Bild: HBO
Also alle ELF, die noch leben.

Eine spannende Serie ist wie eine gute Freundin: Wir teilen mit ihr Zeit, Alltag und gute Geschichten, wir beziehen ihr Leben auf unseres und werden zusammen älter. Und auch wenn es mal eine Weile Funkstille gibt, wissen wir, dass wir schon zum Beginn der nächsten Staffel wieder voll und ganz dabei sind.

Spoiler-Warnstufe rot

Wir haben dich gewarnt. Hier verraten wir alles. Wenn du die Serie oder den Film noch nicht gesehen hast und das noch vor hast, betrittst du diese Seite auf eigene Gefahr.

"Game of Thrones" ist so eine Serie, die seit Jahren viele Fans auf aller Welt fesselt – und nun mit Staffel 8 ihren lange erwarteten Höhepunkt findet.

Bei "Game of Thrones" kämpfen verschiedene Adelshäuser um die Macht im fiktiven Kontinent Westeros. Es ist ein bisschen Mittelalter, ein bisschen Fantasy – vor allem aber ist es viel Intrigantenstadl, wie wir es auch ohne Schwerter und Drachen im echten Leben wiederfinden. Nicht umsonst nutzt US-Präsident Donald Trump gerne "Game of Thrones"-Metaphern in seinen politischen Besprechungen.

Die erste Staffel startete 2011, die finale achte Staffel wird Mitte April beginnen. Schon jetzt fiebern viele Fans auf das Finale hin, Haussender HBO heizt die Stimmung mit kryptischen Teasern weiter an. 

Kein Wunder: In diesen Jahren zuvor ist viel passiert. 174.373 Charaktere sind in den ersten sieben Staffel gestorben, umgekommen, enthauptet oder erdolcht worden – glaubt man dieser Fan-Zählung. Ein paar wurden aber auch verschont. 

Von den Hauptcharakteren in "Game of Thrones" gibt es ganze elf Personen, die seit der ersten Staffel dabei sind. Und noch leben.

Sie begleiten uns durch acht Jahre Fernsehabende: 

  • Wir haben Arya zugeschaut, wie sie vom frechen Mädchen zur von Rache getriebenen Kämpferin wurde. 
  • Wir haben Cersei dabei zugesehen, wie sie von der intriganten Gattin zur – äh – intriganten Königin wurde.
  • Wir haben erlebt, wie Jon vom zweifelnden und vermeintlich unehelichen Sohn zum König im Norden reifte. 

Wir identifizieren uns mit diesen Charakteren, bejubeln oder verurteilen ihr Verhalten, werden mit ihnen erwachsen, schauen uns manches ab, sehen Macht, Politik und Strategie mit neuen Augen - und das nicht nur bei internationalen Sicherheitsfragen. Klar, wir ziehen nicht mit Schwertern ins Büro. Aber denken vielleicht darüber nach, ob es nicht an der Zeit wäre, die Gehaltserhöhung einzufordern. Oder öfter für etwas einzustehen, an das wir glauben. Oder fragen uns, ob wir doch nur Spielball höherer Mächte sind – und ob Wein zum Frühstück und Fantasy-Eskapismus eigentlich eine Lösung sein können.

Wir haben uns die 8 wichtigsten Charakter in "Game of Thrones" angesehen – und schauen, wie sie sich seit Staffel 1 verändert haben:

1 Arya

Arya (Maisie Williams) ist die jüngste Tochter im Hause Stark. Statt Kleider zu tragen und Tischsitten zu lernen, will sie lieber wie die Jungs in die Schlacht ziehen. Als sie die Enthauptung ihres Vaters mit ansehen muss, ändert sich ihr privilegiertes Leben. Das Mädchen – wohl um die zehn Jahre alt – muss untertauchen und sich mit Wegelagerern, Soldaten und Attentätern rumschlagen. 

Zu Beginn der achten Staffel ist Arya eine trainierte Mörderin, verbittert und enttäuscht vom Leben. Im Gepäck hat sie eine Liste mit Menschen, die ihre Familie verraten haben – und die sie  töten will.

