Die Stadt Kiel hat nicht allzu viele prominente Bürger – und die meisten von denen spielen Handball. Eine Ausnahme war  "Kneipenterrorist" Bernd Knauer. Nun ist er im Alter von 52 Jahren gestorben. Laut einer Nachbarin wurde Knauer Anfang November mit Wassereinlagerungen im Körper in ein Krankenhaus eingeliefert. Zwei Wochen später starb er. (SPIEGEL ONLINE)

Bekannt wurde Knauer Anfang der 1990er Jahre durch die SPIEGEL TV-Doku "Youth Wars". Der Film begleitete Kieler Straßengangs in ihrem Alltag, unter anderem der "Kneipenterroristen", denen Knauer angehörte. 

Die Doku zeigt Gewalt, Alkoholexzesse – und Bernd Knauer, der einen Spruch nach dem anderen raushaut. Dafür feiern Menschen den Film noch heute. In Kiel kann man sogar Jutebeutel mit Knauers Konterfei kaufen, in einer Online-Abstimmung wurde gefordert, dass er das Stadtfest "Kieler Woche" eröffnet.

Nach der Ausstrahlung der Doku hörte man lange nichts mehr von Knauer, zum 25-jährigen Jubiläum im vergangenen Jahr versuchten die Kieler Nachrichten noch erfolglos, ihn zu finden. Kurz vor seinem Tod gab er SPIEGEL TV dann noch einmal ein Interview, in dem er auch seine Abwesenheit erklärte. 

Jeder wollte was von mir. Entweder wollten sie mich umhauen, weil sie besser sind wie ich, oder sie wollten ein Autogramm.

Er sei deshalb "in den Untergrund" gegangen – "ganz friedlich und locker".

Dass "Youth Wars" als Kultfilm gefeiert wird und es sogar Partys dazu gibt, habe er erst im Jahr 2000 von einer Assistentin erfahren. Das habe ihn damals überrascht: 


So war der Film ja eigentlich gar nicht gedacht.

Wer sich die Doku noch einmal anschaut, versteht aber sofort, warum sie auch heute noch zitiert wird: 

Knauer hat einfach in jeder Situation den richtigen Spruch parat.

Wenn er über Fugbaum, seine Vogelspinne redet, zum Beispiel.

"Wir sind wie die Vogelspinne: Wenn wir viel zu fressen kriegen, werden wir langsam. Aber jetzt sind wir alle heiß. Jetzt sind wir alle da. Jetzt sind wir schnell. Und heiß. Ja, so is’ das."
"Dann wird sie auch schnell. Also, die is arschschnell die alde Spinne."

Wenn er seine eigenen Kochkünste lobt:

"Sonne guten Spiegeleier hast du noch nie gesehen, Mensch! Bei dir sind die ganzen Eigelbs kaputt."

Wenn er Ratschläge zum Thema Frauen gibt:

"Ich kann jedem empfehlen: Ohne Freundin, da kommt man ganz gut weg. Überall kriegst du was Neues."

Oder zum Thema Hauen:

"Du musst einem so lange auf die Ohren hauen, bis er nicht mehr aufsteht. […] Weil, er ist auch sauer."

Oder beides gleichzeitig:

"Also auf Frauen – geben wir nicht so viel. Wir geben lieber auf die Freundschaft mehr. […] Ne Frau kann sich nicht mit hauen."

Oder einfach nur Ratschläge, die wirklich in jeder Lebenssituation passen.

"Ich mein: Schmeiß rein. Die läuft. Und kriegt."

Für Sprüche wie diese werden wir den Kneipenterroristen vermissen.


Trip

Das sind die schönsten Europa-Drehorte aus "Star Wars: Die letzten Jedi"

In zwei Wochen entführt "Star Wars: Die letzten Jedi" Fans auf aller Welt wieder in eine weit, weit entfernte Galaxis – dann kommt die mittlerweile achte Episode der "Star Wars"-Saga in die Kinos. 

Rey (Daisy Ridley) geht bei dem guten Jedi Luke Skywalker (Mark Hamill) auf dem Inselplaneten Ahch-To in die Lehre. Aber Achtung: Lukes ehemaliger Schüler Kylo Ren (Adam Driver) will sie auf die dunkle Seite der Macht locken. Fans rätseln, wie Rey selbst mit den beiden Seiten der Macht umgehen wird.

Damit das "Star Wars"-Universum möglichst exotisch aussieht, suchen die Filmemacher Drehorte auf aller Welt – und sind für "Die letzten Jedi" dieses Mal vor allem in Europa fündig geworden.