"Scream" und "Scream Queens" im Serien-Showdown

Halloween, Zeit sich zu gruseln. Deshalb stellen wir mit "Scream" und "Scream Queens" zweimal leicht verdaulichen Horror vor.

Welche Serie in euren Filmabend passt? Hier kommt der Serien-Showdown in der Halloween-Edition:
(Bild: Giphy )
Runde 1: Der Plot-Check

"Scream" beginnt mit der Ermordung von High-School-Schülerin Nina (Bella Thorne). Es ist der Auftakt zu einer Mordserie, die die kleine Stadt Lakewood erschüttert und Erinnerungen an vergangene Bluttaten weckt. Als der Killer sich auf sie fixiert, versucht Ninas Freundin Emma (Willa Fitzgerald), das düstere Geheimnis der Stadt zu lüften.

Screeeeeeeeeeeeaaaaaam! So sieht die Serie aus:
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In "Scream Queens" treibt ein Killer im roten Teufelskostüm sein Unwesen auf dem Campus der Wallace University. Campus-Königin Chanel Oberlin (Emma Roberts) hat allerdings ganz andere Probleme: Einem Beschluss von Dekanin Munsch (Jamie Lee Curtis) zufolge muss ihre elitäre Studentinnenverbindung alle Bewerberinnen aufnehmen – auch solche wie die linkische Hester (Lea Michelle). Das zu verhindern, ist Chanel mindestens ebenso wichtig wie am Leben zu bleiben.

Die "Scream Queens" zwischen Campus und Horrornacht:
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Die Runde geht an...

..."Scream Queens". Beide Serien bringen Slasher-Horror in Serie, "Scream Queens" wartet aber mit einer kreativeren Prämisse auf. 1:0!

Im Video: Der Trailer zu "Scream Queens"
Runde 2: Der Stimmungs-Check

"Scream" bietet Folge für Folge blutigen Slasher-Horror. Was sonst in einen Kinoabend gepresst wird, ist über eine ganze Staffel gestreckt. Doch mit der gewonnenen Zeit weiß die Serie leider wenig anzufangen. Statt die Charaktere weiter zu entwickeln oder sich dem Geheimnis des Killers zu widmen, versucht "Scream" es mit Selbstironie.

Verantwortlich dafür ist der 18-jährige Noah (John Karna), ein selbsternannter Horror-Experte, der die Serie aus dem Off kommentiert und sich über die Klischees des Genres lustig macht. Das Problem: "Scream" weist dieselben Schwächen auf, die der Erzähler kritisiert, so dass die wenigsten Pointen zünden.

Im Trailer: Der Trailer zu "Scream"

"Scream Queens" ist halb Slasher-Horror, halb College-Komödie. Dem Drama um die Studentenverbindung Kappa Kappa Tau wird genauso viel Zeit eingeräumt wie dem Killer, der die Universität terrorisiert.

Es kommt vor, dass die Verbindungsschwestern in einer Folge alle möglichen Tricks anwenden, um eine unliebsame Bewerberin zu vertreiben, nur um am Ende mit ihr zusammen vor dem Killer zu fliehen. Üblicherweise muss in jeder Folge auch wenigstens einer der Charaktere dran glauben – "Scream Queens" ist nicht zimperlich, wenn es um das Vergießen von Kunstblut geht.

Die Runde geht an...

..."Scream Queens". Der durchgeknallte schwarze Humor ergänzt die Slasher-Story erstaunlich gut. Die bemühten satirischen Ansätze in "Scream" können da leider nicht mithalten. 2:0.

Schöner kreischen mit "Scream Queens"(Bild: Giphy )
Runde 3: Der Besetzungs-Check

Der Cast von "Scream" hat ein Problem: Man kann es kaum erwarten, dass sie alle ins Gras beißen, denn die Hauptfiguren sind eindimensional und noch dazu furchtbar unsympathisch.

Über Nina, das erste Opfer des Killers, erfahren wir zunächst nur, dass sie Mitschülerinnen online mobbte. Ihre Freunde trauern kaum um sie. Das liegt vielleicht auch daran, dass ihre Freunde selbst ziemliche Arschlöcher sind: Die Clique besteht aus stereotypen "coolen Kids", die andere niedermachen.

Heldin Emma ist nicht wirklich besser. Sie schüttelt zwar den Kopf über das Verhalten ihrer Freunde, schreitet aber nicht ein. An einer Stelle fragt sie sich selbst ernsthaft: "Muss man denn seine Schulfreunde mögen?". Sympathiepunkte beim Zuschauer gibt es so nicht.