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2 Tyrion

Tyrion (Peter Dinklage) trinkt, reißt Witze und ist klüger als alle anderen. Das war in Staffel 1 so und ist zu Beginn von Staffel 8 noch immer so. Trotzdem hat der Lannister-Sohn einen großen Wandel hinter sich. Tyrion ist kleinwüchsig, seine Mutter verstarb bei der Geburt. Dafür verachten ihn sein Vater und seine große Schwester Cersei. 

Wollte sich Tyrion zu Beginn noch beweisen und mit kluger Kriegsführung einen Platz am Lannister-Tisch verdienen, merkt er irgendwann, dass er immer der "Gnom" bleiben wird. Einen Vatermord und Schwesterverrat später ist er nun an der Seite von Daenerys – als ihr geachteter Berater.

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3 Sansa

Die Stark-Tochter Sansa (Sophie Turner) ist das Gegenteil zu ihrer kleinen Schwester Arya. Sie hofft auf eine hübsche Hochzeit, benimmt sich ziemlich und addrett. Die Hochzeit bekommt sie: Erst soll sie mit Ekelpaket Joffrey verheiratet werden, der sie misshandeln lässt. Dann wird Tyrion ihr Mann. Der schützt sie zwar, fällt aber selbst in Ungnade. Schließlich vertraut sie Petyr, einem hochrangigen Intriganten bei Hofe.

Erst spät emanizipiert sie sich und merkt, dass sie stets Spielball der Männer war. Zu Beginn der achten Staffel hat sie Petyr einer Intrige überführt und töten lassen. Als erste Frau führt sie die Stark-Feste Winterfell.

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4 Jon

Jon Snow (Kit Harrington) war ein armes Würstchen: Verschrien als unehelicher "Bastard" von Ned Stark, hatte er keine Chancen auf den Thron oder eine gehobene Stellung bei Hofe. Also ging er zur Nachtwache, einem Söldnerposten an der Eismauer im Norden. Eigentlich ist das eine Verpflichtung bis in den Tod.

Weshalb Jon erst sterben und dann wiederbelebt werden musste, um zum König des Nordens heranwachsen zu können. Mittlerweile wissen die Zuschauer: Jon ist kein Bastard, sondern als Kind einer heimlichen Liebe sogar doppelt adlig. Nur er selbst weiß das noch nicht.

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5 Cersei

Die Lannister-Tochter Cersei (Lena Headey) wurde an König Robert Baratheon verheiratet – war also zu Beginn von Staffel 1 die "First Lady" von Westeros. Ins Bett stieg sie allerdings lieber mit ihrem Zwillingsbruder. Um das geheim zu halten, lässt sie schon mal kleine Jungs aus dem Fenster schubsen. 

An ihrer Boshaftigkeit hat sie wenig eingebüßt, allerdings an Macht hinzugewonnen: Nach Roberts Tod lanciert sie erst ihre Söhne auf den Eisernen Thron, irgendwann sitzt sie selbst drauf. Um ihre Macht zu sichern, geht sie massenhaft über Leichen. 

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6 Jaime

Der stolze Ritter Jaime (Nikolaj Coster-Waldau) aus dem Hause Lannister war seiner Zwillingsschwester Cersei lange verfallen – und seinem Vater hörig. Für beide schlug er Schlachten und zog als Prügelknabe durch die Lande. Nicht wenige hassen den Ritter: Er hat den vorherigen (wahnsinnig gewordenen) König getötet und gilt daher als Verräter.

Sich von Schuld und Familie frei zu machen, hat viele Staffeln gedauert. Und das ein oder andere gute Gespräch mit Frauen, die nicht Cersei heißen. Am Ende von Staffel 7 verlässt er Cersei endlich und macht er sich einsam zu den eigentlich verhassten Feinden auf, wohl, um an ihrer Seite weiterzukämpfen.

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7 Bran

Noch ein Stark-Kind, aber heute kein Stark-Kind mehr. Brandon "Bran" Stark (Isaac Hempstead-Wright) war der zweitjüngste Sohn von Ned Stark und am Anfang von Staffel 1 ein fröhlicher Junge. Als er von Jaime aus dem Fenster gestoßen wird, überlebt er querschnittsgelähmt – und ist auch sonst gebrochen.

