Alles begann mit einem stinknormalen eBay-Konto – und wenige Jahre später war Sophia Amoruso eine der reichsten Frauen der USA.

Die heute 32-Jährige fährt Porsche, ihre Firma hat ein schickes Headquarter mitten in Los Angeles und demnächst bekommt Amoruso auch noch ihre eigene Netflix-Serie.

Läuft!

Doch vor gut zehn Jahren sah ihr Leben noch ganz anders aus: Amoruso hatte die Schule abgebrochen, litt an Depressionen und ADS, jobbte mal hier, mal da und wurde von einem ihrer Arbeitgeber beim Klauen erwischt. Als sie kurz darauf von Portland nach San Francisco zog, bekam sie auch noch gesundheitliche Probleme. Sie hatte keine Krankenversicherung, musste zudem College-Gebühren bezahlen und brauchte Geld. Ganz dringend Geld.

Also startete Amoruso 2006 einen eBay-Shop. Unter dem Namen "Nasty Gal" verkaufte sie Vintageklamotten auf eine Art, wie man es heute von Instagram kennt: coole Sachen, durchgestylte Fotos, gut betextet. Das schlug ein – der Shop wurde immer erfolgreicher.

So sieht ihr Leben aus – zumindest auf Instagram:
2014 brachte sie #Girlboss heraus – eine Mischung aus Autobiografie und Unternehmensratgeber für Frauen.
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Nachdem eBay ihren Account zwei Jahre später wegen einer Formalität sperrte, startete Amoruso einfach ihre eigene Webseite. Im Laufe der folgenden Jahre entwickelte sich das Unternehmen rasant weiter, begann eigene Produktionen und knackte 2012 die 100-Millionen-Dollar-Marke in Einnahmen, 2015 schätzte Forbes die Einnahmen sogar auf 300 Millionen Dollar. (New York Times)

Sophia Amoruso war der neue Star der Modebranche.
"Meine ganze Karriere basiert auf Charakteren, die Makel haben und etwas gestört sind."
Charlize Theron über "Nasty Gal"

Doch es läuft nicht alles super in Sophia Amorusos Leben. 2015 zog sie sich als Geschäftsführerin von "Nasty Gal" zurück.

Der Grund: Sie war wegen einer Welle von Kündigungen in die Kritik geraten. Es ging um schlechte Behandlung von Mitarbeitern, einige sagten sogar, sie seien gekündigt worden, weil sie schwanger wurden (Jezebel). Ein großer Skandal – aber Amoruso blieb Mehrheitseignerin ihrer Firma.

Eher keine gute Idee. Ende des vergangenen Jahres meldete "Nasty Gal" Insolvenz an – damit wird sich auch Amorusos Vermögen drastisch reduzieren (Forbes).

Das Auf und Ab der Mode-Prinzessin liest sich also wie ein Drehbuch.

Das dachte sich auch Netflix – und kreierte aus Amorusos Leben die neue Serie "Girlboss". Produzentin Kay Cannon sagte in einem Interview, sie sei ohnehin gerade auf der Suche nach einer Geschichte über eine starke Frau gewesen, als Amorusos Buch erschien. Co-Produzentin Charlize Theron mochte an Amoruso, dass ihr Charakter nicht glattgebügelt ist, sondern zeigt, wie Frauen wirklich sind (The Verge).

Und wie haben sie das Ganze umgesetzt?
Seht selbst – das ist der Trailer:

Britt Robertson ("A World Beyond") spielt die junge Sophia. "Girlboss" startet am 21. April bei Netflix.


Gerechtigkeit

Das Brandenburger Tor soll nicht in Russlands Farben leuchten? Gut so!

Nach dem Anschlag auf die U-Bahn von Sankt Petersburg will die Stadt Berlin das Brandenburger Tor nicht erleuchten. Dabei war das nach den Anschlägen in Frankreich, der Türkei und Großbritannien selbstverständlich.

Für Russland gibt es nun keine plakative Beileidsbekundung. Gut so! Aber das hat nichts mit der Tragik der Tat von Sankt Petersburg zu tun – sondern damit, dass die Soli-Aktion generell unnötig ist.

Warum? Die Argumente für ein Ende der Trauer-Beleuchtung gibt's im Video.