Bild: ProSieben/Richard Hübner

Diese Woche nahm Heidi Klum ihre "Mädels" mit auf die Alm. Die Crux dabei: Es war das erste Shooting mit einem männlichen Model – das bedeutet Stress im GNTM-Universum. Was genau abging, erfährst du im Speed-Check zur dritten Folge. Aber nicht nur die Models rasteten aus, auch Twitter war wieder on fire!

Hier sind die besten Tweets zu dritten Folge GNTM:

In pinken Bademänten sieht nun mal jeder gut aus!

Vielen Dank für die Schnellzusammenfassung!

Come at me, Bro...

Nein. Doch. Oooohhhh.

Ich habe so viele Fragen...

Ich habe einen Freund!1!11

Wer ist eigentlich der Dude?

Schon in der dritten Folge?!

Hansi <3

Ich liebe Star Trek!


Streaming

Schneeflocken und Männerlocken: Die dritte Folge von GNTM im Speed-Check
"Das ist alles Leo-Nutti-Scheiß!"

Die 14. Staffel "Germany's Next Topmodel" läuft mittlerweile seit zwei Wochen und selbst, wer Heidi Klum und ihre "Mädchen" bis heute tapfer ignoriert hat, kann in der aktuellen Reihe noch problemlos einsteigen. Wichtige Elemente der bisherigen Staffeln (Jurys, Castings) wurden ersatzlos gestrichen, stattdessen gibt es noch mehr Sprüche von Heidi – und viele neue Mädchen.

Wer das Großereignis bislang verpasst hat (oder noch einmal in Nostalgie schwelgen möchte), kann hier  und hier das Wichtigste aus den bisherigen GNTM-Schnellchecks nachlesen.

Die Schnellzusammenfassung von "Germany's Next Topmodel 2019" Folge 3:

Heidi treibt die Models wieder auf die Alm. Wolfgang Joop ist weg, dafür kommen zum "sexy Dessous-Shooting" das angeblich weltweit erfolgreichste Male Model Jordan Barrett und eine namenlose Kuh dazu. Die Mischung aus knapper Bekleidung und alpenländischen Lebensmitteln ("Brooootzeit, Määdels") gefällt nicht allen Kandidatinnen.

Später kommt es zwischen braunen Skipisten zum Showdown im Kunstschnee. Trotz der "eisigen Kälte" fächern sich Heidi Klum und die diesmalige Gast-Jurorin Ellen von Unwerth überraschend oft frische Luft zu. Welche Mädchen dürfen am Ende mit nach L.A.?

Der Dialog, der alles sagt: 

Luna (weinend): Boah. Ich finds halt kein bisschen traditionell. Das ist Leo-Nutti-Scheiß. Ne. Ich kann mich so nicht angucken, ohne dass es wieder hochkommt.

Leonela (extra altklug): Es ist eigentlich so die oberste Regel, wenn du auf nen Job kommst, dass du das machst, was der Kunde will.

Namenloser Typ, der Wäsche verteilt (ratlos): Ja... wir tragen ja alle Wäsche.

Luna: Ich will nicht ohne Wäsche laufen. Aber ich will... nicht dieses nuttige Outfit?

Der emotionale Tiefpunkt: 

Während andere Kandidatinnen noch als Schneeflocken verkleidet durch das Mikroplasti.., äh, den Kunstschnee staksen und anschließend vom braunen Nebensaison-Gipfel gejagt werden, tigert Joy im Unterkleid aufgeregt durchs Alpenhotel und beweist, dass sie wohl endgültig die große Nervensäge dieser Staffel ist: "Digga, wenn ich rausfliege, gä? Ich brauch keine Abschied, ne. Ich sag den Mädels, macht euer Ding. Ich achte auf mich und das wars." Woraufhin andere Kandidatinnen zuverlässig empört in die Kamera sagen: "Boah, wenn die nicht rausfliegt…" - und Joy natürlich nicht rausfliegt.