(Bild: Giphy )

Mit Jamie Lee Curtis als Dekanin hat "Scream Queens" eine Ikone des Horror-Genres an Land gezogen, die mit smarter Raubeinigkeit überzeugt. Auch Lea Michelle, bekannt aus "Glee", kommt als liebenswert-nervige Hester gut rüber.

Am meisten Spaß macht aber Emma Roberts als Chanel Oberlin, die selbsternannte Königin von Kappa Kappa Tau. Wer ihr Zimmer betritt, ohne anzuklopfen, hat sich selbst zu ohrfeigen, und wer ihre absurd komplizierte Getränkebestellung nicht hinkriegt, muss damit rechnen, auf ihr Drängen hin gefeuert zu werden. Chanel überzieht das Klischee der zickigen Schönheit bis aufs Äußerste.

Fast alle Charaktere in "Scream Queens" sind überzeichnet, allerdings macht diese Überspitzung sie erst wirklich interessant. Der Horror-erfahrene Zuschauer weiß natürlich, dass der anfangs riesige Cast schnell durch den Killer dezimiert werden wird. Die wenigsten seiner Opfer vermisst man – aber zumindest eine Handvoll Charaktere schließt man schnell ins Herz.

Die Runde geht an...

... "Scream Queens“, schon wieder. Während die Charaktere in "Scream" nur zu existieren scheinen, um dann gleich niedergemetzelt zu werden, haben die in "Scream Queens" ein echtes Leben, an dem man gern teilnimmt. 3:0!

Der Cast von "Scream Queens"(Bild: Getty Images/Jason Merritt)
Runde 4: Der Suchtfaktor

Sowohl "Scream" als auch "Scream Queens" arbeiten nach den Konventionen des Slasher-Genres. Das heißt: Niemand ist sicher, niemand ist ganz vertrauenswürdig, und nichts ist, wie es scheint. Beide Serien lassen regelmäßig Charaktere über die Klinge springen; beide nutzen die letzten Minuten einer Folge gern für schockierende Enthüllungen, und beide sind wirklich gut darin.

Die Runde geht an...

... beide, die Serien sind absolut bingewatch-fähig. 4:1!

Runde 5: Der Background-Check

Bei "Scream" handelt es sich um eine Neuauflage der beliebten Horrorfilm-Reihe. Die Serie schließt allerdings nicht an die Filme an. Die Serie wurde von Jill Blotevogel, Jay Beattle und Dan Dworkin fürs Fernsehen entwickelt. Dworkin schrieb zuvor zum Beispiel für "Revenge" oder "Criminal Minds", kennt sich also aus mit Rache-Geschichten.

"Scream Queens" ist das neueste Baby von Ryan Murphy und Brad Falchuk, die mit "Glee" und "American Horror Story" bereits zwei riesige Serien-Hits landen konnten.

Mit "Scream Queens" haben sie auch noch einiges vor. Die Serie ist, ähnlich wie "American Horror Story", als Anthologie angelegt. Das heißt: Schauplätze und Charaktere ändern sich von Jahr und Jahr. So lässt die Serie in der zweiten Staffel das Uni-Milieu hinter sich und wechselt in ein Krankenhaus. Allerdings sind auch hier einige Überlebende aus dem ersten Jahr wieder mit von der Partie.

Der Slasher-Klassiker gegen den bunten Newcomer – wer überlebt?

Die Runde geht an...

... "Scream Queens"!

And the winner is...

Ganz klar "Scream Queens" mit 5:1!

Die Idee hinter "Scream" ist gut, aber die Umsetzung lässt zu wünschen übrig. Wer nur ein langgezogenes Blutbad sehen möchte, ist hier gut beraten; allen anderen ist "Scream Queens" zu empfehlen. Der Spagat zwischen überdrehter Comedy und blutigem Horror ist nicht einfach – hier gelingt er perfekt.

Wo kann ich die Serien sehen?

Die MTV-Produktion "Scream" umfasst zwei Staffeln mit 22 Folgen à 40 Minuten. Am 18. Oktober 2016 wurde ein zweistündiges Halloween-Special veröffentlicht, und auch eine dritte Staffel ist für 2017 bestellt. Die Serie ist aktuell im Programm bei Netflix.

Die erste Staffel der FOX-Serie "Scream Queens" umfasst 13 ca. 45-minütige Folgen. Die zweite Staffel läuft seit September 2016 in der Erstausstrahlung. Die Serie ist unter anderem bei Amazon und Maxdome im Programm.

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