Bild: HBO
S06E03 "Oathbreaker"

Folge Drei bei "Game of Thrones“Oathbreaker – spinnt die Fäden weiter, die der ziemlich harte Staffeleinstieg bislang offenlegte. Wir bekommen erstmals wieder einen lebendigen Jon Snow zu sehen und auch die anderen Stark-Kinder machen aussichtsreiche Fortschritte. Insgesamt hat die Folge vier Gewinner – aber auch eine Verliererin.

Spoiler-Warnstufe rot

Wir haben dich gewarnt. Hier verraten wir alles. Wenn du die Serie oder den Film noch nicht gesehen hast und das noch vor hast, betrittst du diese Seite auf eigene Gefahr.

1. Gewinner: Varys

Tyrion mag Statthalter von Meereen und ein durchtrieben kluger Kerl sein – Varys, Quoteneunuch der Serie, ist aber immer noch ein bisschen durchtriebener. Während ersterer Reden schwingt ("The true history of the world is a history of great conversations."), bringt Varys lieber Dinge ins Rollen. Er erpresst eine Bürgerin Meereens, um mehr über die "Söhne der Harpyien" herauszufinden – jedes Mörderkommando, dass Daenerys vertrieb und die einstige Sklavenstadt ins Chaos stürzte.

Gut für GoT: Varys-Darsteller Conleth Hill ist eine echte Bereicherung und seine hochgezogene Augenbraue immer noch mehr Wert als jeder Schwerthieb. Tragisch wäre allerdings, wenn durch die Machtverschiebung Tyrion (Peter Dinklage) zum bloßen comic relief degradiert werden sollte.

2. Gewinner: Jon Snow

Klar, wieder am Leben zu sein, ist schon mal prima. Aber auch sonst entfaltet der Charakter von Kit Harington wieder sein komplettes Potenzial: schwermütig, grüblerisch und doch im richtigen Moment tatkräftig.

Ser Davos und Melisandre befragen den von den Toten zurückgeholten gleich zu Beginn der Folge, wie es so im Jenseits aussieht. Endzeit-Spoiler: "There was nothing at all." Auch sonst ist Jon Snow erst mal wenig begeistert, trotz Dolch im Herzen noch am Leben zu sein. Er scheiterte in seinem Wunsch, Nachtwache und Wildlinge zu einen – dafür musste er sterben.

Aber Davos überzeugt ihn, dass Scheitern nichts Schlimmes ist. Ja ja, wir kennen das Sprichwort: Wer stolpert, muss aufstehen und weitergehen. Oder eben: Wer stirbt, muss auferstehen und weitergehen. Jon Snow geht nun erst mal weg, weg von der Nachtwache, weg von der Verantwortung. "My watch has ended", sagt er am Ende der Folge.

3. Gewinner: Ramsey

Vatermörder, Babymörder – ach ja, und Folterer aus Leidenschaft. Die GoT-Macher geben sich wirklich Mühe, Ramsey Bolton als größten Arsch von Westeros in die Seriengeschichte eingehen zu lassen. Sein Handeln hat bisher jedoch keine negativen Konsequenzen: Die Nordfamilie Umber, die vorher loyal gegenüber den Starks war, schwört ihm die Treue. Das Bolton-Heer vergrößert sich also weiter.

Mehr noch: Als Eidbezeugnis liefert das Haus Umber Rickon Stark und Osha an Ramsey aus. Der jüngste Stark und seine Helferin waren in Staffel Drei mit Rickons Wolf zur Burg der Umbers geflohen. Nun scheint deren Schutz dahin, vom Wolf ist nur noch der Kopf übrig. (Wenn auch nur indirekt: Really Ramsey, jetzt auch noch Hundemörder?)

4. Gewinner: Niemand

Also nicht niemand-niemand, sondern Arya-niemand. Die Stark-Tochter macht in ihrem Training als blinde Kämpferin große Fortschritte, löst sich komplett von ihrer Familie und ihrer Vergangenheit und verabschiedet sich sogar von ihrer Todesliste – dem herzlichen To-Do mit Kandidaten, die Arya tot sehen wollte. Aus Arya wird Niemand, Mitglied der Gesichtslosen.

Gerade, wenn man als Zuschauer akzeptiert, dass Arya wohl blind bleiben wird – und dennoch eine Chance hat, eine wirklich gute Kämpferin zu werden – schenkt ihr Mentor Jaqen H'gahr wieder ihr Augenlicht. Aus milchig-stumpfen Augen werden wieder schwarze Pupillen: Arya is back und Niemand ist stärker!

5. Verlierer: Daenerys

Mit Blick auf die einst stolze Khaleesi tritt die Geschichte ein wenig auf der Stelle. Wir erinnern uns: Daenerys, Mutter der Drachen, Brecherin der Ketten, Khalessi des großen Grasmeeres, Königin ... na ja, ihr wisst schon, Daenerys also wurde aus Meereen vertrieben und von einem Dothraki-Stamm verschleppt.

Die einstige Königin ist immer noch Gefangene der Dothraki – und egal, wie oft sie ihre (geerbten und gefühlten) Titel aufzählt, die Reiter behandeln sie dennoch nur wie eine Normalsterbliche. Einen Bonus hat sie: Als ehemalige Frau von Khal Drogo wurde sie nun ins Altenheim für Khal-Witwen aufgenommen, ein Frauenhaus ehemaliger Königinnen. Mal sehen, wie lange Daenerys es dort aushält.

6. Das Zitat der Folge

...kommt diese Woche aus Königsmund. Qyburn (Schwarzer Magier, Gehilfe von Cersei, Erwecker des untoten Ser Gregor) hat die "Vögelchen" von Varys übernommen. Varys benutze sie, um Gerüchte in der Königsstadt zu erfahren. Es handelt sich um Bettelkinder. Nun sind sie Qyburn (und damit Cersei) zu Diensten:

"If any of your friends like sweets or need help, they can always come to me. All i need in return are whispers."
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