Der emotionale Höhepunkt: 

Das Shooting auf der Alm, bei dem Heidi Klum Transgender-Teilnehmerin Tatjana erklärt, wie man in Strapsen Kartoffeln schält.

Der empowerndste Satz: 

Die einzig wahre Liebeserklärung von Lunas Freund am Telefon: "Zieh dein Ding durch, Bebo! Du rasierst ohne Schaum."

Die überraschendste Erkenntnis: 

Sieht so die Welt (fast) ohne Männer aus? Das "weltweit erfolgreichste" Male Model Jordan nutzt seine drei kurzen Sätze nur dafür, um sich brav bei der Gastgeberin für den Ausflug auf den "Alpengasthof Sonneck" bei Sölden zu bedanken ("Bam, bam, bam!"). Ansonsten wirkt er, als hätte er sich schon völlig mit einer 40 Jahre langen Karriere als emotional ausgehöhlte Requisite für Frauenzeitschriften-Cover abgefunden. Wolfgang Joop, der zentrale Mann der letzten Folge, hat die Alpen längst wieder verlassen. Die verbliebenen drei bis vier männlichen Wesen, die ab und an durchs Bild stolpern, haben zur Sicherheit erst gar keinen Namen erhalten oder eine Glocke um den Hals. It's a Woman's World, soviel steht fest.

Das schönste Product-Placement:

Die goldene Rettungsfolien-Daunenjacke, mit der Ellen von Unwerth immer aussieht, als hätte sie gerade einen Auto-Unfall überlebt. Die 65-jährige Star-Fotografin trägt den Reflektor für ihre überbelichteten Fotos auf der Alm praktisch 24/7 am Körper. Arg viel mehr kann man sich mit einem Produkt und seiner Botschaft vermutlich gar nicht identifizieren. Vorbildlich! 

Wer fliegt als Nächstes raus:

Enisa. Modeltechnisch eher unauffällig. Und die vier Fremdsprachen (“fließend”) und das Politikstudium (“in Schweden”) sind bei den meisten Zeitschriftencover vermutlich egal. Auch die Erkenntnisse vom Hüttengespräch mit Heidi waren gering (“Das ist nichts, das man sich buchen kann!”). Wenn Youtube-Freund Simon Desue nicht noch mit einem Prank eingreift, wirds langsam eng.

Wer kommt aufs Cover der deutschen Harper's Bazaar: 

Sayana. Obwohl es ihr offensichtlich schwer fiel, in Unterwäsche Männer an Holzhütten zu drücken, überwand sie ihre Skrupel und gab sich in zweiter Person Singular die entscheidende Anweisung (“Sayana, du bist jetzt nicht du selbst!”). So bringt man es weit.

Wer heute eigentlich ein Foto verdient hätte: 

Eindeutig die Kulissen-Kuh, weil trotz des aufgeregten Off-Kommentars einfach sofort klar war, dass ihr der Trubel eigentlich egal ist. Oder wie Heidi sagt: “Ein sexy Walk muss vor allem eins sein: selbstbewusst.” Dafür muss man offensichtlich kein Zweibeiner sein.

Drama-Faktor:

4/10: Joy trieb die Stimmung zwischen den letzten beiden Werbepausen gekonnt auf den Höhepunkt, davon abgesehen war aber nicht allzu viel los. Auf der Alm, da gibt’s koa’ Sünd’ - aber als enttäuschte Erwartung eines Privatfernsehzuschauers.

Gesamtwertung: 

6/10: Das Alpen-Setting und der Kuhstall sorgten für routinierte Abwechslung am Donnerstagabend. Ansonsten wirkte die angekündigte "Sexy-Episode" eher wie ein Lückenfüller. Die Sendeminuten tuckerten gemütlich ins Tal wie Heidi und Ellen auf ihrem roten Traktor.

Die offene Frage: 

Warum hat Heidi eigentlich nicht ihren Boy zum Knutschen und Posieren mitgebracht?