Als die Starks in Bedrängnis geraten, muss Bran fliehen und lernt neue Fähigkeiten. Er kann in die Vergangenheit sehen und diese (mutmaßlich) sogar gestalten. Je mehr er diese Visionen erforscht, desto weniger Mensch wird er. Am Ende von Staffel 7 gibt es Bran nicht mehr, er ist nun der "Dreiäugige Rabe".

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8 Daenerys

Am Anfang von Staffel 1 flieht die noch minderjähige Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) aus Westeros – ihr Haus war gestürzt worden. Ihr Bruder verschachtert sie an einen wilden Reiterfürsten, der missbraucht sie nach Belieben. Im Laufe der Handlung macht sie sich erst den Reiter zu Untertan, dann seine Armee. Dann auch weitere Armeen. Und noch einige mehr. Ach ja: und drei Drachen.

Am Ende von Staffel 6 setzt Daenerys mit einem riesigen Heer und ihren Drachen wieder nach Westeros über. Aus dem Mädchen ist eine mächtige Herrscherin geworden – die den Eisernen Thron zurück will.

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Bonus: Auch Theon, Jorah und der "Bluthund" sind seit Staffel 1 dabei und leben (noch). 

So haben sie sich verändert:

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Gerechtigkeit

Warum wir selbst schuld daran sind, dass Frauen in Geschlechterklischees gedrängt werden

Frauen basteln, nähen, kochen und beschäftigen sich gerne mit Beauty-Themen. Was klingt wie Werbung aus den 1950ern, ist das Ergebnis einer aktuellen Studie. 

Am Montag wurde die neue Furtwängler-Studie vorgestellt, in der untersucht wurde, wie Frauen sich selbst in den "neuen Medien" inszenieren. Das Ergebnis: Nicht nur, dass Frauen unter den Top 100 Protagonistinnen und Protagonisten auf YouTube, Instagram und in Musikvideos unterrepräsentiert sind, sie bedienen auch noch vor allem Geschlechterklischees. Und wer ist Schuld daran? Wir selbst.

Was genau hat die Furtwängler-Studie ergeben?

Die MaLisa Stiftung von Maria und Elisabeth Furtwängler hat die "Weibliche Selbstinszenierung in den neuen Medien" untersuchen lassen. Mit den "neuen Medien" sind hier YouTube, Instagram und Musikvideos gemeint. Dafür haben sie verschiedene Studien in Auftrag gegeben.

Die Ergebnisse:

  • In den 100 beliebtesten Musikvideos, den 100 beliebtesten YouTube-Kanälen und unter den Top 100 Instagrammerinnen und Instagrammern ist das Verhältnis von weiblichen zu männlichen Protagonistinnen und Protagonisten 1:2. Also nur ein Drittel sind Frauen.
  • YouTube: Frauen inszenieren sich auf YouTube meist im privaten Raum, sitzen also in ihrem privaten Wohn- oder Schlafzimmer, und zeigen Schminktipps oder Hobbys, wie Basteln, Nähen und Kochen. Männer zeigen ein viel breiteres Themenspektrum über Politik, Comedy, Games oder Musik.  
  • Musikvideos: Der Anteil der Sängerinnen in den Top 100 liegt bei einem Drittel. Allerdings merkt das kaum einer: Die befragten Jugendlichen dachten, dass mindestens die Hälfte der Künstler und Künstlerinnen weiblich sei. Frauen werden in Musikvideos meistens sexy und passiv dargestellt.
  • Instagram: Frauen sind auf dieser Plattform vor allem dann erfolgreich, wenn sie einem "normierten Schönheitsideal" entsprechen und sich mit den Themen Mode, Ernährung und Beauty beschäftigen. 

Das Erscheckende an diesen Studienergebnissen: Wir, die nach 1980 geborenen, halten uns gern für fortschrittlich. Wir wollen glauben, dass Frauen in unserer Generation machen könnten, was sie wollen – und dass sie dabei die gleichen Chancen auf Erfolg wie Männer hätten. Hier sehen wir aber wieder, dass dem offensichtlich nicht so ist. Und wir sind selber Schuld.

