Bösartig, witzig, provokant: So hast du Eiskunstlauf noch nie gesehen.

1

Der Eiskunst-Krimi

Ja, das Thema Eiskunstlauf ist nicht unbedingt für jeden was. "I, Tonya" jedoch ist nicht einfach nur ein Biopic über eine Eiskunstläuferin und die Lebensstationen der porträtierten Tonya Harding, sondern stellt die schillerndste Person dar, die sich jemals in der Eiskunstlaufszene bewegt hat und in das Eisenstangenattentat von 1994 verwickelt war.

Tonya Harding (Margot Robbie) wächst unter ärmsten Bedingungen in einer Wohnwagensiedlung auf und wird von ihrer Mutter LaVona (Allison Janney) erbarmungslos zur Eiskunstläuferin getrimmt und misshandelt. Sie hat es zwar mit ihrer unkonventionellen Art und ihren selbstgenähten Kostümen nicht leicht, doch sie ist überaus begabt und kämpft sich an die Spitze. Als sie sich dem Höhepunkt ihrer Karriere nähert und die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele 1994 ansteht, wird ihre Konkurrentin Nancy Kerrigan (Caitlin Carver) bei einem Attentat schwer verletzt. Tonyas Mann Jeff Gillooly (Sebastian Stan) hat den Angriff in Auftrag gegeben. Ist Tonyas Karriere nun vorbei? Und wie geht es weiter?

2

Die Mischung

Der Film zeigt nicht nur die Biografie von Tonya Harding und den Verlauf ihrer Karriere, sondern ist Sportlerdrama und eine Milieustudie zugleich. Dem Zuschauer wird der dreckige und gnadenlose Kampf eines Vollblut-Sportlers, ein dunkles Stück Sportgeschichte und die Lebenssituation der Unterschicht Amerikas präsentiert. Somit treffen mehrere Themen in diesem außergewöhnlichen Film aufeinander, die das Drama so vielseitig machen. Nicht das Eiskunstlaufen an sich steht im Vordergrund. Es ist die Geschichte dahinter: Das harte Leben eines Champions.

3

Die wahre Geschichte

Lange hat Tonya Harding bestritten, dass sie vom Anschlag auf ihre Konkurrentin Nancy Kerrigan wusste. Kerrigan holte bei den Olympischen Winterspielen 1994 eine Silbermedaille und Tonya landete auf dem achten Platz. Letztendlich musste Tonya Harding nach dem Vorfall ihre Karriere beenden, sogar der Titel der Amerikanischen Meisterschaft und die Olympiateilnahme wurden ihr aberkannt.

Tonya Harding war übrigens die erste Amerikanerin und eine von nur ganz wenigen Frauen überhaupt, die den technisch schwierigsten Sprung, den dreifachen Axel, bei einem Wettbewerb stehen konnte. Zuletzt gelang diese Sensation Mirai Nagasu bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang 2018.

4

Die faszinierenden Darsteller

Margot Robbie ("The Wolf of Wall Street", "Suicide Squad") ist zur Zeit eine der beliebtesten Schauspielerinnen und konnte auch in "I, Tonya" ihr Talent beweisen. Bei der Oscar-Verleihung 2018 wurde sie sogar als beste Hauptdarstellerin nominiert und als heiße Kandidatin für den goldenen Mann gehandelt, ging dann aber leider leer aus.

Dafür wurde die Leistung von Allison Janney ("Mom", "Girl on the Train"), die Tonya’s Mutter LaVona spielt, anerkannt: Die Schauspielerin erhielt den Golden Globe als beste Nebendarstellerin und auch den Oscar als beste Nebendarstellerin konnte sie entgegennehmen.

5

Der Humor

Craig Gillespies "I, Tonya" ist eine Satire im Mockumentary-Stil (ein fiktionaler Dokumentarfilm, der einen echten Dokumentarfilm parodiert) mit bissigem Humor. Erzählerisch erinnert der Film stark an die Filme von Ethan und Joel Coen ("Fargo", "The Big Lebowski") und der Humor wird durch die Leistung der fantastischen Schauspielerinnen getragen. Ein provokanter, die vierte Wand durchbrechender Film mit bösartigem Hauch und einer forschen Protagonistin, die sich selbst als White-Trash-Redneck bezeichnet.

Fans von schwarzem Humor sind hier richtig:


Gerechtigkeit

Dieser Mann soll Kataloniens neuer Präsident werden – und könnte direkt im Knast landen
Die Katalanen wollen einen eigenen Staat und provozieren immer weiter.

Was ist passiert?

Viele Katalanen möchten unabhängig von Spanien werden und aus der Region einen eigenen Staat formen. Seit Monaten kämpfen die Separatisten für Unabhängigkeit – nun wollen sie einen neuen Präsidenten wählen: Jordi Turull.

Nachdem monatelang nicht klar war, wer es machen soll, muss es jetzt schnell gehen, schon am Donnerstag könnte die Entscheidung fallen.

Der Grund für die Eile: Am Freitagmorgen muss Turull in Madrid vorm Gericht erscheinen. Sie könnte ihn in Untersuchungshaft stecken. (El País)