Bild: Constantin Filmverleih

Die Piratenpartei hat eine Liste aller Filme veröffentlicht, die nicht an sogenannten "stillen Feiertagen" gespielt werden dürfen. Die Bundesländer legen diese Tage fest, dazu gehören zum Beispiel Karfreitag und Allerheiligen. Um die Ernsthaftigkeit der Feiertage nicht zu gefährden, sind seit 1980 ganze 756 Filme auf diesem Index gelandet.

Filme mit zweifelhaftem "Charakter"

Der Index wird vom Institut für Freiwillige Selbstkontrolle (FSK) verwaltet, das auch die Altersfreigaben von Filmen in Deutschland definiert. Verboten werden an stillen Feiertagen alle Filme, "die dem Charakter dieser Feiertage so sehr widersprechen, dass eine Verletzung des religiösen und sittlichen Empfindens zu befürchten ist". Das bedeutet: Diese Filme dürfen dann im Kino oder an anderen öffentlichen Orten nicht gezeigt werden. Eine Ausstrahlung im Fernsehen hingegen ist okay.

Auf der Liste der FSK steht Erotik-Gangster-Klamauk wie "Fritz the Cat" oder "Horrorsex im Nachtexpress":
Verboten sind Horrorstreifen wie "Die Nacht der lebenden Toten", die Elm-Street-Reihe oder "Tanz der Teufel":

Auf der Liste stehen auch Klassiker wie "Für eine Handvoll Dollar", "True Romance" oder "Die Feuerzangenbowle":
Ach ja, "New Kids Nitro" darf auch nicht

(Wer hätte das gedacht)

Tatsächlich hat die Zensur allerdings im Laufe der Zeit immer weiter abgenommen. In den 1950ern kamen laut FSK mehr als 60 Prozent aller Filme auf den Feiertags-Index. Heute sind es nur noch ein Prozent. Zuletzt aufgenommen wurden unter anderem "Hitman: Agent 47" und "Vacation - Wir sind die Griswolds".

Widersetzt sich ein Kino dennoch dem Verbot, gibt es eine Geldstrafe: Eine Initiative aus Bochum wurde zur Kasse gebeten, nachdem sie unerlaubt den Monty-Python-Klassiker "Das Leben des Brian" an Karfreitag gespielt hatten. Der Film handelt vom Leben und Sterben von Brian von Nazareth – und wie sich seine Wege immer wieder mit Jesus von Nazareth kreuzen, bis hin zum Kreuz selbst.

Die Idee, dass eine Filmvorführung in abgeschlossenen Gebäuden stille Feiertage stören könnte, ist aus der Zeit gefallen.
Patrick Breyer

Wie aktuell die Liste ist, bleibt allerdings unklar: Die FSK behauptete am Freitag auf ihrer Homepage, zumindest "Die Feuerzangenbowle" sei längst von dem Feiertags-Index genommen. Patrick Breyer, für die Piraten im Landtag von Schleswig-Holstein, sagte bento, er habe die Liste erst am 7. Januar von der FSK erhalten – und zudem eine Bestätigung der Landesregierung Schleswig-Holstein vom 14. Januar. Sollte die Liste gar nicht stimmen, "stellt sich die Frage, warum die FSK falsche Informationen herausgibt", so Breyer.