Frauen werden in den neuen Medien in Rollen gedrängt – zumindest wenn sie erfolgreich sein wollen

YouTuberinnen gaben, auf ihr eingeschränktes Themenspektrum angesprochen, an, dass sie es schwerer hätten, aus Themenbereichen wie Beauty herauszubrechen und stattdessen Comedy oder Politik zu machen, weil sie damit ihre Zuschauerinnen und Zuschauer enttäuschen würden und mit "kritischen, mitunter bösartigen Kommentaren" rechnen müssten, sobald sie "den normierten Erwartungen" widersprechen. (Furtwängler Studie)

Wer macht die Menschen in den neuen Medien erfolgreich? 

Das sind nicht die alten, weißen Männer aus den Unternehmensvorständen, denen man viel zu leicht veraltete Rollenbilder unterstellen kann. Nein, das sind wir. Die Zuschauerinnen und Zuschauer. Mit unseren Abos, unseren Klicks, unseren Kommentaren.

Unter den Top 100 der erfolgreichsten Menschen auf YouTube und Instagram sind Frauen laut der neuen Furtwängler-Studie vor allem dann vertreten, wenn sie dünn sind, lange Haare haben und sich hauptsächlich mit den Themen Mode, Ernährung und Beauty beschäftigen. 

Das sind die Frauen, die von der breiten Masse beachtet werden. Das sind anscheinend die Bereiche, die man Frauen zutraut. Und wenn diese Frauen andere Bereiche anfassen wollen, müssen sie mit bösen Kommentaren und Anfeindungen rechnen. Und weniger Klicks.

Wir beschweren uns über das Bild, das über Frauen in der Gesellschaft herrscht? Dass ihnen viel zu wenig zugetraut wird? Schauen wir, womit wir Frauen erfolgreich machen: Mode, Ernährung und Beauty. 

Dabei gibt es sie: Frauen, die sich in den "neuen Medien" mit Politik, Gesellschaftsthemen oder Comedy befassen. Die unseren Blick erweitern und uns die Augen ganz ohne weißen Kajal öffnen. 

Da ist zum Beispiel Natasha Kimberly #Nobeautychannel. Die studierte Journalistin befasst sich auf ihrem YouTube-Kanal mit Rassismus, unrealistischen Schönheitsvorstellungen durch soziale Medien oder berichtet auch einfach von ihrem Job als TV Realisatorin und Regisseurin. Natasha hat etwa 400.000 Abonnenten.

Mai Thi Nguyen-Kim alias MaiLab ist Chemikerin und lädt auf YouTube Wissenschafts-Videos für ihre 200.000 Abonnenten hoch. Ist Burnout eine echte Krankheit? Wie gefährlich ist Schlafentzug? Oder auch Was ist dran am Gender Pay Gap?

Kathrin Fricke alias Coldmirror ist ein YouTube-"Urgestein", denn sie ist seit bald 13 Jahren dabei, und macht Comedy-Videos. Angefangen hat alles mit Harry Potter-Synchronisationen, dann kamen eigene Zeichentricksereien und sogar kurzzeitig eine eigene TV-Sendung auf Einsfestival. Trotzdem hat sie "nur"  1,1 Millionen Abonnenten.

Zum Vergleich: Beauty-Bloggerin DagiBee hat fast vier Millionen Follower auf YouTube, BibisBeautypalace fast 5,6 Millionen. Pamela Reif folgen auf Instagram 4,1 Millionen Accounts

Und auch auf Instagram gibt es spannende Frauen, die sich mit mehr als Beauty, Mode und Ernährung beschäftigen.

Jessica Jörges (@buntezukunft) ist Malerin – Handwerk, nicht Kunst. Sie stärkt mit ihrem Account nicht nur das Bild vom Handwerk im Allgemeinen, sondern vor allem auch das von Frauen im Handwerk.

Amina Yousaf (@ami_you) schreibt immer wieder über Gesellschaftsthemen, vor allem über Feminismus, Hate Speech und Rassismus.

Es gibt sie. Man muss nur die Augen offen halten – und sie dann auch unterstützen: mit Kommentaren, Likes und Shares. Sonst können wir auch gleich die alten, weißen Männer wieder machen lassen.