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S06E01 "The Red Woman"

Was für ein Auftakt der sechsten Staffel von "Game of Thrones"! Seit Montagmorgen drei Uhr deutscher Zeit lässt sich die neue Episode ansehen – und es lohnt sich. In "The Red Woman" geht es gleich mit mehreren Erzählsträngen weiter. Jeder einzelne enthält ein maßgebliches Ereignis, das den Verlauf dieser Staffel prägen wird.

Hier kommen die besten Momente:

Spoiler-Warnstufe rot

Wir haben dich gewarnt. Hier verraten wir alles. Wenn du die Serie oder den Film noch nicht gesehen hast und das noch vorhast, betrittst du diese Seite auf eigene Gefahr.

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Die erste Szene: Die Kamera fliegt über die Mauern von Castle Black, Jon Snow liegt tot im Schnee. Seine Gefährten hieven ihn auf einen Tisch. Sir Bravos streicht über die Augen des Toten, um seine Lieder zu schließen. So weit, so erwartbar: Allen Fans war klar, dass Jon Snow nicht direkt wieder auferstehen würde.

Melisandre tritt ein: "I saw him in the flames, fighting at Winterfell." Aha! Ein Hinweis? Wird die Prophezeiung doch noch wahr? Jetzt wissen wir zumindest: Auch nach der ersten Episode bleibt Jon Snow tot. Oder in den Worten von Sir Bravos: "I can't speak for the flames. But he is gone."

Vorerst.

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Die Erzählstränge um Brienne von Tarth und Sansa Stark bewegen sich schon seit einigen Folgen aufeinander zu. Nun der vorläufige Höhepunkt: Sansa flieht mit Theon durch einen eisigen Fluss, sucht Schutz unter einem gestürzten Baum. Mit einem Schwertkampf retten Brienne und Podrick sie mit Theons Hilfe vor den Männern des Hauses Bolton. "Lady Sansa, I offer my services once again", sagt Brienne. Fast wie bei Disney, ein bisschen heile Welt inmitten der Gewalt. Der Zuschauer darf vor dem nächsten Gemetzel noch schnell Luft holen.
3. Cerseis Schmerz
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"Fuck prophecy, fuck fate. Fuck everyone who isn't us"
Jaime Lannister

Jaime Lannister segelt in den Heimathafen – ohne seine tote Tochter Myrcella. Schwester und Geliebte Cersei trauert und hält den Tod ihrer Kinder für Schicksal. "Fuck prophecy, fuck fate. Fuck everyone who isn't us", entgegnet Jaime. Einen Versuch ist es wert, zumindest letzteres hat ja bisher nicht wirklich geklappt.

Jaime Lannister segelt in den Heimathafen – leider ohne seine tote Tochter Myrcella. Schwester und Geliebte Cersei trauert und hält den Tod ihrer Kinder für Schicksal. "Fuck prophecy, fuck fate. Fuck everyone who isn't us", entgegnet Jaime. Einen Versuch ist es wert, zumindest letzteres hat ja bisher nicht wirklich geklappt.

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"All men must die." Die englische Übersetzung des valyrischen Sprichwortes ist zweideutig: Müssen nun alle Menschen sterben – oder nur alle Männer? Ellaria Sand hat genug vom regierenden Fürsten Doran Martell – und bringt ihn kurzerhand um. Der Grund: Zuvor hat sie bereits Jaimes und Cerseis Tochter vegiftet. Als Doran Martell davon erfährt, zögert Ellaria Sand nicht lange. Frauen an die Macht, in Dorne ist es soweit.

Immer wieder werden scheinbar unwichtige Figuren zu entscheidenden – so jetzt auch Ellaria Sand. Das macht "Game of Thrones" spannender als andere Serien. Gleichzeitig zieht sich der Kampf der Geschlechter weiter als Motiv durch die Serie: In Dorne meucheln Frauen ohne Gnade, Sansa hingegen wurde lange Zeit brutal unterdrückt und schließlich vergewaltigt.

