Bild: HBO
S06E09 "Battle of the Bastards"

Die zweite Belagerung von Meereen und der lang antizipierte Kampf um Winterfell – nicht nur diese beiden Inhalte machen die aktuelle "Game of Thrones"-Folge zur bisher besten der Staffel. Darüber hinaus wartet "Battle of the Bastards" mit grandiosen Dialogen, starken Bildern, einer packenden Schlacht und großer Tragik. Fünf Gründe, warum wir die Folge zur bislang stärksten küren.

Spoiler-Warnstufe rot

Wir haben dich gewarnt. Hier verraten wir alles. Wenn du die Serie oder den Film noch nicht gesehen hast und das noch vor hast, betrittst du diese Seite auf eigene Gefahr.

1. Die Schlacht um Meereen

Die Master der anderen Städte entlang Slaver‘s Bay greifen Meereen an und wollen Daenerys zur Kapitulation bringen. Da haben die Herren offensichtlich etwas falsch verstanden. "We obviously didn’t communicate clearly. We’re here to discuss your surrender, not mine", sagt Daenerys und fügt hinzu, ihre Herrschaft neige sich nicht dem Ende zu, sondern fange gerade erst an.

Ihre Gegner haben Angst – spätestens, als Daenerys ihren Drachen besteigt, die beiden anderen (endlich!) aus den Pyramide ausbrechen und dann noch der größte Khalasar aller Zeiten um die Ecke kommt. Zum ersten Mal seit sehr, sehr vielen Folgen passiert in Meereen etwas Interessantes und Erwähnenswertes.

2. Besser-als-mein-Vater-Tag

Da stehen sie Thronsaal von Meereen, die Kinder schlimmer Väter (und das am amerikanischen Vatertag!): Tyrion und Daenerys und Theon und Yara.

Wenn man einmal darüber hinweggekommen ist, dass es absolut unmöglich ist, dass Theon und Yara in solcher Windeseile nach Meereen gekommen sind und sich damit abgefunden hat, dass die Serie die anfangs so wichtigen Konzepte von Raum und Zeit wohl über Bord geschmissen hat, dann ist die Szene zwischen den vieren ein Hochgenuss.

Der Pakt zwischen den beiden Frauen ist vielversprechend. "And your offer is free from any marriage demands?", versichert sich Daenerys, woraufhin Yara antwortet: "I never demand but I’m up for anything, really." Na dann.

3. Sansa

Erinnert sich noch irgendjemand an das Mädchen, das Prinzessin sein wollte? Dem nichts wichtiger war als hübsche Kleider? Es scheint eine Ewigkeit her zu sein, dass Sansa dieses Mädchen war.

Sie ist diejenige, die das ganze Ausmaß der Grausamkeit begreift. Nachdem Jon, Tormund und Davos den Schlachtplan besprochen haben, fragt sie ihren Bruder, ob ihm nicht einmal der Gedanke gekommen sei, dass sie auch etwas zur Sache beizutragen hätte. Auf Jons Frage, wie sie denn sonst Rickon zurück bekommen sollen, sagt Sansa: "We’ll never get him back." Und auf sein Versprechen, sie zu beschützen erwidert sie: "No one can protect me."

Man kommt nicht umhin zu denken, dass Sansa für das Regieren vielleicht doch besser geeignet wäre als Jon. Der Sieg in der Schlacht um Winterfell ist jedenfalls ihr Erfolg.

In der Slideshow: Was bisher geschah
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4. Die Schlacht um Winterfell

Wie soll man diese ganze Schlacht kurz zusammenfassen? Die Bilder gehören zu den gewaltigsten, die wohl jemals fürs Fernsehen produziert wurden.

Zunächst können sich alle beruhigen, die befürchtet hatten, Jon Snow könnte nach seiner Auferstehung weniger Jon Snow sein. Nein, er ist immer noch derselbe. Immer noch genauso impulsiv und loyal, so herzzerreißend töricht, heldenhaft mutig und wütend, und mit Glück gesegnet.

Natürlich hatte Sansa Recht – keiner konnte Rickon retten. Und natürlich musste Jon es trotzdem versuchen –against all odds – und damit seine ganze Strategie über den Haufen werfen und mit seinem Heldenmut mutwillig ebenso viele seiner Männer in den Tod reißen wie Ramsay die seinen mit rücksichtslosem Pfeil-Hagel.

Die Schlacht um Winterfell war in jedem Fall ein denkwürdiger Fernsehmoment – selten war Krieg auf dem kleinen Bildschirm so monumental, so grausam, so konsequent choreographiert.

Lass uns Freunde werden!

5. Rache

Als die Tore von Winterfell gefallen waren, und Wun Wun, der sie geöffnet hatte, der letzte Riese, ebenso, da stürzte sich Jon Snow auf Ramsay, in einer sehr kondensierten Form des Bastard Bowl drosch er auf ihn ein, bis von Ramsays Gesicht nicht mehr viel zu erkennen war.

Erst als Jon Sansa erblickte, ließ er von Ramsay ab, in einem irgendwie sonderbaren "not mine to kill"-Moment. Ramsay, diese ultimativ grausame und böse Figur ohne jede Menschlichkeit, hat die Rache bekommen, die er Staffeln lang gefordert hat, gefressen von seinen eigenen Hunden.

Sansa hat ihr Wort vom Vortag gehalten: "You’re going to die tomorrow, Lord Bolton. Sleep well."

Es wird nicht die letzte Rache gewesen sein – Davos hat in einem Scheiterhaufen eine Holzfigur gefunden, die er einst Shireen geschnitzt hatte. Melisandre kann sich baldiger Konfrontation sicher sein.

Zitat der Folge

"Don’t lose."

Melisandre, am Abend vor der Schlacht zu Jon Snow auf die Frage, ob sie noch einen Tipp habe. Danke auch!

Die letzten beiden Folgen


Streaming

John Oliver erklärt, warum der Brexit schlecht für uns alle wäre

John Oliver bittet in seiner Sendung "Last Week Tonight" alle Briten, am kommenden Donnerstag gegen den #Brexit zu stimmen. Genüsslich führt er die schlechten Argumente der Befürworter des EU-Ausstiegs vor – gleichzeitig bekommt auch die EU was ab:

"Die EU ist nicht perfekt: Sie ist groß, störend und unbarmherzig bürokratisch. Stellt sie euch vor wie Gerard Depardieu: Ein unhandlicher europäischer Körper, der ein Quell großer Verwirrung ist. Aber wenn Großbritannien die EU verlassen würde, wäre das eine verheerende und destabilisierende Entscheidung. Man sollte also denken, dass das Pro-Brexit-Lager gute Argumente hat. Leider sind die meisten davon aber Bullshit."

Das hält knapp die Hälfte der Briten nicht davon ab, für den Ausstieg stimmen zu wollen – obwohl sich das Britische Finanzministerium, die Bank of England, der Internationale Währungsfond, die OECD, die USA, Japan, China, Indien und natürlich die EU dagegen aussprechen. Jüngste Umfragen in Großbritannien sahen Gegner und Befürworter des Brexits bei jeweils über 40 Prozent. (Tagesschau)