Welchen Neustart sollte man auf keinen Fall verpassen und welchen kann man sich getrost sparen? bento stellt dir hier jede Woche den Kinostart der Woche vor, für den sich der Gang ins Kino wirklich lohnt - und nennt dir 5 gute Gründe dafür.

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Die Liebe vs. Die Leistungsgesellschaft

Diesen August erwartet dich im Kino eine Zukunftsgesellschaft, in der alles auf Leistung und Effizienz ausgerichtet ist. Emotionen und Moral sind zweitrangig geworden und es regiert ein gnadenloser Elitismus. Um an der Zukunft mitwirken zu können, müssen Schüler einen Platz an einer Elite-Uni ergattern. Eine kleine Gruppe von vielversprechenden Kandidaten fährt in Begleitung eines Lehrers (Fahri Yardim) auf ein Assessment Camp außerhalb der Stadt. Hier trifft der Einzelgänger Zach (Jannis Niewöhner) auf die illegal im Wald lebende Ewa (Emilia Schüle). Seine Liebe zu ihr setzt eine unheilvolle Kettenreaktion in Gange.

Wir haben mit "Lehrer" Fahri Yardim gesprochen:

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Dystopien sind das neue Fantasy

Spätestens seit "Tribute von Panem" wissen wir, dass Filmemacher nicht immer in das mittelalterliche Szenario einer phantastischen Welt eintauchen müssen. Ein Blick in die Zukunft kann eben so düster sein und Raum für bildgewaltige Schlachten bieten. "Planet der Affen – Survival", der ebenfalls diesen Sommer ins Kino gekommen ist, verfolgt eine ähnliche Philosophie wie "Jugend ohne Gott". Die Menschen verlieren in der Zukunft ihre Menschlichkeit und öffnen Ausgrenzung und Gewalt die Tore. Das haben wir auch in "Tribute von Panem" gesehen, als sich die Kinder der 12 Distrikte in den blutigen Hungerspielen bekämpfen mussten. "Jugend ohne Gott" erzählt ebenfalls von Wettstreit, aber der Kampf bricht erst aus, als einer von ihnen sich gegen das System stellen will.

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"Jugend ohne Gott" – die mutige Originalversion

Um zu verstehen, was das besondere an der Zukunftsvision von "Jugend ohne Gott" ist, lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit. Der Film basiert nämlich auf dem gleichnamigen Roman des Österreichers Ödön von Horváth aus dem Jahr 1937. Es beschreibt die Zeit des dritten Reiches aus der Sicht eines Lehrers, der bei seinen Schülern immer mehr auf Nazi-Gedanken und emotionale Abstumpfung trifft. Mit seinen provokanten Appellen, zum Beispiel das ethnische Minderheiten nicht ausgegrenzt werden sollten, war das Buch seiner Zeit weit voraus und wurde sogar auf den Index gesetzt. Bereits in den 1990ern hat es zwei Verfilmungen gegeben, die "Jugend ohne Gott" in Hovráths Zeit und damit ins dritte Reich versetzt haben. Für die neue Verfilmung, die dich ab dieser Woche im Kino erwartet, hat Alain Gsponer bewusst ein anderes Szenario gewählt.

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Jugend ohne Gott – noch heute aktuell

"Jugend ohne Gott" ist also eine Dystopie, die auf einem Klassiker der Anti-Kriegsliteratur basiert. Die mutige Message: Die Probleme von damals könnten die Probleme unserer Zukunft werden. Schon in der Schule wurde uns suggeriert, dass wir ohne gute Leistungen schwer einen Platz im Leben finden werden. Schlagwörter wie "Work-Life-Balance" und "flache Hierarchien" stellen sich dem in den Weg, doch auf globaler und politischer Ebene sind wir alle Teil eines gigantischen Konkurrenzkampfes. Eine Doppelmoral, die sich übrigens auch in "Jugend ohne Gott" wiederfindet. Mit dem Untertitel "Ein Film über die Liebe" präsentiert er sich als mahnender Zeigefinger gegenüber der Leistungsgesellschaft – und kombiniert romantische Szenen mit überdeutlicher Produktplatzierung.

Ein frischer Cast

Von all dem Konkurrenzdenken auf der Leinwand haben sich die Schauspieler von "Jugend ohne Gott" zum Glück nicht anstecken lassen. Auf der Weltpremiere alberten sie ganz ungezwungen auf dem roten Teppich herum.

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Neben Fahri Yardim der zurzeit im Tatort und als deutsche Stimme von Rocket aus Guardians of the Galaxy” aktiv ist, hat der Film auch einige erfolgreiche Jungschauspieler im Angebot. Alicia von Rittberg, die Darstellerin der eifersüchtige Nadesh, war beispielsweise schon in Hollywood-Produktionen wie "Herz aus Stahl” oder "Verräter wie wir” zu sehen. Hauptdarsteller Jannis Niewöhner war in Komödien wie "Doktorspiele" und "Besser als Nix" zusehen. Mit "Jugend ohne Gott" konnte er nun eine andere Facette zeigen. Er durfte auch den ikonischen Satz sagen:

"Wenn ich die Augen schließe, sehe ich die Welt, wie sie sein sollte."


Gerechtigkeit

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