Bild: HBO; Montage: bento

Spoiler-Warnstufe rot

Wir haben dich gewarnt. Hier verraten wir alles. Wenn du die Serie oder den Film noch nicht gesehen hast und das noch vor hast, betrittst du diese Seite auf eigene Gefahr.

Der Winter ist endlich da – und die Luft irgendwie raus. Die siebte Staffel "Game of Thrones" war eine der schlechtesten der gesamten Serie. Leider. 

Ich bin ein großer Fan von "Game of Thrones", suche nach jedem Schnipsel, der mich Westeros näher bringt. Fantheorien zu Bran Stark? Her damit! Genaue Analysen über Jon Snows Abstammung? Will ich lesen! 

Was mich am Kampf um Westeros so fasziniert, sind die Intrigen und Machtspiele zwischen den Charakteren. Alles ist seit Staffel 1 sorgfältig aufgebaut – und verpuffte nun in Staffel 7 fast vollständig.

Die sieben Episoden waren voller Logikfehler, Zeitsprünge und Entscheidungen, die mindestens "out of Character" erscheinen. Ein paar Beispiele:

  • Die Flotte von Euron Greyjoy kann an der Ostküste von Westeros Gegner versenken und ist einen Wellenschlag später schon an der Westküste vor Casterly Rock? Westeros ist ein Kontinent von der Größe Europas.
  • Die vorsichtige und kluge Olenna Tyrell reist von Highgarden quer durchs Land an den Beratungstisch von Daenerys, eine Frau, die sie gar nicht kennt, und erkennt sie auf der Stelle als Hoffnung für Westeros an? 
  • Und Jaime Lannister kann erst durch einen knietiefen Fluss reiten, dann in schwerer Rüstung metertief in ihm versinken? Und dann trotzdem an die Oberfläche zurückkehren, während rings um ihn andere weniger berüstete Soldaten jämmerlich ertrinken?

Von jenseits der Mauer müssen wir gar nicht erst reden. Da stehen Hunderte Zombies, die zwar nicht schwimmen können, aber einem untergegangenen Drachen dann trotzdem Ketten um den Hals legen können. Ach, Ketten. Ketten?

Man merkt der Staffel an, dass George R. R. Martin fehlt.

Der Autor der Buchvorlage hinkt mit seinem letzten Roman hinterher. Den Serienmachern hat er daher zwar das Ende verraten – aber nicht genau, wie sie dahin kommen sollen. Also wird in Staffel 7 und 8 viel herbei gedichtet, damit am Ende auf dem Iron Throne sitzen soll, wer laut Martin dort sitzen soll.

Martin selbst will es so. Er sei kein Architekt, der seine komplette Buchreihe schon von Anbeginn im Kopf habe – sondern "eher der Gärtner", der seine Charaktere pflanzt, wässert und dann selbst zuschaut, was mit ihnen passiert (The Guardian). 

Westeros ist ihm so mittlerweile derart über den Kopf gewachsen, dass er sich auf Fans des Wikis westeros.org verlässt, wenn ihm Informationen entgleiten. Die schreibt er dann an, um sich wieder zu erinnern, sagte er in einem Interview mit dem "New Yorker".

Für eine Fantasy-Buchreihe mag das prima sein. Für eine TV-Serie funktioniert es so nicht.

Die Drehbuchschreiber arbeiten mittlerweile ziemlich hollywoodesk. Klar, "Game of Thrones" war schon immer eine Serie, in der es um Drachen, Hexen und Untote geht. Aber viel mehr noch war es eine Serie, in der es um Menschen und deren Beziehungen zueinander geht. 

  • Die Intrigen in Westeros zeigen, wie Machtlust das Schlechte in einem Menschen hervorkehrt – Scheusale wie Joffrey und Ramsay faszinieren uns durch ihre Grausamkeit.
  • Aber genau diese Grausamkeiten rufen auch das Beste in den Menschen hervor. Die vermeintlichen Loser und Außenseiter erreichen wahre Größe, der "Zwerg" Tyrion, der "Bastard" Jon und die zwangsverheiratete Daenerys setzen sich über alle hinweg.
Hier kannst du die Rezensionen zur aktuellen Staffel nachlesen:
1/12
Nun nahm die Fantasy überhand. Und die Intrigenspiele leiden.

Lieber fünf Minuten mehr CGI-Drache statt eine Minute erinnerungswürdige Sätze, scheinen sich die Macher gedacht zu haben. Oder kennt jemand auch nur einen großen Spruch aus der aktuellen Staffel?

Immerhin: Das Staffelfinale hat vieles wieder richtig gemacht. Cersei war so düster wie die gesamte Staffel nicht, ein lange aufgebauter Plot um Jon und Daenerys hat sich geschlossen. Und mit dem Tribunal von Arya und Sansa gegen Intrigenmeister Littlefinger hatte die Serie wieder einen ihrer großen Momente.

Hoffen wir, dass das Staffelfinale der Auftakt zu einem grandiosen Ende war.

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