Die Debatte um sexuelle Belästigung und Repräsentation in Hollywood hat James Bond erreicht. 24 offizielle Filme gibt es über den britischen Geheimagenten, in vielen Szenen darin sind die Bondgirls vermeintlich nicht mehr als Sexobjekte. 

Nun ist der 25. Bond-Streifen in Arbeit, Danny Boyle wurde am Freitag als Regisseur verpflichtet. Seine erste Amtshandlung? Klarstellen, dass der neue Bond Frauen sehr viel ernster nehmen wird. 

Sexismus soll bei 007 keine Chance mehr haben.

Boyle hat bei Filme wie "Trainspotting" und "The Beach" Regie geführt, für "Slumdog Millionaire" erhielt er 2009 den Oscar. Der 25. Bond-Film ist schon länger in Arbeit, Boyle hatte sich mit einer Drehbuchidee bei den Produzenten beworben. Die kam anscheinend gut an.

Der britischen "Page Six" sagte Boyle nun auf die Frage, welchen Einfluss "MeToo" haben wird, dass das neue Drehbuch in einer "modernen Welt" geschrieben wird. Es soll sich an dem orientieren, was durch "MeToo" angestoßen wurde. Für den kommenden Film sehen sehr viel stärkere und selbstbewusstere Frauen geplant.

007 soll aber seinem Charakter trotzdem ein bisschen treu bleiben:

Man schreibt ja in der Gegenwart. Das Vermächtnis [von Bond] wird also anerkannt, aber eben auch an den Zeitgeist angepasst.

Das sind die bisherigen Bondgirls:

1/12

Die Bond-Produktion versucht bereits seit Längerem, Frauen mehr Raum in den Filmen zu geben – und den Machismus von Bond selbst immer weiter einzuschränken oder zu persiflieren. 

In "Spectre" wurde 2015 mit Monica Bellucci erstmals ein "Bondgirl" über 50 gecastet, andere Frauen in den jüngeren Filmen sind immer seltener auf Bonds Hilfe angewiesen – und retten stattdessen öfter mal den Geheimagenten. 

Das entspricht dem starken Frauenbild, das Bond-Erfinder Ian Fleming bereits in den 1950er in seinen Büchern entworfen hatte.

Der neue Bond-Film hat noch keinen Namen, Daniel Craig wird aber wieder in die Rolle von 007 schlüpfen. Der Film soll im November 2019 in die Kinos kommen.


Gerechtigkeit

Die Waffen-SS marschiert durch Riga – und niemanden stört es
Viele Letten halten das nicht für Faschismus.

Vor einer Kirche im lettischen Riga haben sich einige Hundert Menschen bei Minusgraden in der Wintersonne versammelt. Unter ihnen sind etwa ein Dutzend alter Männer und Frauen in den waldgrünen Uniformen der Lettischen Waffen-SS. Es ist Freitag – und die Versammelten wollen den Tag mit einer stillen Prozession beginnen. 

Es ist nicht einfach irgendeine Prozession.

An diesem Tag vor 74 Jahren kämpften zwei Grenadier-Divisionen aus Lettland, die von den Letten heute "Legionäre" genannt werden, auf der Seite der Wehrmacht.

Bei Leningrad errangen sie einen vorübergehenden Sieg gegen die Rote Armee. Die Veranstaltung soll nun der toten Kameraden gedenken – der "Tag der Legionäre" wird seit Jahren gefeiert. Die rechte Partei Nacionālā apvienība (auf Deutsch: "Nationale Allianz") organisiert die Prozession.