Bild: Eon, Paramount, Focus, 20th Century Fox, dpa; Montage: bento
Was das für uns bedeutet

Es begab sich zu einer Zeit, da gingen Männer ins Kino, um auf Männer zu starren. Denn viele Filme zeigten nur einen Typ Hauptfigur: männlich, dicke Arme, verschwitzes Unterhemd, Haare (auf Brust oder Oberlippe und/oder Rücken). Und diese Filme waren erfolgreich.

Längst ist es so, dass nicht mehr Männer immer die Hauptrolle spielen müssen – auch Frauen dürfen in Komödien, Actionfilmen oder Dramen die wichtigste handelnde Figur sein. Aber es sind wenige, denn große Filmstudios denken immer noch, Frauen als Hauptfiguren seien für die Kinokasse Gift. 

Tatsächlich stimmt: Filme mit Frauen in der Hauptrolle sind im Schnitt deutlich erfolgreicher als solche mit männlichen Hauptrollen.

Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, die die Castingagentur CAA in Kooperation mit dem Technologieunternehmen Shift7 durchgeführt hat. 

Beide haben sich die 350 weltweit erfolgreichsten Filme zwischen 2014 und 2017 angeschaut und die Einspielergebnisse mit den Hauptrollen vergleichen. Unter den untersuchten Filmen sind Hits wie "Jurassic World" und "Star Wars: Das Erwachen der Macht".

Die Ergebnisse im Detail:

  • Von den 350 untersuchten Filmen hatten nur 105 eine weibliche Hauptrolle, 245 eine männliche. Die Hauptrolle wurde in der Studie dadurch definiert, welche Schauspielerin oder welcher Schauspieler in den offiziellen Pressemitteilungen der Studios zu den Filmen als erstes genannt wurde.
  • Deutlich schlechter ist das Verhältnis sogar bei Blockbustern: Bei den Filmen mit einem Budget von mehr als 100 Millionen Dollar spielen in 75 Männer die Hauptrolle, in nur 19 Filmen sind es Frauen.
  • Trotzdem: Alle Filme mit weiblichen Hauptrollen liefen im Schnitt besser als die mit männlichen – unabhängig vom Produktionsaufwand.
  • Das heißt, sowohl kleinere Filme als auch Blockbuster profitieren davon, wenn eine Frau die wichtigste Figur ist.

Hier sind die Einspielergebnisse gestaffelt nach den Produktionskosten aufgelistet, die roten Säulen stehen für Filme mit weiblichen Hauptrollen, die grauen für die mit männlichen:

Der Tabelle zufolge haben also die großen Blockbuster mit Frauen in der Hauptrolle im Schnitt 586 Millionen eingespielt, die mit Männern 514 Millionen.

Die Analyse beweist, was Experten schon länger vermuten: Je diverser und vielfältiger Geschichten im Kino erzählt werden, desto mehr Zuschauer werden angezogen.

Das betrifft nicht nur Frauenrollen: Der Superheldenfilm "Black Panther" zum Beispiel stellt einen schwarzen Helden in den Mittelpunkt und starke Frauen an seine Seite. Dadurch wollten offenbar viele Menschen den Film sehen, die sich bisher nicht ausreichend repräsentiert fühlten. (University of Pennsylvania)

"Black Panther" hat so 2018 weltweit 1,3 Milliarden Dollar eingespielt. Erfolgreicher war nur "Avengers: Infinity War" – in dem der Black Panther aber wieder eine tragende Rolle spielt. (Box Office Mojo)

Es geht dabei nicht nur darum, Nichtweiße und Frauen in wichtigen Rollen zu zeigen – sondern diese Rollen auch glaubhaft rüberzubringen. Ein Indikator für Frauenrollen ist zum Beispiel der Bechdel-Test. Er stellt an einen Film diese drei Fragen:

  1. Gibt es in der Geschichte mindestens zwei Frauen, die einen Namen haben?
  2. Unterhalten sich diese zwei Frauen miteinander?
  3. Geht es in ihrer Unterhaltung um etwas anderes als einen Mann?

