Bild: XYZ Films

Es gibt Filme, die sind wunderbar – bezaubernd, überraschend, nerdig, herzerwärmend – und haben es trotzdem schwer, gegen die großen Blockbuster und Comic-Reihen zu bestehen. Weil nicht genug Werbebudget für sie ausgegeben wird. Oder, weil der Cast nicht berühmt ist.

Solche Filme kommen oft im Spätsommer heraus, also genau jetzt. Dann müssen sie nämlich nicht mit den Blockbustern im Hochsommer und den Oscar-Filmen im Winter konkurrieren. 

Es ist Geheimtipp-Saison im Kino.

Und wie jedes Jahr sind einige echte Perlen dabei: 

  • Im skurrilen "Meg" muss Jason Statham sich seinen Ängsten und einem urzeitlichen Riesenhai stellen, um die Crew eines gesunkenen U-Boots zu retten. "Der Weiße Hai" trifft "Jurassic World".
  • Im düsteren "Vollblüter" beschließen die ungleichen Teenie-Freundinnen Lily und Amanda, Lilys strengen Stiefvater umzubringen. 

Und, ganz besonders empfehlenswert: Das gefühlvolle Fantasy-Abenteuer "I Kill Giants"

In den USA kam der neue Film der “Harry Potter”-Produzenten schon im Spätsommer 2017 ins Kino. Bei uns kommt er jetzt direkt zu Netflix.

Im Zentrum von "I Kill Giants" steht Barbara, grandios gespielt von Madison Wolfe. Barbara ist die klassische Außenseiterin. Das liegt nicht nur an den Hasenohren, die sie immer und überall trägt, sondern auch an ihrer verschlossen Art. Dass ihre Mitschüler sie merkwürdig finden, ist Barbara aber ziemlich egal. 

Sie hat ganz andere Probleme: Barbara ist überzeugt, dass ihre Heimatstadt von bösartigen Riesen bedroht wird. Und sie glaubt, dass sie allein auserwählt sei, die Bedrohung abzuwenden. Ob das tatsächlich so ist, bleibt erstmal offen. Die Wahrheit man Stück für Stück durch die Augen von Barbaras neuer Mitschülerin Sofia. Die ist von der selbsternannten Riesentöterin zugleich fasziniert und verwirrt

Ob in Barbaras Welt wohl Platz ist für eine Freundin? 

"I Kill Giants" ist zu gleichen Teilen klassisch und befremdlich. In manchen Momenten erinnert die Geschichte an unbeschwerte Abenteuer-Filme wie "Die Goonies" oder "Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt". 

Die traurige, stoische Barbara würde allerdings eher in einen früheren Tim-Burton-Film passen. Von Anfang an dominiert der Eindruck: Irgendwas ist hier mächtig faul. Und das ist auch so. Wahrscheinlich fiebert man deshalb so mit Barbara mit und wünscht ihr ein Happy End.

"I Kill Giants" wird wohl keine Preise abstauben und wie so viele Spätsommer-Filme an den meisten vorbeigehen. Trotzdem sollte man ihn unbedingt gesehen – ein echter Geheimtipp eben.


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