Bild: ZDF/Neo Magazin Royale

Spoiler-Warnstufe rot

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Raus aus dem Studio in Köln, ab nach Brandenburg und in Hitler-Verkleidung Stimmung machen: Das Neo Magazin Royale hat versucht, AfD-Politiker hereinzulegen. Von der Aktion handelt eine komplette Sendung, eine Fake-Doku namens “Unternehmen Reichspark.

Darin forschen Jan Böhmermann und Ralf Kabelka angeblich einem Unternehmer hinterher, der aus der Nazi-Zeit einen großen Freizeitpark machen möchte. Auf einer Messe informiert sich “Raphael Gamper” über Spielzeugwaffen und Fahrgeschäfte, in Brandenburg stapft er über ein leeres Feld und zeigt sich mit einem Hitler-Darsteller in der Fußgängerzone.

Soweit der Fake.

Wie aufmerksame Zuschauer schnell festgestellt haben:

Die Idee zum “Reichspark” hat Jan Böhmermann in seinem Podcast mit Olli Schulz schon vor einiger Zeit entwickelt.
“Raphael Gamper” sieht dann auch aus wie der Schauspieler Piet Fuchs aus Köln:
Webseiten, die zur Geschichte passen, sind erst kürzlich registriert worden:

Photoshop-Philipp hat ganze Arbeit geleistet:

Warum der Fake nicht völlig aus der Luft gegriffen ist:

Böhmermann und Kabelka jetten zwischendrin durch Europa. In Großbritannien besuchen sie einen Ort namens Pickering, in dem der Zweite Weltkrieg nachgespielt wird. "Reenactment" nennt sich das. Geschichtsfreunde verkleiden sich als britische Soldaten oder Mitglieder der Waffen-SS. In Lettland besuchen sie einen alten Folterknast und lassen sich anschreien, um danach die Flucht aus der UdSSR nachzuspielen.

Sie wollen zeigen: So weit hergeholt ist die Idee vom Nazi-Freizeitpark gar nicht.

Einzelne Elemente existieren bereits. Und bald ist die Generation, die den Krieg noch erlebt hat, ausgestorben. Und dann sind da noch Zitate der AfD-Tonangeber Alice Weidel, Alexander Gauland und Björn Höcke, die nicht mehr ständig an die Verbrechen der NS-Zeit erinnert werden möchten.

Die “Recherche” geht weiter – angeblich knacken sie die E-Mails von “Raphael Gamper” und finden heraus, dass der für sein wahnsinniges Projekt mit Politikern Kontakt aufgenommen hat.

Aber: Mindestens ein Treffen mit einem AfD-Politiker hat offenbar stattgefunden.

Doch davon ist im Neo Magazin Royale nicht viel zu sehen. Kein Wunder: Auf einer Website der rechten Szene wird von einem Treffen des Potsdamer Landtagsmitglieds Thomas Jung mit jemand berichtet, der ihm den „Reichspark“ schmackhaft machen wollte. Der Bericht ist vom 24. Oktober. Darin heißt es, bei dem Treffen habe Thomas Jung vor “verheerender Geschichtsklitterung” gewarnt und jede Unterstützung verweigert. Der Blog geht davon aus, dass „Satiriker“ am Werk waren.

So doof, wie das ZDF sich das erhofft hatte, war der AfD-Politiker dann offenbar doch nicht.


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