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Die nächste weibliche Figur, die um Anerkennung und Respekt kämpfen muss: Daenerys wird von einer Horde Dothraki gefangen gehalten und offenbart sich als Witwe von Khal Drogo, um nicht bei Anbruch der Dunkelheit vergewaltigt zu werden. Eben noch herrschte Daenerys über Drachen und befreite Sklaven, nun ist sie in einer ähnlichen Position wie schon zu Beginn der Serie.

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Der eine Moment, der von der ersten Episode in Erinnerung bleiben wird. Melisandres Pläne mit Jon Snow sind gescheitert: Offenbar enttäuscht geht sie zu Bett, zieht sich vor einem Spiegel aus (wie eigentlich immer) – und aus der attraktiven Frau wird plötzlich eine sehr, sehr alte.

Zum Vergleich:

(Bild: HBO)

Was ist da los? Hat Melisandre sich mit Absicht verwandelt? Und wenn ja, warum? Und was hat ihre Halskette damit zu tun?

Fans diskutieren bereits.

In the "inside the episode" bit after the show they stated this was to represent Melisandre losing trust in her god and needing to get a dose of reality by staring into her actual self.So that means that this isn't a nightly thing for her, but a change of her character.

workaccountoftoday auf Reddit
I didn't see anything that would suggest she didn't have faith in Jon Snow being the one true king. I thought this scene signaled to the audience that not only is she much older than we thought, but likely more powerful also and with more wisdom. I am confident she will play a key role for Jon Snow this season.

rookie60 auf Reddit

Hier geht es zur Diskussion auf Reddit.

Fazit:

In der erste Folge nimmt der Sender HBO stets die Cliffhanger aus der vorherigen Staffel auf. In "The Red Woman" werden gefühlt 346 unterschiedliche Geschichten erzählt – und es sind tatsächlich zu viele. Dem Zuschauer bleibt kaum Zeit, sich in die Situation der Protagonisten hineinzuversetzen. Mal wirkt das temporeich, an einigen Stellen aber einfach nur gehetzt: Daenerys Flotte geht in Flammen auf. Wer war's? Was bedeutet das? Egal, Cut, weiter geht's. Schade.

Andererseits hat HBO den Spannungsbogen für die Staffel gespannt – und kann nun jede Geschichte in Ruhe erzählen, ohne dass die Zuschauer ungeduldig nach dem Schicksal ihrer Lieblinge fragen, weil sie nicht wissen, was mit ihnen passiert ist.

Nur zwei Charaktere haben wir in der erste Folge vermisst: Samwell Tarly ist in Staffel 5 aufgebrochen, um ein Gelehrter zu werden. Über sein Schicksal wissen wir nach der ersten Episode der sechsten Staffel nicht mehr. Auch Bran Stark taucht vorerst nicht auf. Er ist eine der Hoffnungen der Starks im Kampf um den Eisernen Thron. Sein Auftritt könnte die Geschichte noch mal kräftig durcheinanderwirbeln.

Warum so viele Game of Thrones so gut finden:

In Deutschland wird die sechste Staffel auf Sky gezeigt.


Gerechtigkeit

30 Jahre Tschernobyl: Was in dem Kernkraftwerk passiert ist und wie uns das bis heute betrifft
Was ist in Tschernobyl passiert?

Am 26. April 1986 kam es in dem ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl zum bislang schlimmsten Atomunfall der Geschichte: In Block 4 des Kraftwerks kam es zu einer vollständigen Kernschmelze. Die daraus folgenden Explosionen stieß radioaktives Material in die Luft, das sich über weite Teile Europas verbreitete. (Landeszentrale für politische Bildung BaWü)

Am schlimmsten traf es die Region rund um das Kraftwerk. Tschernobyl selbst und die nahegelegene Stadt Pripyat sind bis heute nicht bewohnbar. Die Sowjetunion – zu der die Ukraine damals gehörte – versuchte, den Vorfall weitestgehend zu vertuschen. Nachrichten über das Ausmaß der Katastrophe drangen nur schwer an die Öffentlichkeit. In Schweden wurde zwei Tage nach dem atomaren Unfall erhöhte Strahlung gemessen – zu dem Zeitpunkt ahnten die westeuropäischen Staaten erstmals, dass in der abgeschotteten Sowjetunion ein Unglück geschehen sein musste.