Die 14. Staffel von "Germany’s Next Topmodel" läuft inzwischen seit drei Wochen und nachdem die Mädels in der vergangenen Folge auf einer österreichischen Alm übernachteten, ziehen sie nun in eine Luxusvilla in Los Angeles. Nichts anderes steht ihnen zu – finden sie: "Wir waren einfach in einer Hütte! So krass, wir haben das wirklich verdient!" Wow, stimmt, heftig.

Falls du die Hüttenromantik verpasst hast, kannst du den Schnellcheck hier nachlesen. 

Los geht's mit der Schnellzusammenfassung von "Germany's Next Topmodel 2019", Folge 4:

Heidi nimmt die Mädels mit in ihre Heimatstadt L.A. Zwei sind allerdings nicht mit in die USA gekommen: Kim hat die Show freiwillig verlassen (Heidi: "Sie hatte einfach große Sehnsucht nach ihrem Freund"), Joy muss in Deutschland noch "etwas Wichtiges erledigen" und kommt dann eventuell nach. Aha. 

Die beiden verpassen einiges, denn in Folge 4 haben Heidis “Mädchen” ihr erstes großes Interview, werden in Hartschalen-Kleidern auf den Laufsteg geschoben und hüpfen als Alien-Stewardessen vom Mond. 

Der Dialog, der alles sagt: 

Heidi: "Ich kann in meinem Outfit auch kaum sitzen, aber ich liebe Fashion. Wir lieben beide Fashion, oder?"

Theresia: "Ja, total, ich liebe auch Fashion!"

Alles klar, same here, denkt man sich in Schlabberhose auf dem Sofa, das Nutellaglas im Schoß.

Der emotionale Tiefpunkt: 

Es entsteht schon eine gewisse innere Leere, wenn man dabei zusieht, wie sich die Hälfte der Frauen auf eine Garage voller Gratisklamotten stürzt, während der Neid der anderen Hälfte den ersten großen Dramamoment hervorbringt. 

Der emotionale Höhepunkt: 

Tatjana erzählt der "Bunte"-Redakteurin unter Tränen davon, wie ihre Familie sie durch den Prozess ihrer Geschlechtsangleichung begleitet und unterstützt hat.

Der empowerndste Satz: 

"Ich möchte als Catharina gelten!" 

Die 19-jährige Catharina ist die Freundin von Fußballprofi Felix Götze und wehrt sich gegenüber der Reporterin gegen das Image der Spielerfrau. Sie will nicht über ihren Freund, sondern für ihre eigene Arbeit identifiziert werden. 

Die überraschendste Erkenntnis...

...kommt von Modedesignerin Marina Hoermanseder. Mit Blick auf den bevorstehenden Walk sagte sie verheißungsvoll: "Nervosität wird ihnen das Bein stellen." Komisch, wir hatten den Eindruck, das erledigen die Kleider.

(Bild: Giphy )

Das schönste Product-Placement:

Die alltagstauglichen Lederkleider von Marina Hoermanseder. Wer nach dieser Folge nicht als Matrjoschka-Puppe oder lebensgroßer Bonbon durch die Welt wandeln möchte, dem kann selbst Heidi wohl nicht mehr helfen.

Wer fliegt als Nächstes raus:

Wenn es nach den Frauen geht, vermutlich Joy, die in der nächsten Folge offenbar wieder dabei ist. Schließlich hat sie die erste Woche L.A. einfach ausgesessen und ist somit der gefährlichen Kein-Foto-Situation durch reine Abwesenheit entkommen. Wir wussten bisher nicht, dass das geht, finden es aber die beste Strategie.

Wer kommt aufs Cover der deutschen "Harper's Bazaar": 

Noch wenige Wochen Krankmeldung und Joy hat den Spot sicher.

Wer heute eigentlich ein Foto verdient hätte: 

Simone. Sie hat zwar eins vom Weltraum-Shooting bekommen, sollte aber definitiv noch eins von dem Moment kriegen, als sie im Bonbon-Outfit versuchte, den Kopf weit genug herauszustrecken, um sich vor Heidi für ihren Gratisklamotten-Neid zu rechtfertigen. Auf solche Extremsituationen blickt man am Ende des Lebens zurück.

Drama-Faktor:

7/10. Als Sarah während des Presse-Interviews Simone attackierte, hatten wir schon die Bestnote gezückt. Danach flachte die Dramakurve allerdings wieder ab, der Höhepunkt blieb nach dem ersten Drittel unerreicht. Da geht noch was. 

Gesamtwertung: 

8/10. Klatsch-Headlines, Weltraum-Shooting und eine beginnende Lagerbildung um Sarah und Simone – sehr nah an GNTM-Perfektion.

Die offene Frage: 

Kann hier jemand Lippen lesen? Es müsste bitte mal übersetzt werden, was genau Simone denn nun über die anderen *piiieeeep* gesagt hat. 


Gerechtigkeit

Wie Amazon an "Fridays for Future" verdient
Das Geschäft mit dem Protest-Merchandise

Bei "Fridays for Future" gehen Zehntausende Schülerinnen und Schüler auf die Straße, bestreiken die Schule und protestieren für mehr Klimaschutz. Auf Amazon gibt es die passenden Protest-Shirts. Es sind Dutzende, sie kosten zwischen 14 und 18 Euro. 

In den Renzensionen zu einem "Fridays for Future"-Shirt finden wir diesen Eintrag. Ein Peter schreibt: