Bild: Netflix

Tausende Menschen brachen durch den Hashtag #MeToo ihr jahrelanges Schweigen, erzählten von sexuellen Übergriffen und von Machtmissbrauch. Viele forderten: Die Täter sollen endlich zur Verantwortung gezogen werden. In einigen Fällen passierte dies – mal durch Gerichtsprozesse, mal reichten die Anschuldigungen, um Fans, Chefs und Kollegen der Personen zu dem Schluss zu bringen: Mit diesem Menschen möchten wir nichts mehr zu tun haben. 

Auf Kevin Spacey trifft nun beides zu. Der Schauspieler hatte nach zahlreichen Vorwürfen sexueller Übergriffe im Herbst 2017 bereits seine Rolle in "House of Cards" verloren, nun droht ihm eine Anklage

Was diese Entwicklung im Fall Spacey allerdings besonders merkwürdig macht, ist aber ein Video, mit dem Spacey offenbar auf die Anschuldigungen reagiert.

Welcher Fall bringt Kevin Spacey nun vor Gericht?

Er soll im Juli 2016 in einem Restaurant in Massachusetts den damals 18-jährigen Sohn von Fernsehmoderatorin Heather Unruh betrunken gemacht und sexuell belästigt haben. Wie die Staatsanwaltschaft im US-Bundesstaat Massachusetts am Montag mitteilte, soll Spacey am 7. Januar dem Haftrichter im Bezirk Nantucket vorgeführt werden.

Wie reagiert Spacey darauf?

Ein ganzes Jahr lang äußerte sich Spacey nicht öffentlich zu den Vorwürfen. Am Montag brach er nun sein Schweigen und postete ein wirklich bizarres Video. 

Darin richtet sich Spacey in gewohnt gruseliger Frank-Underwood-Manier an die Zuschauer und liefert einen dreiminütigen Monolog ab, in dem man sich nie sicher ist: Geht es hier um den fiktiven Charakter Frank Underwood – oder um Spacey selbst?

Kleiner Vorgeschmack:

  • "Ich weiß, was du willst. Du willst mich zurück."
  • "Du hast mir vertraut, obwohl du wusstest, du solltest es nicht tun."
  • "Natürlich haben manche einfach alles geglaubt, haben mit angehaltenem Atem darauf gewartet, dass ich alles zugebe. Sie warten nur darauf, dass ich sage, alles ist wahr und dass ich bekam, was ich verdiente. Wäre das nicht einfach? Aber wir beide wissen, es ist nie so einfach, nicht in der Politik, nicht im Leben."
  • "Aber du würdet doch nicht ohne Beweise das Schlimmste glauben und ohne Fakten vorschnell urteilen, oder?"
  • "Wenn ich irgendwas in diesem vergangenen Jahr gelernt habe, dann dass im Leben und in der Kunst nichts vom Tisch sein sollte. Wir hatten keine Angst vor dem, was wir getan oder gesagt haben und wir haben immer noch keine Angst. Denn ich verspreche dir dies: Wenn ich schon nicht den Preis für die Dinge bezahlt habe, die ich getan HABE, werde ich sicherlich nicht den Preis für Dinge bezahlen, die ich NICHT getan habe."

Hier kannst du dir das ganze Video ansehen:

Let Me Be Frank

Posted by Kevin Spacey on Monday, December 24, 2018

Wie sind die Reaktionen auf das Video?

Auf Spaceys Facebookseite bejubeln viele Fans das Video, freuen sich über sein "Comeback" und wünschen sich, ihn bald wieder auf den Leinwänden und Netflix-Bildschirmen zu sehen. 

Andere sind sich da nicht so sicher. Ein Nutzer schreibt: "Ich wünsche mir auch, dass Spacey sein Image reahbilitiert und zurück kommt – ich liebe ihn als Schauspieler – aber ich möchte ihn nicht zurück, ohne echte Reue für seine Taten und Mitgefühl für die Menschen, die er ausgenutzt hat."

Wieder andere finden das Video komplett wahnsinnig:

Ist der aktuelle Fall der einzige Vorwurf gegen Spacey?

Nein. Im Herbst 2017 waren zahlreiche Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen Spacey vorgebracht worden. Der Schauspieler Anthony Rapp hatte angegeben, als 14-Jähriger in den Achtzigerjahren belästigt worden zu sein. Am Londoner Old Vic Theatre könnte Spacey in seiner Zeit als künstlerischer Direktor Berichten zufolge mindestens 20 Männer belästigt haben. Auch in England waren Ermittlungen angelaufen. 

Spacey hatte sich nach Angaben einer Sprecherin 2017 in therapeutische Behandlung begeben. Bei Rapp entschuldigte er sich damals in einer Stellungnahme, gab aber an, er könne sich an den Vorfall "ehrlich nicht erinnern". 

Mit Material von dpa


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