Bild: imago/Landmark Media
Zum Schutz der Schauspielerinnen und Schauspieler.

Kein anderer US-Sender ist so bekannt für seine Sexszenen wie HBO. Wer etwa "Game of Thrones" oder "Girls" gesehen hat, weiß, wie sehr der Sender im krassen Kontrast zum prüden Amerika steht. Was im frei empfangbaren Fernsehen in den USA streng verboten ist, wird bei HBO gezeigt. Darüber wurde sich schon in diesem Clip lustig gemacht:

Ändern will das der Sender nicht – aber dafür die Art, wie die Sexszenen entstehen: In Zukunft soll immer eine Intimitätskoordinatorin oder ein Intimitätskoordinator am Set sein, um die Szenen für die Schauspielerinnen und Schauspieler angenehmer zu machen. (Rolling Stone)

Weshalb entschied sich HBO dafür?

Zum ersten Mal zum Einsatz kam eine solche Intimitätskoordinatorin bereits in der Serie "The Deuce", die in der Pornoszene der 70er-Jahre angesiedelt ist. Schauspielerin Emily Meade war im Zuge der "MeToo"-Debatte auf die HBO-Führung zugegangen und hatte Änderungen gefordert. Sie wollte jemanden am Set haben, der sie bei Sexszenen unterstützen könnte.

Tatsächlich kam man bei HBO ihrem Wunsch nach, eingestellt wurde dafür Alicia Rodis, Mitbegründerin von "Intimady Directors International". Die Organisation setzt sich für gewisse Standards bei Sexszenen im Film und auf der Bühne ein. 

Regisseur David Simon sagte mittlerweile, er werde nie wieder ohne eine Intimitätskoordinatin arbeiten – und nun folgt auch HBO: Der Sender bestätigte entsprechende Berichte und stellte Rodis bereits für kommende Serien ein. Sie soll außerdem noch weitere Intimitätskoordinatoren ausbilden.

Worin besteht die Arbeit der Intimitätskoordinatorin?

In erster Linie geht es dabei um die unterstützende Anwesenheit bei Sexszenen. Rodis sprach mit Meade vorher über ihre Sorgen und gab diese an den Regisseur weiter. Bei einer Blowjob-Szene etwa sorgte sie für ein Polster, auf das sich die Schauspielerin knien konnte und bei Nacktszenen bot sie zusätzlichen Schutz am Set. 

"Selbst ich habe nicht verstanden, wie sehr und wie lange das bislang ignoriert wurde", sagte Rodis über den Bedarf von Intimitätskoordinatoren.

Es gibt solch eine Machtdynamik am Set, so viel Druck und dieses Gefühl, dass du als Schauspielerin einfach die Zähne zusammenbeißt und es tust.
Alicia Rodis

Meade nennt Rodis eine "Mutter oder Schwester am Set", die sich um sie und die anderen Schauspielerinnen und Schauspieler kümmert. Im Theater gibt es diesen Job übrigens seit langer Zeit, in Film und Fernsehen ist er dagegen relativ neu.


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"Eine Bohemian was?" Plattenfirma-Exec Ray Foster (Mike Myers) weiß gar nicht, an welchem der beiden sperrigen Wörter er sich mehr stoßen soll. Dabei ist der Name Programm: Der Song "Bohemian Rhapsody", den die britische Rock-Band Queen ihm in dieser Szene an seinem Schreibtisch vorschlägt, ist genau das, als was er sich ausgibt: Unkonventionell und formlos - für Queen der erste Nummer-Eins-Hit und internationale Durchbruch.

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