Folge 66: "Der Großkatzenbastard im Schellenwald"

Jan Böhmermann ist mit dem Neo Magazin Royale zurück aus der Winterpause. In der ersten Folge fehlten: gute Ideen, Dendemann und der Schulzzug. Traurig! Niedrige Energie!

Dendemann

Nach zwei Jahren sind Rapper Dendemann und seine Band "Die Freie Radikale" nicht mehr Teil der Show. Dende schraubt angeblich endlich am neuen Album. Stattdessen spielt das "Rundfunk-Tanzorchester Ehrenfeld" auf. Da müssen wir uns noch dran gewöhnen.

Man muss den Leuten den Restglauben lassen, dass es richtig gute Witze sind.
Jan Böhmermann
Arjen Lubach

Der niederländische Talkmaster Arjen Lubach hat vor einer Woche eine Videobotschaft an Donald Trump geschickt. Weil Trumps Motto "America first" ist, empfiehlt Lubach "Netherlands second". Das Video ging viral.

"Vielleicht finden sie es ein kleines bisschen lame von uns, den Holländern ihre erfolgreiche Idee zu klauen", sagt Böhmermann, nachdem er die erfolgreiche Idee der Holländer lame geklaut hat. "Germany second", Zwinkersmiley.

Immerhin kündigt Böhmermann eine europäische Gag-Allianz an: Auch Dänemark, Österreich, Schweiz, Litauen, Spanien, Estland, Belgien, Portugal und Island sollen das Video nachmachen. Vor diesem Europa muss sich Trump wirklich nicht fürchten.

Kollegah

Angekündigt wird er mit den "smartesten Lines" und den "dicksten Oberarmen": Rapper Kollegah disst erst einen Zuschauer als "dicken Cloudrapper", die Kamera hält drauf, und empfiehlt ihm sein Fitnessprogramm, die Boss-Transformation.

Richard-Spencer​-Gedächtnisfrisur

Dann wehrt sich Kollegah gegen Antisemitismus-Vorwürfe, erzählt von einem Telefonat mit dem Zentralrat der Juden und fragwürdigen Lines aus dem Jahr 2005. Huch, wie, was? Böhmermann lässt ihn reden, lächelt und windet sich raus.

Beim "Entscheide dich"-Spiel darf Kollegah wählen zwischen Möhre im Anus oder Kartoffel als Kopf. Die Frage "Israel oder Palästina" zieht Böhmermann selbst aus dem Hut, sagt dann aber lieber doch nichts. Klar: Die Frage hätte Kollegah ziehen sollen. Aber der tappte zufällig nicht in die Falle.

Schulzzug

So geht die erste Sendung nach der Pause zu Ende, wie sie begonnen hat: müde. Das Witzigste, was das Internet in den vergangenen Wochen hervorgebracht hat, findet seltsamerweise nicht statt: Der Hype um Martin "Gottkanzler" Schulz und den Zug ohne Bremsen, der Richtung Kanzleramt rast.

1/12

Dabei kommt das Politik-Meme, von dem sogar die Tagesschau berichtet, aus einer Internet-Ecke, die der Redaktion des "Neo Magazin Royale" eigentlich vertraut sein müsste. Der Humor und die Photoshop-Montagen erinnern so stark an Böhmermann und die Show, dass auf Reddit regelmäßig eine Verbindung zur Sendung abgestritten wird.

Vor allem aber haben die Schulz-Ultras gerade die HOHE ENERGIE, die dem Neo Magazin Royale in Folge 66 noch fehlt. Bis nächste Woche!


Grün

Insider erzählt: So wehrt sich die US-Umweltbehörde gegen ihren neuen Chef

Thomas, Anfang 30, arbeitet seit acht Jahren bei der Umweltbehörde EPA. Er heißt eigentlich anders, möchte aber anonym bleiben. Aus Gründen. "Ich komme aus einer Familie, die sehr umweltbewusst ist, und bin damals zur EPA gegangen, weil es für mich wirklich der Traumjob war", sagt er. Genau so erlebte er seine Arbeit auch. Bis jetzt.

Scott, Ende 40, ist ein großer Fan von Kohleenergie und glaubt nicht, dass Menschen für den Klimawandel verantwortlich sind. Er ist nun Chef der EPA, Vorgesetzter von Thomas und rund 17.000 anderen Angestellten. Der Republikaner Scott Pruitt ist die Antithese zu fast allem, wofür die EPA in den vergangenen acht Jahren stand.

Was genau er ändern wird, ist noch völlig unklar. Doch die Angestellten bereiten sich auf das Schlimmste vor.