The day the music died – so hätte Folge Nummer 10 von Germany's Next Topmodel auch heißen können. Stattdessen hieß sie einfach nur "Music Edition", und nach Thomas Gottschalk war diese Woche ein anderer, viel besserer Thomas als Gastjuror mit dabei, Thomas Hayo nämlich, und den mag ja wohl jeder. 

Wie die zehnte Folge GNTM so ablief und wer es in die Top 10 geschafft hat: Lest ihr hier ofenfrisch in unserem Speed-Check.

Die Schnellzusammenfassung: 

In Los Angeles tanzen heute die Puppen – gesteuert von einem alten Bekannten, Thomas Hayo. Wie jeder weiß, ergibt "Tanzen" und "junge Frauen mit sehr langen Beinen und sehr hohen Schuhen" ein extrem großes Fremdschämpotenzial. Um das noch etwas in die Höhe zu treiben, garniert Thomas H. sie mit Schulterpolstern und Schmalztollen und lässt sie "Saturday Night Fever“ nachtanzen. Schon früh wird klar: Dies wird wieder ein abendfüllender Akt des Dramas "Simone gegen eigentlich alle".

Vor einem XXL-Schallplattenspieler kommt es schließlich zum Showdown, die Mädchen sollen jeweils eine Person nennen, die "es nicht verdient hat, in die Top 10 zu kommen". Nominiert werden, Überraschung, Simone und Caroline (das ist die, die nie gezeigt wird). Stattdessen erwischt es dann aber Theresia, ein eindeutiges Bauernopfer – obwohl, vielleicht nicht ganz.

Der Dialog, der alles sagt: 

Als Theresia ihr Solo tanzt und dabei wirkt wie eine ferngesteuerte Mischung aus einem Nussknacker und Helge Schneider, kann Heidi Klum ihren Augen kaum trauen.

Heidi: Die veräppelt uns.

Thomas: Die veräppelt uns nicht.

Heidi: Die veräppelt uns.

Thomas: Die veräppelt uns nicht.

Heidi: Die veräppelt uns.

Thomas: Die veräppelt uns nicht.

Der emotionale Tiefpunkt: 

Simone wird die ganze Folge über schwer zugesetzt. Doch den Gipfel erreichen die Gemeinheiten, als sie – trotz Krankheit und Verletzung – den Dancefloor komplett abbrennt, die anderen Mädchen aber doch wieder nur misstrauische Nachfragen parat haben. "Und keiner sagt mal: Du hast coole Moves gemacht", schluchzt Simone. Kein Wunder, dass ihr Vorsatz am Ende der Sendung lautet: "Ich mach gar nichts mehr für diese Menschen." Schon gar keinen Spagat.

Der emotionale Höhepunkt: 

Heidi sieht Thomas, Thomas sieht Heidi, es ist eindeutig Liebe, oder zumindest eine Form davon, die nur in der Eingangstür von Schmink-Wohnwagen stattfindet und bei dem die eine Person die andere irgendwann verlässt, weil sie mehr Werbung machen will.

Der empowerndste Satz: 

Simones Lebensphilosophie, die eigentlich auch als Wandtattoo in jede Studentenbude passen würde: 

"Ich mach meistens weniger, außer wenn's drauf ankommt, dann mach ich viel."

Das schönste Product Placement: 

Saturday Night Fever, Schallplatten, David Bowie: Wir wissen nicht, wer dahinter steckt – aber irgendjemand will eindeutig die Siebziger wieder groß machen.

Die überraschendste Erkenntnis: 

Wie einfühlsam Heidi Klum mit der mobbing-gebeutelten Simone und der ausgeschiedenen Theresia umgeht. Liegt's an der immer noch frischen Liebe zu Tom Kaulitz – oder wird die knallharte Heidi auf ihre alten Tage doch noch butterweich?

Wer fliegt als Nächstes raus: 

Da nehme ich heute den Publikumsjoker. (Aber nicht wieder Simone sagen! Die wird es eh nicht!)

Wer kommt aufs Cover der deutschen Harper's Bazaar: 

Ehre, wem Ehre gebührt: Vanessa ist einfach eine Maschine. Bei einem Casting in Amsterdam begegnet sie einem Fotografen, der sie erst frech nennt und dann nicht mal fürs Shooting bucht, in L.A. ist da dann "Thomas Mayo", der ihre Performance als "Comedy" schmäht. Vanessa sieht das mal wieder alles als Chance, networkt im Hintergrund und bedankt sich für jede noch so große Beleidigung.

Wer heute eigentlich ein Foto verdient hätte: 

Thomas. Fucking. Hayo. Kaum ist er wieder da, ist sofort alles wie früher: ein Arm um den Schultern der jungen Mädchen, sein fluffiges Haar in der Kamera, ein Anglizismus auf den Lippen. Wie kein anderer verrührt er Englisch und Deutsch, genießt den Dreh des "Commercials" mit den "Talents", oder auch: "Girls". "I wanna see swagger, it's a one-taker" – bei Thomas wird alles zur Sprachgrenzen überschreitenden Poesie.

Drama-Faktor: 

8/10. Vom verdächtigen Verschwinden von Cäcilias High Heels bis zum gegenseitigen Raus-Voting: Prosieben hat für diese Folge von vorn bis hinten wirklich alle Tricks bemüht. Und es wirkt. 

Gesamtwertung: 

7/10. Night Fever, Night Fever. Nach einigen überaus schwachen Folgen tanzen sich Heidi und die Mädels wieder nach oben. 

Die offene Frage: 

"Kennst du John Travalto?"


Fühlen

Frauen, "Sorry, ich habe einen Freund" ist einfach keine gute Abfuhr

Wenn ich früher von einem Typen auf der Straße oder der Tanzfläche angegraben wurde, habe ich meistens mit der typischen Standard-Abfuhr reagiert: "Sorry, ich habe einen Freund". Damit bin ich nicht die einzige. Die meisten meiner Freundinnen reagieren auf ungewollte Anmachversuche so.

Diese Ausrede ist viel unkomplizierter und einfacher, als zu sagen 'Ich steh einfach nicht auf dich' oder 'Ich habe gerade einfach keine Lust auf dich'. Der Vorteil: Ich komme schnell aus dieser unangenehmen Situation wieder heraus, er wird nicht verletzt und muss auch nicht beleidigt reagieren.

Der Nachteil: Mit einem erfundenen Freund mache ich mich nur klein. Denn warum sollte ich meine Interessen und meine Bedürfnisse über einen Mann definieren, der nicht einmal existiert? 

 Wie ich heute auf ungewollte Anmachen reagiere, siehst du oben im Video.