Können alle drei Fragen mit "Ja" beantwortet werden, ist der Test bestanden.  Auf bechdeltest.com werden Hollywood-Filme auf genau diese Fragen überprüft. Man sollte meinen, fast jeder Film besteht diese simplen Anforderungen – doch die schockierende Erkenntnis ist: Die meisten scheitern. 

In ihrer Studie hat die Castingagentur CAA auch den Bechdel-Test mit einbezogen. Das Ergebnis: 

Filme, die ihn bestanden haben, waren ebenfalls deutlich erfolgreicher als Filme, in denen Frauen nur eine untergeordente Rolle spielen.

(Bild: Giphy )

Hier sind wieder die Einspielergebnisse, dieses Mal steht die rote Säule für die Filme, die den Bechdel-Test bestanden haben und die graue für solche, die durchgefallen sind:

Was lässt sich an der Studie kritisieren?

Viele der erfolgreichsten Filme der vergangenen Jahre sind sogenannte Ensemble-Filme, also Filme, in denen es keine klare Hauptfigur gibt, sondern mehrere namhafte Schauspielerinnen und Schauspieler. Die jüngsten "Star Wars"-Filme sind solche Ensemble-Filme, viele Comic-Verfilmungen von Marvel und DC ebenfalls.

CAA schreibt aber, sie hätten nur Filme ausgewertet, in denen das Filmstudio klar eine Schauspielerin an erster Stelle des Casts aufführte. Filme wie "Star Wars: Die letzten Jedi" fallen so raus. Als Zuschauer mögen wir zwar denken, Daisy Ridley als Ray sei die eindeutige Hauptfigur. Disney hat aber Mark Hamill als Luke Skywalker als erste Hauptfigur gelistet.

Das Problem: CAA listet nicht detailliert auf, welche Filme nun wie kategorisiert wurden.

Trotzdem gibt die Studie einen Hinweis darauf, dass Besetzungen abseits den männlichen und weißen Mainstreams kein Risiko, sondern eine Chance für Filmstudios sind und könnte ihnen eventuell beim Umdenken helfen: Weg von den immergleichen Männer-Erzählungen hin zu vielfältigerem Stoff. Also mehr "Wonder Woman" statt "Superman", mehr "Die Schöne und das Biest" und "Aladdin" als "Robin Hood".

Das heißt nicht, dass es starke Kerle nicht weiterhin auf der Leinwand geben kann. Es heißt nur, dass ihre Schultern nicht mehr länger breit genug sind, um die ganze Leinwand für sich zu beanspruchen.

(Bild: Giphy )

Style

Diese BHs bedeuten Freiheit für die Brüste – und für uns selbst!
Weg mit den Bügeln!

Viel zu lange schon wurden Brüste in enge Metallkäfige gesperrt – und mit ihnen auch die Frauen selbst. Denn besagte Drahtkäfige sollen als Busenhalter vor allem eines: Die natürlichen Formen von Brüsten verdecken. Es soll nicht zu sehen sein, dass Brüste auch mal unterschiedlich groß sind oder dass sie – Hilfe! – einen Nippel besitzen.

Der BH hat Brüste lange Zeit zu gleichförmigen, runden und hochgeschnürten Paketen werden lassen. Ansprechend, aber nicht vulgär, so sollten auch Frauen sich benehmen.

Diese Zeiten sind langsam aber sicher vorbei. Die #metoo-Bewegung zeigt einmal mehr: Frauen lassen sich nicht mehr unterdrücken. Und auch in den Regalen der Modeketten findet eine kleine Revolution statt. Harte Metallbügel machen Platz für luftige, bügelllose Modelle. Wie Leni diese Veränderung einschätzt, siehst du oben im Video.