Bild: ProSieben/Martin Ehleben
Halbfinaaaaale, ooohh-eeeh.

Unsere Nacherzählung von "Germany's Next Topmodel" beginnt heute mal mit dem Ende. Denn als quasi schon der Abspann des großen Halbfinales lief, gab es eine überraschende Wendung: Zugpferd Vanessa, die sich mit ihrer Modelerfahrung und ihrem unbändigen Willen bis ins Finale vorgebissen hatte, verließ freiwillig die Show. Sapperlott!

Was Vanessa zu dieser Entscheidung bewegt hat? Eine Schwangerschaft, ein Jobangebot oder die Erkenntnis, dass aus den GNTM-Gewinnerinnen eigentlich meistens nicht so richtig was wird? Das weiß bisher niemand.

Was wir hingegen mit Sicherheit wissen: was sonst noch in Folge 15 von GNTM geschah.

Die Schnellzusammenfassung: 

Im Halbfinale steht mit dem "Harper's Bazaar"-Shooting das "wichtigste", gleichzeitig aber auch das langweiligste Shooting der Show an. Mit Blumenhauben versuchen die verbliebenen fünf Kandidatinnen, die Chefredakteurin der Zeitschrift zu beeindrucken, über die man als Zuschauer nicht viel mehr weiß, als dass sie einen schwer zu buchstabierenden Namen hat und einmal im Jahr ihre Titelseite an die GNTM-Gewinnerinnen vermietet. Die größte Schwierigkeit dabei: in die Kamera zu gucken – eine Fähigkeit, die man von Models nach 15 Folgen klumschen Drill eigentlich schon erwartet hätte.

Ebenfalls kaum gerade gucken können die Kandidatinnen später, als es zur Familienzusammenführung kommt. Drei Boyfriends und zwei Mamas sind angereist, um ihren Freundinnen und Töchtern in diesen schicksalsträchtigen Momenten Halt zu geben.

Weil bei GNTM Freude nie ohne Qual kommt, hält Heidi Klum die Besucher zunächst aber in einem Bastel-Bootcamp fest, von wo sie die Kandidatinnen mit Liebesbriefen und Fotoalben auf eine falsche Fährte locken sollen. Schließlich kommt doch die Erlösung: Boyfriends, Mamas und Models werden vereint.

Viel Zeit zum Reden bleibt allerdings nicht, denn pompöse Roben und Lena Meyer-Landruth warten. Letztere liefert die Musik zum finalen Walk, und hat es dabei im Playback-Modus deutlich leichter als die Kandidatinnen, die grandios mit ihren Outfits kämpfen.

Weil Heidi auch nach 15 Folgen nicht weiß, wer Alicija ist (die mit dem Fahrradhelm! Ist doch klar!), muss diese die Show auf der Zielgeraden verlassen. Bleiben fürs Finale: Simone, Sayana und Cäcilia. Na das kann ja heiter werden.

Der emotionale Höhepunkt: 

Als die Kandidatinnen begreifen, dass in dem XXL-Geschenkkarton vor ihrer Tür kein Opel Adam ist.

Der emotionale Tiefpunkt: 

Als die Models und ihre Besucher und Besucherinnen versuchen, das Haus für "etwas Privatsphäre" unter sich aufzuteilen – und Alicija und ihr Freund den schwarzen Peter, das rundumverglaste Wohnzimmer bekommen.

Die überraschendste Erkenntnis: 

Hinter jeder GNTM-Kandidatin steht ein Mensch, der sie unter Druck setzt.

Der Dialog, der alles sagt: 

Finn, Alicijas Freund: "Du musst 100 Prozent geben beim Laufen!"

Alicija, Finns Freundin: "ICH GEBE 100 PROZENT!"

Der empowerndste Satz: 

"Everyone can say I love you but not everyone can wait for you." Gezeichnet: Sayanas Freund, der vielleicht andere Talente als Liebesdichtung hat.

Das schönste Product Placement: 

Die "sogenannten Ausdauerlutscher", die Alicijas Freund ihrem Care-Paket beilegt. Eine Anspielung auf ihre On-Off-Beziehung, die über Distanzen und Meinungsverschiedenheiten beim Lauftraining hinweg Bestand hat?

Wer kommt aufs Cover der deutschen Harper's Bazaar: 

Zum Ende der Staffel kamen eigentlich nur noch Vanessa und Simone in Frage. Heißt nach Adam Riese: Simmy Sunshine, auch dieser Job geht an dich.

Wer heute eigentlich ein Foto verdient hätte: 

Der Besuch aus der Heimat, der trotz allen Erniedrigungsversuchen von Heidi Klum ("Zieh mal dein T-Shirt aus!" "Erzähl doch noch mal, wie das war mit eurer temporären Trennung!") die Nerven und die Würde bewahrt. Wie gerne hätte man Thomas, den Tierfilmer, in dieser Situation gesehen! Doch der sitzt gemütlich mit Theresia und ihrem Streifenhörnchen auf der Couch.

Drama-Faktor: 

3/10. Vor dem Finale sollten die Spannungs-Regler eigentlich im roten Bereich stehen. Stattdessen nur Langeweile. Da helfen auch keine "Best Of"-Momente oder minutenlangen Nahaufnahmen von unglücklichen Ausgeschiedenen.

Gesamtwertung: 

3/10. Okay, okay, ein bisschen interessant ist es schon, die Partner und Verwandte der Kandidatinnen zu sehen. Der Rest allerdings: gähn.

Die offene Frage: 

Wann gibt es endlich eine Show nur für die GNTM-Boyfriends?


Queer

Linus hat gegen das neue Transsexuellengesetz gekämpft – die Regierung knickt vorerst ein

In Deutschland können Transpersonen immer noch nicht selbst über ihren Körper bestimmen. Ob und wie sie eine Geschlechtsangleichung vornehmen dürfen, regelt seit 1981 das sogenannte Transsexuellengesetz (TSG). Darin steht unter anderem eine Altersgrenze für operative Eingriffe und Regeln, wann jemand seinen Namen ändern darf. Auch unterscheidet das Gesetz nur zwischen Mann und Frau. 

Betroffene und Verbände kritisierten das TSG lange als veraltet und ungenau – die Bundesregierung blieb dennoch jahrelang untätig. Nun sollte plötzlich eine Neuerung her: Horst Seehofers Innenministerium und Katarina Barleys Justizministerium hatten sich auf ein Update geeinigt. 

Doch jetzt wurde die Umsetzung des Transsexuellengesetzes ausgesetzt – wohl auch, weil Betroffene in den vergangenen Tagen Lärm gegen den Entwurf gemacht haben.

Einer, der sich besonders stark engagierte, ist Linus Giese. Linus schreibt auf seinem Blog Buzzaldrins Bücher über Literatur, die ihm besonders wichtig ist – aber auch über sein Leben als trans Mann. Zum geplanten Gesetz sagt er zu bento: