Bild: Warner Bros.
Hollywoods Regisseure haben sich selbst überprüft.

Wie wir die Welt sehen, hängt davon ab, was wir von der Welt zu sehen bekommen. Was Kinofilme betrifft, so sind das: vor allem Filme aus männlicher und weißer Perspektive. Nun ändert sich das langsam. Ein bisschen. 

Denn mehr Frauen drehen in Hollywood erfolgreiche Filme. Von Gleichberechtigung kann aber immer noch keine Rede sein.

Das zeigt eine neue Studie Directors Guild of America, der Gewerkschaft der Regisseurinnen und Regisseure. Die wollten wissen, wie hoch der Anteil von Frauen und Nichtweißen auf dem Regiestuhl ist. (Directors Guild of America)

Untersucht wurden alle Filme, die 2017 in den USA mehr als 250.000 Dollar an den Kinokassen eingespielt haben. 

Das Ergebnis: Frauen haben bei 12 Prozent der Filme Regie geführt – eine Verdopplung im Vergleich zu 2016.

Darunter sind Titel wie "Wonder Woman" von Patty Jenkins und "Lady Bird" von Greta Gerwig. In absoluten Zahlen: 

  • Bei 22 Filmen führten Frauen die Regie. 
  • Bei 159 Filmen waren es Männer. 
  • 2016 war das Verhältnis 13 zu 179.
  • Auch in den Vorjahren war das Verhältnis jeweils schlechter.

Ein Grund zum Jubeln ist das aber noch lange nicht. Viele Hollywood-Studios ignorieren die Arbeit von Frauen weiterhin, ihr Anteil bleibt niedrig. 

Nur jeder zehnte Film wird nach der Zählung von People of Color gedreht – und das ist ein deutlicher Rückschritt.

2013 wurden 17 Prozent aller Kassenschlager von Nichtweißen gedreht, 2016 noch 13 Prozent. Der niedrige Anteil von 10 Prozent nichtweißen Regisseurinnen und Regisseuren im vergangenen Jahr ist ein neues Tief in der Zählung.

Warum ist das wichtig?

Das beantwortet die Regie-Gewerkschaft in ihrer Analyse selbst. Sie sagt, das Geschichtenerzählen "sollte so vielfältig sein wie die Welt um uns herum". Dafür sei es wichtig, dass verschiedenste Menschen die Chance bekommen, "ihren Blickwinkel auf die Leinwand zu bringen".

Mittlerweile merkt auch Hollywood, dass sich das lohnt: "Black Panther", die Geschichte über einen schwarzen Superhelden, ist in den USA mit knapp 700 Millionen Dollar bislang der erfolgreichste Film des Jahres (Box Office Mojo). Dass ein schwarzer Held die Zuschauer genauso begeistert wie ein weißer, hatten viele Produzenten vorab nicht in Betracht gezogen – mittlerweile ist die Fortsetzung bestellt.


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