Wer ist sehr stark geschminkt und hat einen starken Hang zu Drama? Nein, gemeint sind nicht die Kandidatinnen bei Germany's Next Topmodel, sondern Drag Queens. In Folge 13 wurden bei der "Drag Edition" gleich vier von denen in der Modelvilla ausgesetzt, um endlich mal wieder Schwung in die Kiste zu bringen. Ob das gelungen ist, erfahrt ihr in unserem Schnellcheck.

So war die 13. Folge von GNTM:

Die Schnellzusammenfassung:

Weil Heidi sich wünscht, dass die in dieser Staffel wirklich sehr trantütig geratenen Jungmodels mal so richtig aus sich rauskommen, studieren sie diese Woche mit vier Drag-Künstlerinnen ein Tänzchen ein. Der Plan geht so mäßig auf, dafür kommen beim Fotoshooting große Gefühle auf. Das findet nämlich auf einem Fahrrad in zehn Metern Höhe statt. 

"Muss das sein? Könnte man da nicht stattdessen irgendwas mit Photoshop machen?" fragt sich der Zuschauer, erinnert sich aber sogleich daran, dass die luftigen Höhen eine hervorragender Anlass für ein paar Tränen von Schneeflöckchen Simone sind.

Erfreuter als über den Drahtseilakt ist die über den dieswöchigen Gastjuror, Bill (nicht Tom!) Kaulitz. Der hat einen Job zu vergeben, erforderliche Fähigkeiten: Kaugummi-Kauen und in seinen fürchterlichen selbstdesignten Klamotten gut aussehen. Simone beherrscht beides, gewinnt, und sorgt für saure Schnuten rundherum.

Noch mehr schlechte Stimmung gibt es beim Drag-Finale. Die Choreo sitzt nicht, der Text erst recht nicht. Hätte man ihnen vorher auch sagen müssen, finden die Models, dass man den lernen muss zum Mitsingen. Am Ende fliegt Tatjana – sie kann Cher einfach nicht glaubwürdig verkörpern, obwohl (oder vielleicht weil?) sie aus Leipzig kommt, genau wie Bill (und damit auch Tom!).

Der Dialog, der alles sagt: 

Die Aretha Franklin-Darstellerin versucht vergeblich, Alicija und Sayana aus sich heraus zu locken.

Sie: "Where’s your energy?"

Alicija: "Energy?"

Der emotionale Tiefpunkt: 

Die Höhenangst-geplagte Simone muss aufs Schweberad. Die Tränen purzeln nur so ihr Gesicht herunter, sie zittert, hyperventiliert. Heidi zeigt keinerlei Gnade, "Geh einfach hoch und rock das Ding!", ruft sie, während der Kran Simone in die Höhe zieht. Es ist, als würde man ein totes Rennpferd anfeuern, loszulaufen.

Der emotionale Höhepunkt: 

Als Simone ihre Angst dennoch überwindet. "Nice", findet der Fotograf. Falsches Miststück, finden alle anderen. Aber die fragt halt keiner.

Der empowerndste Satz: 

"Man muss einfach nur schön aussehen, dann kann man alles überwinden."

Falls sich irgendjemand fragt, warum Cäcilia immer noch in der Show ist.

Das schönste Product Placement: 

Bill Kaulitz verkauft nicht nur sich selbst, sondern auch Klamotten. Sein Label trägt den Namen "Magdeburg Los Angeles", kurz: MDLA (ein bisschen wie die Droge, ihr wisst schon, hehe), die Mode besteht primär aus Absperrband und beim Telefonieren vollgekritzelten Hemdchen. Weil die Kaulitze inzwischen aber Familiensache sind, wiederholt Heidi schön oft den Namen und verhilft den Fummeln zu ausreichend Screentime, um die Verkäufe in der Zielgruppe etwas anzukurbeln.

Die überraschendste Erkenntnis: 

Wenn Rot und Grün sich mischen, ergibt das auch bei Kaugummis keine schöne Farbe.

Wer fliegt als Nächstes raus: 

Caro. Dieses Mal wirklich. Denn Heidi hat sie für die nächste Folge zum Shoot-Out geladen, ausgerechnet gegen Sarah – und die kann unmöglich gehen, dafür sorgt sie für zu viel Stress in der Gruppe.

Wer kommt aufs Cover der deutschen Harper's Bazaar: 

Es könnte eigentlich jede sein. Wenn man sie so schminkt wie heute, macht das sowieso keinen Unterschied.

Wer heute eigentlich ein Foto verdient hätte: 

Das Britney-Double Derrick Barry, das fitter, schöner und netter ist als Britney selbst zu ihren besten Zeiten.

Drama-Faktor: 

Darf ich Kaugummi kauen oder darf ich nicht? Wenn das der spannendste Moment der Folge ist, sind wir bei einer klaren 2/10 angelangt.

Gesamtwertung: 

3/10, Maximum. Zwei davon wegen Bill Kaulitz.

Die offene Frage: 

Woher hätten sie denn wissen sollen, dass sie singen müssen? WOHER?


Today

Dieser Instagram-Account zeigt den Holocaust aus der Selfie-Perspektive

Ein junges Mädchen hält stolz ihre neuen Schuhe in die Kamera. Sie tanzt mit ihrer besten Freundin, Hashtag BFF. Wenn sie nicht schlafen kann, redet sie in ihr Handy und teilt es mit der Welt. Auf Instagram sieht Evas Leben aus wie das jeder anderen 13-Jährigen. Bis die Nazis ihre Heimatstadt einnehmen – und ihre Insta-Storys düster und dramatisch werden.

Der Account "Eva Stories" erzählt die Geschichte eines jungen Mädchens während des Holocausts so, als ob es damals Smartphones und Instagram gegeben hätte. 

Knapp 30 Story-Highlights, also zusammgengehörende Sequenzen von Videos und Bildern, zeigen Evas Tage von ihrem 13. Geburtstag bis zur Deportation nach Auschwitz. Und tausende Menschen schauen zu.