Bild: HBO
Und nebenbei geklärt wurde, wer nun "der Prinz, der verheißen wurde" ist.

Nach acht Jahren Blut und Feuer geht "Game of Thrones" zuende. Einige Fans sind enttäuscht, andere halten das Finale für einen gelungenen Abschluss nach all den Machtspielen. Wie der Konflikt um den Thron aufgelöst wurde, passt perfekt zu all den Ränkespielen in Westeros.

Dennoch fragen sich viele: Was ist mit all den Andeutungen und mystischen Momenten der früheren Staffeln? Fast nichts davon spielte am Ende eine Rolle. Aber zumindest für eine wichtige Erzählung scheint das nicht zu stimmen.

Im "Game of Thrones"-Finale gibt es eine Szene zwischen Jon und Daenerys, die die wohl wichtigste Prophezeiung der Erzählung auflöst – wir haben sie nur nicht bemerkt.

Worum geht es? Um die Legende von Azor Ahai, dem Prinzen, "der verheißen wurde".

Spoiler-Warnstufe rot

Wir haben dich gewarnt. Hier verraten wir alles. Wenn du die Serie oder den Film noch nicht gesehen hast und das noch vor hast, betrittst du diese Seite auf eigene Gefahr.

1 Wer ist Azor Ahai?

Azor Ahai ist ein Krieger, der vor tausenden Jahren lebte und das brennende Schwert "Lichtbringer" führte. Um ihn rankt sich eine Legende: Demnach soll er als "der Prinz, der verheißen wurde" vom Gott des Lichts wiederbelebt werden und irgendwann auftauchen und Westeros vor einer dunklen Bedrohung retten. 

In den Büchern wird seine Legende ausführlich beschrieben, in der Serie spielt er ebenfalls eine Rolle. Seine Rückkehr wird mit dem Erscheinen eines roten Kometen verbunden – der wurde schon in Staffel 2 gezeigt.

(Bild: HBO)

2 Wie spielte die Serie mit der Azor-Ahai-Legende?

Die Hexe Melisandre glaubte erst, Stannis Baratheon sei der versprochene Prinz. Er hatte sogar ein brennendes Schwert. Doch dann starb Stannis in der vierten Staffel – und Melisandre belebte Jon Snow nach dessen Ermordung wieder. Seither glaubte sie, er würde es werden.

Gleichzeitig wurde in der Serie Daenerys Targaryen ins Spiel gebracht. Die Prophezeiung wurde auf Valyrisch gesprochen. Dort ist das Wort für "Prinz" geschlechtsneutral – es kann also auch "Prinzessin" bedeuten. Genau das erfuhr Daenerys in Staffel 7 und freute sich, dass sie die versprochene Heilsbringerin sein sollte.

In der dritten Folge der finalen Staffel tötete nun Arya Stark überraschend den Night King, der von allen als dunkle Bedrohung angesehen wurde.

3 Wie löst das Finale nun das Geheimnis auf?

Eine klare Antwort gibt es nicht – aber eine ziemlich eindeutige Szene. Es ist jene, in der Jon Daenerys ersticht. Er sagt ihr noch, dass er sie immer lieben werde. Dann sticht er ihr einen Dolch ins Herz. 

Dieser Moment spiegelt eine Erzählung wider, die über den echten Azor Ahai im zweiten Buch von "Game of Thrones"-Erfinder George R. R. Martin beschrieben ist. Demnach musste Azor Ahai sein Schwert insgesamt drei Mal schmieden. Bei den ersten beiden Versuchen zerbrach es, erst die dritte Version wurde zu "Lichtbringer". Um es zu veredeln, musste er es ins Herz seiner geliebten Frau Nissa Nissa stechen. Fans glauben, die Serie hat nun diese Legende im Thronsaal nachgestellt:

4 Was heißt das also?

Nicht Arya oder Daenerys waren die versprochene Prinzessin – sondern Jon der versprochene Prinz. 

Und nicht der untote Nachtkönig war die eigentliche Bedrohung, die Dunkelheit über Westeros bringt – sondern eben die machthungrig gewordene Daenerys.


Today

Zwischen Eurokrise und Flüchtlingskrise: Warum Griechenland trotz allem pro-europäisch wählt
Jung, europäisch, sucht Zukunft

Mit dem Euro sollte in Griechenland eigentlich alles besser werden: Mehr Stabilität und Sicherheit sollten die Wirtschaft beflügeln, das war die Hoffnung. Doch nach wenigen Jahren kam die Krise. Seitdem ist Griechenland auf Sparkurs – und das Vertrauen in die Europäische Union ist in dem Land schwer beschädigt. Doch an einen Grexit denkt kaum jemand.