Bild: Lionsgate / Jonathan & Josh Baker
Warum du ihn trotzdem sehen solltest

Jimmy hat Schulden. Und das ist ein echtes Problem, denn sein Gläubiger ist Gangster-Boss Taylor. Als Jimmy mit seinem jüngeren Stiefbruder Eli die Flucht ergreift, heften die Vebrecher sich an seine Fersen. Das könnte der Auftakt zu einem konventionellen Gangster-Drama sein – hätte Eli nicht eine mysteriöse, möglicherweise außerirdische Waffe im Handgepäck.

"Kin" ist das neue Projekt der Brüder Josh und Jonathan Baker, Produzent Shawn Levy hatte schon mit der Netflix-Serie "Stranger Things" einen Riesen-Hit.   

Wie die Serie katapultiert "Kin" ganz normale junge Menschen in ganz und gar außergewöhnliche Situationen. Und fast alles, was "Stranger Things" so binge-würdig macht, ist auch hier vorhanden:

Eli ist ein sympathischer Junge, der in Armut aufwächst, ohne sich davon unterkriegen zu lassen. Mit ihm mitzufiebern, fällt leicht. Aber auch unter der harten Schale seines Stiefbruders Jimmy lässt sich von Anfang an ein guter Kern erahnen.

Brutalo Taylor, gespielt von James Franco, ist hingegen mindestens so unheimlich wie die skrupellosen Regierungsschergen aus "Stranger Things".

Aber während "Stranger Things" mit Achtziger-Nostalgie und Sci-Fi-Grusel punktet, schmeißt "Kin" so ziemlich alles in einen Topf, was in den letzten 20 Jahren im Kino funktioniert hat.

Der Film wird als Science-Fiction-Thriller geführt – er ist aber viel mehr als das. Tatsächlich verschwindet die geheimnisvolle Waffe, die Eli zu Beginn des Films findet, mit der Zeit immer mehr im Hintergrund. Nicht das Artefakt steht im Vordergund, sondern die Charaktere.

"Kin" ist Krimi, Familien-Drama, Road Movie und Milieustudie zugleich. 

Wer einfach nur sein Hirn ausschalten und sehen will, wie Gangster per Strahlenpistole pulverisiert werden, ist hier an der falschen Adresse. Bei Kritikern in den USA stieß dieser gewagte Genre-Cocktail auf wenig Gegenliebe.

Bei Rotten Tomatoes schafft "Kin" es aktuell gerade mal auf eine Wertung von 30%. Der Film sei nichts Halbes und nichts Ganzes, ist die häufigste Kritik.

Das stimmt. Aber: Das macht ja nichts. Wir gucken ja auch “Stranger Things“ nicht nur wegen dem Demogorgon und den Achtziger-Referenzen.  

Wir gucken "Stranger Things" wegen Mike und Elvi, wegen Nancy und Jonathan, wegen Chief Hopper und Joyce. Die Figuren und Beziehungen in „Kin“ haben mindestens ebenso viel Identifikationspotential.

Vielleicht wäre "Kin" als Serie besser dran gewesen, als auf der großen Leinwand – mit deutlich mehr Zeit zur Figurenentwicklung. Einen Kinobesuch ist der mutige Genre-Bender aber allemal wert.


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