Bild: HBO/Helen Sloan
Ich sage nur "foreshadowing".

Die achte und letzte Staffel von "Game of Thrones" hat gerade erst begonnen und schon nach der zweiten Folge beschleicht einen als Fan das miese Gefühl, dass sich die Serie möglicherweise selbst verkauft hat. 

Spoiler-Warnstufe rot

Wir haben dich gewarnt. Hier verraten wir alles. Wenn du die Serie oder den Film noch nicht gesehen hast und das noch vorhast, betrittst du diese Seite auf eigene Gefahr.

Was war an der zweiten Folge der achten Staffel "Game of Thrones" so schlimm?

Eines der wichtigsten Merkmale der Serie war bisher ihre Unberechenbarkeit. Man wusste selten, was als nächstes geschieht. Es wurde gelogen, getrickst und ums Überleben gekämpft. Charaktere, von denen man sich sehnlich wünschte, sie würden einander endlich wiedersehen, haben sich immer wieder auf grausame Art verpasst. Etliche von ihnen sind abgeschlachtet worden wie Osterlämmer – immer mehr oder weniger überraschend, nie konnten sie das eigene Lebenswerk vollenden oder sich von Angehörigen verabschieden. 

"Game of Thrones" kommt bisher ohne die Zutaten aus, die man aus vielen Dramaturgien kennt: Emotionale (Abschieds-)Szenen, die schon ahnen lassen, dass dem Charakter etwas Schicksalsträchtiges geschehen wird? Nö. Abgerundete Lebensgeschichten, in denen geläuterte Helden mit ihrem Tod noch einmal ein Statement machen können (und natürlich die Welt retten)? Nicht mit George R.R. Martin.

Und das ist großartig! Deshalb haben uns der brutale und plötzliche Tod von Ned Stark und die Rote Hochzeit so sehr schockiert. Deshalb konnte kaum jemand die irre Exekution von Petyr Baelish (Kleinfinger) vorhersehen. 

Kurz: "Game of Thrones" ist endlich mal eine Fantasy-Serie, die nicht auf ein Ende hinausläuft, in dem sich die meistgeliebten Charaktere begegnen, gemeinsam gegen das Böse gewinnen und friedlich über die blühenden Landschaften der Sieben Königreiche flanieren. Es ist eine Serie, in der Menschen sich so abgefuckt verhalten, wie sich Menschen eben verhalten; in der am Ende nicht alles gut wird – genau wie in der echten Welt.

Oder besser: "Game of Thrones" WAR so eine Serie – bis zur zweiten Folge der achten Staffel. 

Denn darin zeichnen sich erschreckend viele Storylines ab, die auf die abgelatschtesten Plots der Filmgeschichte hindeuten:

1 Arya hat Sex. 

Für ihre möglicherweise letzte Nacht auf dieser Welt wählt Arya eine Beschäftigung, die bisher nicht gerade zum Kern ihres Charakters gehörte: Sie schläft mit Gendry. Klar, das alles geschieht ganz im Arya-Style: selbstbestimmt und tough.

Trotzdem: Mit diesem Akt – im wahrsten Sinne des Wortes – ist ihre Figur nun wohl in den Augen der Serienmacher endgültig "vollständig". Denn wie wir aus den meisten Serie und Filmen wissen, ist eine Frau nur dann komplett, wenn sie Interesse an einem Mann oder zumindest einer Beziehung zeigt. 

So nun also auch Arya. Das ist erstens schade und zweitens deutet es darauf hin, dass der Charakter Arya nun für die Serienmacher abgeschlossen sein könnte – und ihr Leben möglicherweise auch. Sollte sie nun sterben, zum Beispiel bei dem Versuch, den Nachtkönig zu töten, wären all diese Szenen der "letzten Nacht" auf der Welt eine Andeutung ihres Todes gewesen. Kurz: Diese Szenen machen ihr mögliches Ableben ätzend vorhersehbar. 

2 Jaime schwört Brienne die Treue.

Jaime Lannister kommt als Außenseiter nach Winterfell und trifft dort endlich Brienne wieder. Seit etlichen Staffeln warten die Fans darauf, dass die beiden was miteinander anfangen, bisher vergeblich. Nun, da Jaimes Beziehung mit seiner Schwester Cersei endgültig vorbei zu sein scheint, ergibt sich eine romantische Möglichkeit für die beiden. 

Das zeigt sich nicht nur durch die bedeutungsvollen Blicke, sondern auch in ihrem Gespräch auf dem Übungsplatz vor den Toren Winterfells. Jaime sagt dort Brienne, er sei in den Norden gekommen, weil es eine Ehre für ihn wäre, unter ihrem Befehl in die Schlacht zu ziehen. Wow. Einen größeren Liebesbeweis gibt es für Brienne wohl kaum. Da kriegt selbst sie ein kleines emotionales Zucken auf der Stirn. Kurz darauf schlägt Jaime sie auch noch zur ersten Ritterin von Westeros.

Ganz große Gefühle – und leider auch Vorarbeit dafür, dass beide im Guten aus der Welt scheiden könnten, anstatt einen dreckigen "Game of Thrones"-Tod zu sterben. Danke für nichts... 

3 Das Abschiedslied am Kaminfeuer.

Ser Davos, Tyrion, Podrick, Brienne, Jaime und Tormund verbringen die letzten Stunden vor der Schlacht im Saal vor dem Kaminfeuer, mit einem Weinchen, einer spontanen Ritterzeremonie und einem gefühlvollen Lied.

Ich meine, come on! Wenn alle sechs in der nächsten Folge sterben, hätte man dabei doch das Gefühl: Och ja, ist in Ordnung, sie haben auf so beschauliche Art gemeinsam Abschied vom Leben genommen, sich Treue geschworen und werden einander nicht verraten – komme, was wolle.

Nein! So geht das doch nicht, Leute!

4 Tyrion hat nach dieser Folge kaum eine Chance, noch etwas Überraschendes zu tun.

Erst führt Tyrion tiefgründige Gespräche über die beste Art zu sterben mit seinem geliebten Bruder Jaime. Dann erklärt er, dass er eigentlich auch ein ganz toller Kämpfer ist. Dann verteidigt Ser Jorah seinen tollen Charakter und Dany schickt ihn "zur Sicherheit" in die Krypta

Dass die nicht so sicher sein wird, wie gedacht, wird uns natürlich auch schon suggeriert: Ein kleines Mädchen, das kämpfen möchte, wird "zur Verteidigung" der Frauen und Kinder trotzdem in die Krypta geschickt. Gedacht als Trick, um das kleine Mädchen zu besänftigen, doch ich bin mir ziemlich sicher, dass genau dieses Mädchen noch zum Kämpfen kommen wird. Außerdem erinnern wir uns an den verheißungsvollen Trailer, in dem Arya verletzt durch die Gewölbe unter Winterfell rennt. Oder wir denken an die Tatsache, dass der Nachtkönig Tote auferstehen lassen kann und da unten die ganzen toten Starks liegen. Just saying...

Das Schlimmste an dem ganzen Szenario ist aber: Egal, ob Tyrion den Heldentod stirbt oder ob er es "allen zeigt", indem er überraschend irgendeine rettende Idee hat; der ständig besoffene, verlorene, witzige Zyniker, der nur versucht, selbst irgendwie durchzukommen, ist weg, jetzt ist der geläuterte Helden-Tyrion unterwegs. Und der wird schon irgendeine große Tat vollbringen. Oder?

Die einzige Hoffnung: Nur krasse Plot-Twists können die Serie jetzt noch retten. 

Nach sieben Staffeln voller Überraschungen und Plot-Twists gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass die "Game of Thrones"-Macher uns mit den ganzen kitschigen Abschiedsszenen nur auf eine falsche Fährte führen und wir am Ende mal wieder fassungslos vor dem Bildschirm sitzen.

Auch dafür gibt es Hinweise. Zum Beispiel: Wo ist eigentlich der Nachtkönig? Warum wurde er in der Schlussszene von Folge zwei nicht gezeigt? Steht er womöglich nicht mit dem untoten Heer vor Winterfell, sondern nimmt mit seinem Eisdrachen gerade Königsmund ein, um von dort mit noch mehr Untoten in den Norden zu marschieren? Fällt er so auch nicht auf die Falle herein, die Bran und Co. ihm stellen wollen? 

Wir werden es nächste Woche erfahren – in der mit 80 Minuten längsten Schlachtszene, die es in der Filmgeschichte je gegeben hat.

Fazit: Die zweite Folge hat vermutlich sehr viele Tode angekündigt und sie damit endlos viel langweiliger gemacht. Doch schlimmer als diese Fehlentscheidung der Serienmacher kann es wohl kaum werden 😜:



Fühlen

Dass ich introvertiert bin, heißt nicht, dass ich keinen Spaß auf Partys habe!

Früher habe ich mich gezwungen, lange auf Partys zu bleiben, um so zu feiern wie alle anderen: möglichst lang, lustig und laut. Das war ganz schön anstrengend

Das liegt daran, dass ich eine eher introvertierte Persönlichkeit habe. 

Soziale Kontakte vertrage ich einfach nur in kleinen Mengen. Viele – und vor allem laute – Menschen um mich herum machen mich schnell müde. Um meinen sozialen Akku wieder aufzuladen, brauche ich Ruhe. 

Und trotzdem habe ich Spaß auf deiner Party! Wirklich! 

Auch wenn andere mir das manchmal nicht so richtig glauben wollen.

Was ich diesen Leuten antworte – und warum ich mein Introvertiert-Sein heute sogar als Stärke sehe: Das erkläre ich dir oben im Video.