Bild: HBO
Warum Jon Snow sterben muss.

Wie lang können sich zwei Jahre anfühlen?! Jeder "Game of Thrones"-Fan weiß: Endlos! Aber jetzt startet am 15. April die achte und finale Staffel.

Spoiler-Warnstufe rot

Wir haben dich gewarnt. Hier verraten wir alles. Wenn du die Serie oder den Film noch nicht gesehen hast und das noch vorhast, betrittst du diese Seite auf eigene Gefahr.

Seit unserem letzten Besuch in Westeros hat sich der Winter dort eingerichtet und der bringt nicht nur Schnee, sondern auch eine untote Armee inklusive Eisdrachen. 

Wie wir spätestens seit dem Trailer wissen, erwartet uns eine gigantische Schlacht zwischen Lebenden und Toten. Der Schauplatz: Winterfell, das Zuhause der Starks, wo passenderweise vor sieben Staffeln alles begann. 

Dort versammeln sich wohl alle, die uns über die Jahre ans Herz gewachsen sind – oder zumindest die, die überlebt haben: Daenerys und ihre Drachen, Sansa, Arya, Tyrion, außerdem Jaime Lannister, der sich offenbar gegen seine Schwester und für den Kampf gegen die White Walkers (im Deutschen Weiße Wanderer) entschieden hat, Ser Davos, Lord Varys, Grey Worm (im Deutschen Grauer Wurm), Missandei, Sir Jorah, Brienne und Podrick. Hach! Wie ein Klassentreffen, nur in großartig.

Und natürlich Jon Snow. Doch der darf gerne – nachdem er die Untoten abgewehrt hat – wieder sterben. Warum? Darum: 

In der finalen Staffel von "Game of Thrones" wird sich entscheiden, wer den Kampf gegen den Nachtkönig überlebt – und wer am Ende auf dem Eisernen Thron sitzt. 

Jon Snow (im Deutschen Jon Schnee) ist für diese Positon ein plausibler Kandiat. Immerhin heißt er, wie wir jetzt wissen, in Wahrheit Aegon Targaryen und ist nach den patriarchalen Erbschaftsregeln der rechtmäßige Thronfolger und König von Westeros

Sorry, Tante Daenerys, hast dich wohl umsonst durch Zwangsehe, Wüsten, Sklavenstaaten und Kriege gequält. 

Und genau das ist der Punkt. 

Wenn Jon Snow überlebt, dann ist das nicht nur eine dramaturgisch langweilige Auflösung, sondern macht auch alles wieder hinfällig, was sich die Frauen von Westeros erkämpft haben.

Die ersten fünf Staffeln waren aus Frauensicht wirklich grauenhaft. Egal, wie mächtig oder welch nobler Herkunft ein Charakter war, ständig wurden die Frauen geschlagen und vergewaltigt, in jeder (!) Folge waren etliche nackte Frauenkörper zu sehen – meist ohne, dass die Storyline dafür einen Grund vorsah. 

Klar, Westeros ist angelehnt an eine mittelalterliche Gesellschaft, in der es um Frauenrechte nicht prächtig stand. Trotzdem fragt man sich irgendwann, warum ständig Gewalt gegen Frauen auf brutalste Art gezeigt werden muss. Oder mit anderen Worten:

In der sechsten und siebten Staffel haben einige Frauen von Westeros nun endlich die Kontrolle über ihr eigenes Leben übernommen: Sansa Stark hat sich von dem Joch der Lannisters und dem Missbrauch durch Ramsay Bolton befreit und ist nun amtierende Herrin von Winterfell; Arya Stark hat sich zur eiskalten Killerin ausbilden lassen; Cersei Lannister hat über die Leichen ihrer Kinder den Eisernen Thron bestiegen; Lyanna Mormont ist als gerade mal Elf-, später Zwölfjährige die Herrin des Inselstaates Bear Island; Daenerys hat Westeros erreicht und vereint in ihrem Streben nach dem Thron inzwischen fast alle großen Familien hinter sich.

Kurz: Nach Jahren der Unterdrückung haben sich einige der Frauen in "Game of Thrones" in Machtpositionen gebracht.

All das könnte aber nun hinfällig werden, denn wenn Jon Snow die finale Staffel überlebt, dann gibt es für ihn eigentlich nur zwei Möglichkeiten. 

