Bild: HBO
6x08 "No One"

Die erste Szene der neuen Folge "Game of Thrones" steigt mit der Theatergruppe ein, die in dieser Staffel immer mal wieder so brilliant-böse die Geschehnisse in Westeros nachspielt. Eine Serie in der Serie sozusagen, sie persifliert sich selbst, zeigt sich im Kammerspiel.

Kammerspiel ist ein gutes Stichwort für "No One", die vorletzte Folge vor dem Staffelfinale: Es gibt deutlich mehr Ortswechsel als bisher, die Szenen sind schneller geschnitten, eindringlicher. GoT nimmt Tempo auf.

Spoiler-Warnstufe rot

Wir haben dich gewarnt. Hier verraten wir alles. Wenn du die Serie oder den Film noch nicht gesehen hast und das noch vorhast, betrittst du diese Seite auf eigene Gefahr.

Das sind die wichtigsten Twists der Folge:
1. Meereen

In Essos wird endlich der (seit vergangener Staffel sinnlos aufgerollte) Plot rund um Tyrion, Varys und Daenerys zum Abschluss gebracht. Tyrion ist gewohnt albern, füllt andere mit Wein ab und hält Reden. Das nützt ihm nichts, als die versammelte Flotte der Sklavenbucht vor Meereen einläuft – um die abtrünnige Stadt zurückzuerobern.

Im richtigen Augenblick kehrt die verschollene Königin Daenerys zurück, natürlich mit ihrem Drachen. Das bedeutet: Die Sklavenbucht dürfte nun endgültig in ihrer Hand sein, das Dothraki-Heer und die Drachen stehen ebenfalls hinter ihr. Kompagnon Varys formuliert schon mal, was jetzt wichtig wird: "We need friends in Westeros and we need ships."

2. In Riverrun

Die meisten Ränke gab es wohl in der Drei-Fraktionen-Begegnung bei Riverrun. Kurze Spielaufstellung:

  • Jaime Lannister steht mit einer Armee aus King's Landing vor den Toren der Burg und will sie einnehmen. In seiner Gefangenschaft: Edmure Tyrell, früherer Fürst von Riverrun.
  • Brynden “The Blackfish” Tully verschanzt sich mit Edmures Männern in der Feste – und will sie um jeden Preis halten.
  • Brienne von Tarth kommt alleine, aber mit Auftrag. Sie will die Tully-Männer für Jon Snow und Sansa Stark für den Kampf um Winterfell rekrutieren.

Überraschend geht das ganze (fast) friedlich aus – und irgendwie sehr nebensächlich für eine GoT-Folge. Jaime sagt zu seiner Geisel Edmure: "If I have to slaughter every Tully who ever lived to get back to her [Cersei], that's what I'll do!" Die Drohung hat gesessen.

Edmure Tully wird freigelassen, um in seine Burg zurückzukehren. Drinnen befielt er prompt die Aufgabe der Feste, die Armeen prallen nicht aufeinander, Jaimes Männer hissen das Lannisterbanner. Allein der Blackfish bleibt rebellisch – und stirbt mit erhobenem Schwert. Größte Verliererin des Stand-Offs: Brienne, die nun ohne erhoffte Verstärkung in den Norden zurückkehrt. Für den "Battle of the Bastards" keine guten Vorzeichen.

So heißt übrigens auch die kommende Episode:

3. In King's Landing

Cersei steht mittlerweile ziemlich einsam da. Allein "Frankenmountain", der von den Toten zurückgeholte Ritter Clegane, ist ihr richtig treu. Als Jünger der Spatzen – die Sekte, die mittlerweile die Stadt im Würgegriff hat – Cersei aus dem Schloss schmeißen wollen, gibt sie trotzdem nicht klein bei:

I choose violence
Cersei Lannister

Das geschieht denn auch ziemlich plastisch: Frankenmountain pflückt einem der Sektenjünger den Kopf von den Schultern – und zieht die Wirbelsäule gleich mit aus dem Körper.

Allein, es hat Cersei nichts genützt. Ihr Sohn Tommen, aktueller König von Westeros, hat sich ihr mittlerweile komplett entsagt. Er bringt seine Mutter vor Gericht und – He chooses non-violence – erlässt eine neue Regel, die "trail by combat" verbietet. Es ist also in King's Landing ab sofort untersagt, seine Ehre vor Gericht durch einen Ritter verteidigen zu lassen (wie das einst im Duell The Mountain vs. The Viper stattfand). Ebendieser Mountain wird nun also Cersei nicht mehr helfen können.

4. Braavos

Dass Arya nach der Attacke der Terminatrix der Waif noch nicht tot ist, war klar. Dass sie allerdings mit einem Pflaster und ein bisschen Gemüsesuppe so schnell auf die Beine kommt, ist wohl der bisher dämlichste Moment der Staffel. Erst erdolcht werden und dann im Bett liegen, als läge nur ein Furz quer...

Aber die ersten Szenen in Braavos wirken verzeihlich, als es zum Ende der Folge kommt. Mit der Waif liefert sich Arya eine packende Verfolgungsjagd durch die Gassen der Stadt. Du denkst dir schon fast, sie packt es tatsächlich nicht. Dann, in einem dunklen Gewölbe holt Arya ihr Schwert Needle hervor und köpft die einzige Kerze im Raum. Es wird finster.

Es ist das Ende der Waif.

Und auch das Ende für Arya bei den Gesichtslosen. Jaqen H'ghar trifft sie noch mal zum Abschied – um ihm das hier zu sagen:

5. Das Zitat der Folge

Alkohol, Morddrohungen, Ränke und Drachen – jeder hatte diese Folge so seine Taschenspielertricks. Nur einer macht keine Spielchen: Der Hund. Mit seiner Axt ist er auf Rachefeldzug. Unterwegs trifft er die Bruderschaft ohne Banner um Beric Dondarrion. Und auch wenn der Hund mittlerweile voller Wut ist, einen moralischen Kompass hat er noch:

Awful lot of shit in this world gets done for a greater good.
Sandor Clegane
Hier findest du unsere bisherigen Recaps zur Staffel:
1/12

Tech

Nasa fotografiert die spektakuläre Geburt eines Sternes

Er leuchtet bereits schwach, als sei er schon immer da – doch seine "Schale" fällt gerade erst von ihm ab: Die Weltraumbehörde Nasa hat ein spektakuläres Foto von der "Geburt" eines Sternes veröffentlicht (ESA/NASA). Darauf zu sehen: Wie sich eine gold schimmernde Gashülle von einem jungen weißen Stern löst. Der Stern lugt am oberen Rand des Nebels hervor. Über ihm leuchtet bereits ein anderer Stern blau.

So zauberhaft sieht die Sternengeburt aus: