Bild: dpa/HBO/Helen Sloan
Im Netz disktutieren sich Fans die Köpfe heiß, was sich noch hinter ihren Lieblingsgeschichten verbirgt. Die besten Fantheorien im Check.

Spoiler-Warnstufe rot

Wir haben dich gewarnt. Hier verraten wir alles. Wenn du die Serie oder den Film noch nicht gesehen hast und das noch vor hast, betrittst du diese Seite auf eigene Gefahr.

1. Der dritte Teil von "Zurück in die Zukunft" ist der Grund, warum es keinen bahnbrechenden Fortschritt in "Zurück in die Zukunft 2" gibt.

(Bild: dpa/Fotoreport UIP)

Die Theorie: Am Ende des zweiten Teils erfahren wir, dass Zeitmaschinen-Erfinder und Hoverkraft-Experte Dr. Brown im Jahr 1885 feststeckt. Der Film zeigt außerdem eine Zeitung aus dem "normalen" 1985, die nachweist, dass Dr. Brown gerade wissenschaftlich aktiv war. Seine Forschungen aus dieser Zeit könnten eine Auswirkung auf das ebenfalls im zweiten Teil dargestellte Jahr 2015 haben – außer, er war nie dort, weil er im dritten Teil für seine Liebe Clara im Jahr 1885 bleibt, statt seine Forschungen 1985 technisch weiterzuentwickeln. Brown hat also nicht von der Gegenwart bis zur Zukunft gelebt, um zu entwickeln und zu erfinden. Das 2015 aus dem dritten Teil zeigt den technologischen Fortschritt der uns bekannten 1990er – nicht mehr. Wir haben also nur wegen Brown und seiner Libido immer noch keine schwebenden Skateboards.

Was wir darüber denken: "Liebende verfehlen die Stunde nur, um vor der Zeit zu kommen", stellte schon Shakespeare weise fest. Nichts könnte treffender Browns mögliche Entscheidung für Clara (und gegen die Wissenschaft) beschreiben. Auf das Hoverboard verzichten müssen wir in diesem Jahr trotzdem nicht – auch, wenn die Technik noch keine ausgefeilten Strecken erlaubt.

Glaubwürdigkeit: 4/5

2. Hogwarts ist in Wirklichkeit eine psychiatrische Klinik.

(Bild: dpa/Warner Bros.)

Die Theorie: Harry Potter ist psychisch krank. Die Dursleys sind Harrys richtige Eltern, die Potters existieren nur imaginär, werden von Harry aber zu Helden verklärt. Die Dursleys können mit dem psychisch labilen Jungen nicht umgehen oder sind tatsächlich einfach brutal – und lösen das Trauma damit überhaupt erst aus. Eines Tages kommt es zu einem Zwischenfall, bei dem Harrys echter Bruder Dudley verletzt wird – in Harrys Vorstellung bekommt Dudley einen Ringelschwänzchen – und Harry wird in eine „besondere“ Schule verfrachtet: Hogwarts. Dort lernt er, seine aggressiven Ausfälle zu kontrollieren und sein "dunkles Ich", das er sich als Voldemort vorstellt, zu besiegen. Auch an anderen Stellen des Buches gibt es Hinweise, dass Hogwarts gar keine Zauberschule ist: Tom Riddle möchte zum Beispiel anfangs nicht dorthin, weil er die Schule für eine psychiatrische Klinik hält. Anhänger der Theorie wiederum halten Riddle für ein Alter Ego von Harry. (Mehr Infos zur Theorie gibt's hier.)

Was wir darüber denken: Freud würde applaudieren, aber: nee. Etwas einfach als Vorstellung abzutun, führt jede Story ad absurdum – und ist keine richtig gute Fantheorie. Dabei hat Rowling selbst bereits eine ähnliche Idee als Aprilscherz lanciert hat: In dieser war Harry nur eine Vorstellung von Ron, der auf diese Weise sein Selbstwertgefühl aufbessert.

Glaubwürdigkeit: 1/5

3. Jenny hat Forrest Gump aus Schuldgefühlen abgewehrt.

(Bild: dpa/Paramount Pictures)

Die Theorie: Jenny kannte aus ihrer Familie nie etwas anderes als Gewalt, weshalb sie sich selbst in gewalttätige Beziehungen stürzte. Weil sie nie wie ihr Vater werden wollte, der sie sexuell missbrauchte, fand sie sich mit der Opferrolle ab. Mit Forrest, der sie liebte, wie sie Liebe nie erfahren hatte, kam es zu einer Art "Rollenwechsel". Doch weil sie selbst nicht mehr das Opfer war, dachte sie automatisch, Forrest wäre in dieser Beziehung derjenige, der missbraucht wird. Es war nicht seine Behinderung, die sie von einer Beziehung mit ihm abhielt – denn davon wusste sie ja immer. Nein, sie rannte aus Schuldgefühlen davon, unterdrückte ihre Gefühle und versteckte das gemeinsame Kind: Jenny fühlte sich, als hätte sie Forrest vergewaltigt. (Mehr Infos zu dieser Theorie gibt's hier.)

Was wir darüber denken: Klingt logisch. Und ist wohl die einzige denkbare Möglichkeit, wenn man Jenny nicht als kaltherziges egoistisches Biest sehen will.

Glaubwürdigkeit: 5/5

4. Mary ist der Bösewicht in der vierten Sherlock-Staffel.

(Bild: dpa/ARD Degeto/BBC/Hartswood Films/Colin Hutton)

Die Theorie: Sherlock kehrt nach der Zerstörung von Moriartys Netzwerk zurück und muss Watson von nun an teilen: Der heiratet in der dritten Staffel nämlich Mary Morstan, die sich jedoch als mysteriöse Auftragskillerin entpuppt. Außer, dass sie die Identität einer Toten angenommen hat und ihre richtigen Initialen A.G.R.A. sind, wissen wir wenig über sie – im Gegensatz zu Bösewicht Magnussen, der ihre Vergangenheit zu kennen scheint und sie damit erpresst. Sherlock tötet Magnussen zwar, doch Mary könnte in Staffel vier noch mal wichtiger werden: Zum Beispiel könnte sie der Bösewicht Sebastian Moran sein. Dieser ist noch nicht Erscheinung getreten und stammt aus dem Umfeld von Moriarty. (Mehr Infos zu dieser Theorie gibt's hier.)

Was wir darüber denken: Wäre ja nicht das erste Mal, dass sich ein augenscheinlich männlicher Charakter als Frau entpuppt. Würde aber der Lovestory mit Watson ein jähes Ende setzen und wäre darum sehr, sehr schade.

Glaubwürdigkeit: 2/5

5. Dan sollte nie Gossip Girl werden.

(Bild: dpa/epa Peter Foley)

Die Theorie: Dan war der Moralapostel der ersten Staffeln, der bodenständige Good Guy aus Brooklyn. Im Serienfinale entpuppt er sich plötzlich als das ominöse Gossip Girl, das jahrelang Manhattens Upper East Side aufgemischt hat – natürlich nur aus Liebe zur glamourösen Serena, in deren Welt sich der Jungautor mit fiesen Posts, nun ja, reinschreiben wollte. Mit seinem literarischen Ich Gossip Girl schuf er einen Ort, an dem nicht nur die Elite, sondern auch er selbst eine Rolle spielten – und sicherte sich so seinen Platz in einer durchgeknallten Clique viel zu reicher Teenager. Trotz angeblicher Hilfe seiner kleinen Schwester Jenny sind jedoch viel zu viele logische Lücken in dieser Erklärung: Als Gossip Girl beispielsweise enthüllt, dass Chuck mit Jenny geschlafen hat, sind Jenny und Dan die ganze Zeit im Krankenhaus. Vielleicht wussten die Serienmacher also selbst bis zur letzten Staffel nicht, wen sie als Gossip Girl enttarnen – passende Charaktere gab es ja mehr als genug. (Mehr Infos zu dieser Theorie gibt's hier.)

Was wir darüber denken: "Du bist niemand, wenn niemand über dich redet", erklärt sich Dan. Die Erklärung, dass und warum er hinter dem Tratsch-Blog steckt, ist zu schön – und vor allem schön unglaubwürdig. Der Überraschungseffekt ist den Serienmachern aber gelungen. XOXO.

Glaubwürdigkeit: 4/5

6. Jon Snow ist der Auserwählte.

(Bild: dpa/HBO/Helen Sloan)

Die Theorie: Jon ist eigentlich der uneheliche Sohn von Eddard Stark und trägt deshalb den Bastardnamen "Snow“. Doch obwohl Stark es selbst behauptet hatte, gibt es das Gerücht, dass er gar nicht dessen Sohn ist – sondern der von Eddards Schwester Lyanna und Prinz Rhaegar Targaryen, der Lyanna vergewaltigt hat. Dann wäre Jon Snow nämlich in der Blutlinie der Tragaryens, was nach einer Prophezeiung auch für den Auserwählten Azor Ahai gilt, welcher den Ewigen Winter und die Bedrohung durch die Weißen Wanderer beendet. In ihren Visionen vom angekündigten Prinzen sieht die Hexe Melisandre außerdem immer Schnee: Jon Snow könnte also tatsächlich der Auerwählte, der "Versprochene Prinz" sein. (Mehr Infos zu dieser Theorie gibt's hier.)

Was wir darüber denken: Gut, Jon Snow ist eigentlich gerade erst niedergestochen worden und ausgeblutet. Aber so ein Serientod lässt sich in "Game of Thrones" ja einfach beseitigen – zumal Melisandre gerade wieder auf der Bildfläche erschienen ist. Und die Wiederbelebung des selbstlosen Helden würde Fans der Serie entzücken.

Glaubwürdigkeit: 5/5

7. Gandalf hat seinen Plan vergessen.

(Bild: dpa/Enterpress New Line Cinema)

Die Theorie: Warum haben die Adler den Ring nicht einfach nach Mordor geflogen? Das könnte Gandalf eigentlich geplant haben: Nachdem ihn die Adler vor Saruman retten, bespricht er mit ihnen den Plan, und sie stimmen zu. Ihre einzige Gefahr wären lediglich die Drachen der Nazgûl – und sie hätten den Überraschungsmoment auf ihrer Seite. Gandalf hält den Plan geheim, doch als er in Moria mit dem Balrog kämpft und fällt, enthüllt er ihn im letzten Moment: "Fly, you fools“, sagt er im englischen Original in der Hoffnung, dass jemand den wahren Sinn von Fliegen versteht. Gandalf der Graue stirbt im Kampf und kehrt erst später als Gandalf der Weiße zurück. Nach seinem Tod hat er viel von seinem früheren Leben vergessen – auch den geheimen Plan. (Mehr Infos zu dieser Theorie gibt's hier.)

Was wir darüber denken: Na gut, Altersschwäche und temporäre Verwirrtheit wären zumindest eine gute Erklärung dafür, warum die Mission in "Herr der Ringe" so erbärmlich geplant und durchdacht war. Mit den Adlern statt zu Fuß nach Mordor hätte es aber auch nicht für ein Epos wie "Herr der Ringe" gereicht.

Glaubwürdigkeit: 3/5