Er wid König und sitzt statt Daenerys auf dem Eisernen Thron. 

Das wäre einfach nur die größte Antiklimax aller Zeiten

Schließlich ist Jon Snow der langweiligste Charakter von allen. Durch seine Ehrlichkeit und Loyalität lassen sich seine Handlungen immer genau vorhersa...sorry, bin kurz eingeschlafen, wo war ich? Ach ja: Seine Handlungen lassen sich, genau wie seine Gesichtsausdrücke, vorhersagen

(Bild: Giphy )

Zum Glück ist diese Variante relativ unwahrscheinlich, da Jon Snow bereits Daenerys als Königin anerkannt hat – und da er sehr berechenbar ist, wissen wir, dass er sich an sein Wort halten wird.

Er lehnt den Thron ab, überlässt ihn Daenerys – und wird dann wieder König des Nordens. 

In dem Fall würde Sansa wieder den Platz einer Hofdame einnehmen – denn Bran hat bereits abgedankt – oder irgendwen heiraten oder so. Langweilig. 

Da die Serienautoren Sansa allerdings in der vergangenen Staffel als kompetente Herrin von Winterfell dargestellt haben, die den Respekt der anderen Familien des Nordens genießt, ist dies auch ein unwahrscheinliches Szenario. Ein Glück. 

Was könnte Jon Snow also sonst tun? 

Er könnte Daenerys heiraten und mit ihr eine Art Doppelspitze bilden. Allerdings passt diese Art von Friede-Freude-Eierkuchen-Szenario nicht so richtig in eine Serie, in der die meistgeliebten Charaktere schneller gestorben sind als man "Winter is coming" sagen kann.

Deshalb ist klar: Jon Snow muss sterben. 

Das wäre für alle gut. Der Aufstieg der Frauen hat die Serie nämlich nicht nur aus feministischer, sondern vor allem aus dramaturgischer Sicht spannender gemacht. Die Möglichkeit, dass plötzlich auch Frauen herrschen können, hat den Pool potenzieller Kandidaten auf ausichtsreiche Posten erhöht und damit auch die Spannung der Geschichte. Oder wie gut fandet ihr den Moment, als sich Arya und Sansa nicht von Little Finger ausspielen ließen, sondern ihn ausspielten?

Jon Snow als König – ob im Süden oder im Norden – würde in dieser Hinsicht einen Rückschritt bedeuten.

Das sieht man schon am Beispiel von Daenerys: Wie angenehm war es bitte, als die Mutter der Drachen klarstellte, dass sie niemals Kinder bekommen würde? Eine starke Frauenrolle, die ohne Ehemann oder Kinderwunsch auskommt, stattdessen mit klugen Entscheidungen, Härte und diplomatischem Geschick die Welt an sich reißt – super.

Zumindest bis Jon Snow auftauchte und die beiden plötzlich zusammen im Bett landeten. Hat irgendwer von euch da vorher Funken gespürt? Dann schon eher zwischen Daenerys und Yara:

(Bild: Giphy )

Im Vergleich übrigens sehr traurig: Yara als starke und queere Frau wurde einfach aus dem Weg geräumt und muss nun von ihrem Bruder gerettet werden. So sehr ich den Charakter von Theon und die Darstellung von psychischen Problemen und seiner posttraumatischen Belastungsstörung mag, diese Entwicklung ist trotzdem extrem enttäuschend. 

Statt einer heißen Romanze mit Yara hat Daenerys jetzt Jon Snow an ihrer Seite, durch dessen scheinbar magischen Penis plötzlich wieder die Möglichkeit eines Kindes im Raum steht – also einem potenziellen Thronfolger. Daenerys würde damit von einer mächtigen Königin zu einer Mutterfigur werden, die nur den Weg für den künftigen König ebnet. Die Geschichte würde wieder auf erwartbare Rollenklischees zurückfallen. Das wäre schade.

(Bild: Giphy )

Im Sinne einer spannenden letzten Staffel hoffe ich also, dass der Gott des Feuers (oder woran auch immer du glaubst) ihn nur deshalb zurück unter die Lebenden geholt hat, um in der Schlacht gegen den Nachtkönig nochmal alles – und dann bitte auch den Löffel ab – zu geben.

Okay tschau, Jon Snow!

(Bild: Giphy )

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