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Welche Entschuldigungen können angemessen sein angesichts von Vorwürfen des sexuellen Übergriffs? 

John Oliver, als Anchorman der US-Show "Last Week Tonight" bekannt für seine scharfzüngigen Kommentare zu Politik und Gesellschaft, hat jetzt in einer hitzigen Diskussion mit Dustin Hoffman gezeigt, wie man zumindest ungenügende Phrasen demaskiert.

Montag Nacht traf der Moderator bei einer öffentlichen Diskussion auf den Schauspieler. Anlass war das 20-jährige Jubiläum der Politsatire "Wag the Dog". Über Hoffman wird derzeit auch diskutiert, weil Vorwürfe wegen sexueller Belästigung im Raum stehen.

Im vergangenen Monat meldete sich die Autorin Anna Graham Hunter zu Wort mit Anschuldigungen gegen Hoffman. Dieser habe sie betatscht und anzügliche Bemerkungen gemacht, als sie als 17-Jährige als Praktikantin am Set von "Tod eines Handlungsreisenden" gearbeitet habe: "Ich war ein Kind und das war sexuelle Belästigung", schrieb die Autorin Anfang November in einem Beitrag im "Hollywood Reporter".

Hoffman reagierte damals mit einer Mitteilung auf die Vorwürfe: "Ich habe den größten Respekt vor Frauen", so der Oscarpreisträger. Er fühle sich schrecklich angesichts der Tatsache, dass Dinge, die er getan haben könnte, Hunter möglicherweise in eine unangenehme Lage gebracht haben. "Es tut mir leid. Das spiegelt nicht wider, wer ich bin."

So hat John Oliver die hohlen Phrasen von Hoffman live entzaubert:

"Was mich ärgert, ist der Ausdruck, das ist nicht, wer ich bin", nahm Oliver jetzt auf dem Podium Bezug zu dem Statement:

"Denn es reflektiert, wer du warst. Wenn es passiert ist und du keinen Beweis lieferst, dass es nicht passiert ist. Dass es eine Zeit gab, in der du auf unangemessene Weise um Frauen herumgeschlichen bist. Es fühlt sich an wie eine faule Ausrede, zu sagen: 'Das bin ich nicht'. Kannst du das verstehen (...)?" 

Hoffman antwortet: "Es ist schwierig, diese Frage zu beantworten. Du warst nicht dabei." 

Und Oliver daraufhin: "Ich bin froh, dass ich nicht dabei war."

Im weiteren Verlauf des Gesprächs (hier kannst du bei der "Washington Post" einen längeren Ausschnitt hören) fühlt sich Hoffman sichtlich unwohl, erklärt unter anderem, dass damals, vor 40 Jahren, allgemein eine sexualisierte Humorkultur am Filmset geherrscht habe.

Oliver bezieht am Montagabend angesichts dieser Argumentation abermals Gegenposition: "Ich mag diese Antwort auch nicht."

Hoffman: "Was willst du dann?" 

Oliver: "(...) Sie fühlt sich nicht in dem Maße selbstreflexiv an, wie es die Ereignisse von damals verlangen." 

Und weiter: "Es macht keinen Spaß, diese Konversation zu führen. Aber du und ich, wir sind nicht die Opfer hier."

Im weiteren Verlauf des Gesprächs wehrt sich Hoffman unter anderem gegen die Vorwürfe und gegen die Festlegung als Belästiger. In seiner Wahrnehmung habe er Hunter nur angefasst, um sie zu trösten – sie sei wegen schlecht verlaufender Proben unglücklich gewesen, habe sich aber schon in dem Moment dagegen gewehrt und später entschuldigt. "Wir waren Freunde."

Dieser Artikel ist zuerst auf SPIEGEL ONLINE erschienen.


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