaption" verwischt scheinbar mühelos alle Grenzen zwischen Realität und Fiktion und wird so eine liebevolle Persiflage auf das durchgedrehte Showgeschäft und die Scheinwelt Hollywood, die stets vorgibt, mehr zu sein als sie ist.

Trumbo (2015)

1947 wurden zehn Drehbuchautoren vor das Komitee für unamerikanische Umtriebe zitiert, um über angebliche kommunistische Propaganda in Hollywood-Produktionen auszusagen. Da sie sich weigerten, die Fragen des Komitees zu beantworten, landen alle zehn auf der gefürchteten schwarzen Liste – ihre Karrieren sollten damit beendet sein. Der Film erzählt die wahre Geschichte des Drehbuchautors Donald Trumbo, der sich weigerte, dieses Stigma zu akzeptieren.

Bryan Cranston, bekannt als Drogenbaron Walter White aus "Breaking Bad", gelingt in der Rolle des Trumbo eine Gradwanderung: Er stellt den Drehbuchautor als prinzipientreuen, bewundernswerten Underdog dar, ohne dabei seine Fehler auszublenden. Trumbo, der sich auch mal über Tage in seinem Büro verschanzt, seine Familie drangsaliert und wahnhaft ein Skript nach dem anderen in die Schreibmaschine hackt, ist nicht immer sympathisch – dennoch wünscht man ihm den Sieg gegen seine Unterdrücker. So erinnert "Trumbo" eindrucksvoll an die dunkelsten Tage Hollywoods – und an einen, der sich wehrte.

Maps to the Stars (2014)

Das satirische Drama von Regisseur David Cronenberg beleuchtet das Leben der Showbiz-Familie Weiss: Vater Stanford (John Cusack) ist ein Fernsehpsychologe mit fragwürdigen Methoden; Kinderstar Benjie (Evan Bird) hat schon im zarten Alter von 13 Drogenprobleme, und Mutter Christina (Julianne Moore) versucht, das Ganze so gut es geht zu managen – oder zu verdrängen. Das wacklige Kartenhaus der kleinen Hollywood-Dynastie droht endgültig zu kippen, als Tochter Agatha (Mia Wasikowska) nach Jahren aus der Psychiatrie entlassen wird.

"Maps to the Stars" ist sowas wie ein Anti-Märchenwo andere Filme den Traum von Hollywood zelebrieren, zeigt der Film einen Alptraum. Die Familie Weiss ist so dermaßen satt und mit sich selbst beschäftigt, dass sie längst vergessen hat, was sie eigentlich mal glücklich gemacht hat. Und so gibt es in dem Film kein Happy End – dafür aber einen bitteren Einblick in den Egoismus der Filmindustrie und was für Menschen sie hervorbringt.

Hail, Cesar! (2016)

"Hail, Caesar!" spielt in einer fiktiven Version Hollywoods in den Fünfzigerjahren. Eddie Mannix (Josh Brolin), der hier als "Problemlöser" für verschiedene Filmstudios arbeitet, bekommt richtig zu tun, als Superstar Baird Whitlock (George Clooney) während des Drehs vom Set entführt wird.

Mit einem wahren All-Star-Cast, der auch Scarlett Johansson, Tilda Swinton, Jonah Hill und Channing Tatum umfasst, inszenieren die Coen-Brüder einen opulent ausgestatteten Liebesbrief an die goldene Ära Hollywoods. Gleichzeitig kritisieren sie aber die Tendenz der Studios, sich zu sehr in das Privatleben der Stars zu mischen – ohne die wäre Mannix nämlich arbeitslos und die Handlung des Films unmöglich.

Boulevard der Dämmerung (1950)

In Billy Wilders Drama (im Original: "Sunset Boulevard") treffen zwei gescheiterte Existenzen in Hollywood aufeinander: Joe Gillis (William Holden) ist ein abgebrannter Autor, der seit Ewigkeiten kein Drehbuch mehr verkauft hat. Norma Desmond (Gloria Swanson) ist ein vergessener Star der Stummfilm-Ära und will unbedingt noch einmal ins Rampenlicht zurück. Zwischen ihr und Joe entspinnt sich eine ungesunde Beziehung, die im Verlauf des Filmes immer bizarrere Formen annimmt.

Schonungslos wie bis dahin kein Film zuvor gewährt ″Sunset Boulevard″ Einblick in die Schattenseiten Hollywoods. Wenn Norma sich grotesk anmutenden Schönheitsritualen unterwirft, sich im Heimkino die Erfolge vergangener Tage in Endlosschleife ansieht und immer mehr den Bezug zur Realität verliert, dürfte es jedem Zuschauer kalt den Rücken runterlaufen. Dem Filmmogul Louis B. Meyer ging diese Kritik zu weit – er sagte, für diese Beschmutzung der Branche müsse man Wilder aus der Stadt jagen. Die Antwort des Ausnahme-Regisseurs: "Go fuck yourself!" (Vanity Fair)

Es ist genau diese Kompromisslosigkeit, die seinen "Sunset Boulevard" auch nach fast 70 Jahren noch so sehenswert macht.


Gerechtigkeit

Die Machtdemonstration
Wie Hunderttausende Frauen auf der ganzen Welt gegen Trump protestieren

Washington erwartet am Samstag bis zu einer halben Million Menschen zu Protesten gegen Präsident Donald Trump. Dem Women's March gingen Demonstrationen in anderen großen Städten voraus, darunter Sidney, London, Berlin, Frankfurt und Hamburg. Weltweit waren mehr als 600 Proteste für die Rechte von Frauen angekündigt.