Wenn man Spaß hat, vergeht die Zeit wie im Flug. Wenn man "Germany's Next Topmodel" guckt, vergeht die Zeit wie bei einem Flug von Frankfurt nach Los Angeles, bei dem das Kleinkind aus Reihe 5 einfach nicht aufhören will zu schreien. 

Die 14. Staffel ist mittlerweile 9 Folgen alt. 15 sind es insgesamt. Es ist also bald geschafft! 

Was in Folge 9 von GNTM 2019 alles passiert ist, kannst du hier in unserem Speed-Check nachlesen.

Die Schnellzusammenfassung: 

In dieser Woche holt sich Heidi Klum Unterstützung von Entertainment-Gott Thomas Gottschalk. Die Kandidatinnen sollen auf der Bühne vor einem Live-Publikum eines ihrer Talente vorstellen. Bei den ersten Kandidatinnen macht sich Panik breit. Einige behaupten sogar, sie hätten kein Talent, Thomas Gottschalk überzeugt sie vom Gegenteil.

Bevor es aber vors Publikum geht, müssen die Kandidatinnen erst einige Castings und Shootings absolvieren. Mit dabei: Schlangen. Und Simone, die von ihren Mitstreiterinnen unterschwellig mit ihnen verglichen wird.

Der Dialog, der alles sagt:

Justine läuft mit leicht gequältem Gesichtsausdruck über den Catwalk. Heidi findet das nicht so gut:

"Dieser Spaß, den kann ich immer nicht erkennen. Das sieht aus wie Pflichtarbeit bei dir."

"Aber ich HABE Spaß." 

Der emotionale Tiefpunkt:

Während des Shootings wird es schlagartig still. Ist mein Fernseher kaputt? Ich greife panisch zur Fernbedienung. Bevor ich einen der Knöpfe drücken kann, schaut Heidi schockiert in die Kamera – und spricht. Der Ton ist wieder da. Aber was ist passiert? Der Fotograf schreit nicht rum, wie er es sonst immer tut, sagt Heidi. Es bedrückt sie. Die Stimmung kippt. Kandidatin Lena begeistert einfach nicht. Tränen fließen.

Der emotionale Höhepunkt: 

„Melancholic Paradise“ von Tokio Hotel ertönt zum 500. Mal in dieser Staffel und Simone überwindet mal wieder verdächtig schnell ihre Ängste.

Der empowerndste Satz: 

"Auch eine Vanessa kann an irgendetwas scheitern – ich weiß aber noch nicht, woran." – Vanessa

Die überraschendste Erkenntnis: 

Männer sind Dompteure und Frauen sind "sexy Dompteurinnen". 

Das schönste Product-Placement: 

Das Shampoo, das für Thomas Gottschalks seit über 30 Jahren perfekt sitzende Mähne verantwortlich ist.

Wer fliegt als Nächstes raus: 

Lena. Am Anfang noch eine der Favoritinnen, in Woche 9 DIE Wackelkandidatin. Und das zu Recht – wer ein Lied von Britney Spears so verunstaltet, sollte am besten noch gestern im Flieger nach Deutschland sitzen. 

Wer kommt aufs Cover der deutschen Harper’s Bazaar: 

Keine der Kandidatinnen konnte in dieser Woche so richtig überzeugen. Wer sicher nicht aufs Cover kommt, steht dagegen schon fest: Justine. Die musste ihre Perücke nehmen und die Villa verlassen. 

Drama-Faktor: 

2/10. Die üblichen Verdächtigen haben Tränen vergossen, geschlagen wurde auch niemand und Simone hat mal wieder eine Angst besiegt. Eine Folge, die sich als Einschlafhilfe eignet. 

Gesamtwertung: 

2/5. Trotz Bühnenperformance der Kandidatinnen, einer etwas zu selbstsicheren Vanessa, ein paar Schlangen, die lieber irgendwo anders gewesen wären, und Thomas Gottschalk, reicht es nicht einmal für die Hälfte der Punkte. Das geht besser. 

Die offene Frage: 

Wurde das Livepublikum von Heidi bezahlt oder erpresst?


Gerechtigkeit

Nach Massenprotesten tritt Algeriens Präsident zurück – diese Hoffnungen haben junge Algerier jetzt
Wir haben mit zwei Menschen gesprochen, die auf die Straße gegangen sind.

Hunderttausende gingen wochenlang in Algerien auf die Straße. Seit 20 Jahren regierte Präsident Abdelaziz Bouteflika das flächenmäßig größte Land Afrikas mit autoritären Mitteln. Als er im Februar ankündigte, auch noch für eine fünfte Amtszeit kandidieren zu wollen, reichte es der Bevölkerung. Es fanden Massenproteste statt – trotz des Demonstrationsverbots. (SPIEGEL ONLINE)

Vor drei Wochen hieß es dann, Bouteflika wolle nun doch nicht noch einmal antreten. Die Bevölkerung forderte trotzdem seinen Rücktritt, noch vor den Wahlen im April. Am Dienstag schließlich, nachdem am Wochenende in der Hauptstadt Algier eine Million Menschen auf die Straße gegangen waren, erklärte Bouteflika seinen sofortigen Rücktritt.

Doch was ändert sich damit tatsächlich in Algerien? 

Schon lange hatte Bouteflika selbst wohl kaum noch die Fäden in der Hand. Seit einem Schlaganfall 2013 sitzt der 82-Jährige im Rollstuhl und kann kaum sprechen. In den vergangenen Jahren zeigte er sich selten in der Öffentlichkeit.

Stattdessen wird das Land von einem Netzwerk aus Politikern, Generälen und Geschäftsleuten regiert, genannt "le pouvoir" – die Macht (SPIEGEL ONLINE). Bislang konnten sich diese wohl nicht auf einen Nachfolger von Bouteflika einigen, weshalb seine geplante fünfte Amtszeit zunächst auch noch von ihnen unterstützt wurde. Doch schließlich erreichte der Druck der Bevölkerung auch die mächtigen Militärs: Stabschef Ahmed Gaid Salah forderte vor wenigen Tagen die Absetzung des Präsidenten.

Dass Bouteflika selbst schon lange nicht mehr die Fäden in der Hand hielt, weiß auch die Bevölkerung: Sie forderte zuletzt nicht bloß den Rücktritt des Präsidenten – nein, die gesamte politische Elite solle abtreten.

Aber wie wahrscheinlich ist das? Und besteht nicht die Gefahr, dass es in Algerien zu ähnlichen Problemen kommt wie im Nachbarland Libyen? Dort hatten die Demonstrationen im Zuge des Arabischen Frühling 2011 zu einem Bürgerkrieg geführt. Auch nach der Entmachtung und Tötung des Machthabers Muammar al-Gaddafis kam das Land nicht zur Ruhe – bis heute.

Wir haben mit zwei jungen Menschen aus Algerien gesprochen, die sich an den Protesten beteiligt haben – darüber, welche Hoffnungen auf echte Veränderungen sie jetzt haben und ob sie weiterhin auf die Straße gehen wollen.

Aymen, 21, Student aus Skikda