Graue Tage, kalte Nächte und verregnete Wochenenden. Der Herbst bietet endlich die lang ersehnte Zeit zum Entspannen. Nun müssen wir nicht mehr jeden Abend mit der Bierflasche in der Hand durch die Straßen ziehen. Ab jetzt heißt es: Chips, Filme, Sofa.

Und damit auch so richtig melancholisch-schöne Stimmung aufkommt, haben wir euch folgende Klassiker zusammengestellt, die ideal zur Herbstzeit passen:

Der Eissturm

Amerikanische Kleinstadt-Idylle in den 1970er Jahren. Vater (Kevin Kline), Mutter, Tochter (Christina Ricci) und Sohn (Tobey Maguire), der mittlerweile im Internat seines Colleges wohnt und zu Thanksgiving nach Hause fährt. So weit, so normal. Doch hinter den prüden Fassaden rumort es und der einbrechende Eissturm ist lange nicht das Kälteste in diesem Film...

Der poetische und ergreifende Klassiker verbindet familiäre Probleme mit den großen politischen Themen der 70er Jahre. Ang Lee drehte das bildgewaltige und mit großartigen Schauspielern besetzte Drama im Jahr 1997 und erhielt dafür etliche Auszeichnungen. Prädikat: besonders passend für einen kuscheligen Herbstabend!

Brokeback Mountain

Ebenfalls in der Prüderie der amerikanischen Gesellschaft der 70er Jahre angesiedelt, ist dieser berührende Film über zwei schwule Cowboys in den Bergen von Wyoming. Und wieder ist es Ang Lee, der in großen Filmbildern von Liebe, Hoffnung und unterdrückten Gefühlen erzählt. Ein stiller, kühler Film, der uns tief ins Herz getroffen hat, mit den wunderbaren Schauspielern Heath Legder und Jake Gyllenhaal.

Der Himmel über der Wüste

Um der Leere in ihrer Liebe und ihrem Leben zu entkommen, flüchtet das reiche Künstlerehepaar Port und Kit Moresby 1947 von New York nach Tanger. Begleitet werden sie von einem Freund, wodurch eine angespannte Dreieckskonstellation entsteht. Gemeinsam und doch allein suchen die drei Spiritualität in der Sahara – der Wüste (dramatisch inszeniert von Regisseur Bernardo Bertolucci), die als Sinnbild für die Leere steht. Das Drama entstand nach Vorlage vom gleichnamigen Roman von Paul Bowles, welcher am Ende selbst im Bild eines der schönsten Zitate der Filmgeschichte spricht.

Garden State
(Bild: Buena Vista International)

Das Regiedebüt von Zach Braff, ansonsten eher bekannt als J.D. in der US-amerikanischen Dramedy-Serie "Scrubs", genießt mittlerweile Kult-Status unter den Indie-Filmen.

Der lethargische, erfolglose Schauspieler Andrew, gespielt von Zach Braff, kehrt in seine Heimatstadt in New Jersey für die Beerdigung seiner Mutter zurück. Dort trifft er alte Schulkameraden wieder und macht Bekanntschaft mit der unschuldigen Sam (Natalie Portman), zu der er eine zärtliche Beziehung entwickelt. Andrews Aufenthalt in New Jersey aka Garden State wird zu einem Prozess der Befreiung von den Bürden der Vergangenheit und seiner Lethargie.

Garden State ist die Umsetzung der besonderen Herbstgefühle in einen Film: melancholisch, rührend und wunderschön.

Love Story

Traurig und schön ist dieser Liebesfilm über ein Pärchen, das sich Klassendenken widersetzt und seine tragisch endende Liebe auslebt. "Love Story" ist einer der erfolgreichsten und profitabelsten Filme der Kinogeschichte, die Filmmusik kennt jeder und wer ihn bis heute noch nicht gesehen hat, sollte die Herbstzeit nun dafür nutzen!

Frances Ha

Frances ist immer in Bewegung, sie rennt und tanzt durch die Straßen New Yorks. Doch trotz ihrer ständigen Bewegung ist sie wie gelähmt und noch auf der Suche nach ihrem Platz im Leben. Wir sehen ihr im Film dabei zu, wie komisch, aber auch tragisch das Erwachsenwerden manchmal sein kann. Nach Frances Ha fühlt ihr euch ein bisschen weniger schlecht, wenn mal nicht alles so läuft, wie ihr es euch vorstellt.

Meerjungfrauen küssen besser

Massachusetts, 1963: Rachel Flacks (Cher) zieht mit ihren beiden Töchtern Charlotte (Winona Ryder) und Kate (Christina Ricci) in eine Kleinstadt in Neuengland. Es ist bereits ihr 18. Umzug. Die unkonventionelle Mrs Flacks hält es nämlich nicht lange an einem Ort aus. Ihre 15-jährige Tochter Kate verachtet den flippigen Lebensstil ihrer Mutter und flüchtet sich in den katholischen Glauben. Bis sie sich verliebt...

Der Film wurde 1990 in der herbstlichen Kulisse an der amerikanischen Nordküste gedreht. Stimmungsvoll, schräg und toll besetzt!

Good Will Hunting

In Will Hunting, einem jungen Halbkriminellen, schlummert ein mathematisches Genie, das durch Zufall entdeckt wird. Aber trotzdem muss er das lernen, was man nicht berechnen kann: Vertrauen und Liebe in der Freundschaft.

Regisseur Gus van Sant zeigt die Charaktere hautnah, ungeschminkt und lebendig. Matt Damon und Ben Affleck spielen nicht nur die Hauptrollen, sondern haben auch das Drehbuch zum Film geschrieben – wofür sie einen Oscar bekamen. Nicht zu vergessen: Robin Williams als glänzender Nebendarsteller, der für seine Rolle ebenfalls mit dem Oscar ausgezeichnet wurde.

Club der toten Dichter

Wie kaum ein anderer Klassiker transportiert "Dead Poets Society" das Gefühl von Herbst im Film. Aufgenommen auf dem herbstlich-bunten Gelände eines Elite-Internats, erzählt der Film von einem Lehrer, der seinen Schülern in den konservativen Zeiten der 1950er einen anderen Zugang zur Welt zeigt. Durch Literatur ermutigt John Keating (Robin Williams) die Jungs, sich zu Freidenkern zu entwickeln und das Leben auf unkonventionelle und poetische Weise zu betrachten. Doch diese Lebensweise gefällt der Schulleitung nicht wirklich...

Rushmore

Und wie könnte man eine Herbstfilmliste besser beenden als mit einem Wes-Anderson-Streifen!? In der Dramödie "Rushmore" freunden sich der lausige – aber dafür in außerschulischen Aktivitäten sehr engagierte – Schüler Max Fischer (Jason Schwartzman) und der deprimierte Geschäftsmann Herman Blume (Bill Murray) an. Doch als sich die beiden in dieselbe Frau verlieben, bricht ein wahnwitziger Kleinkrieg aus. Die sepia-artigen Farben, Bill Murray und die thematisierten Lebens- und Liebesnöte machen Rushmore perfekt für den kuscheligen Filmabend auf der Couch.

Mediasteak x bento

MediasteakAnne und Laura von Mediasteak zeigen, was in den Mediatheken steckt. Jeden Freitag empfehlen sie die besten Spielfilme, Dokumentationen und Serien bei bento.


Gerechtigkeit

Krawalle im "Dschungel von Calais" – Montag will die Polizei das Lager räumen
Was ist passiert?

Ab Montagmorgen will die französische Regierung das umstrittene Flüchtlingslager in Calais räumen. Einen Tag vor der Räumung hat es Auseinandersetzungen zwischen Bewohnern und der Polizei gegeben. Aus einer Gruppe von etwa 50 Personen heraus wurden offenbar Steine auf Sicherheitskräfte. Die Polizei hat Tränengas eingesetzt. Das ist auch auf Fotos aus dem Lager zu erkennen. (Tagesschau)

Klick dich hier durch die Fotos von den Auseinandersetzungen: