Bild: imago/Cinema Publishers Collection
Spoiler: Donald Trump hat damit zu tun

Der Humor der Animationsserie "Family Guy" ist nichts für Jeden, denn die Serie übertritt bewusst Grenzen und möchte provozieren. Stewie, das Baby der Familie, wünscht seiner Mutter den Tod, Brian, der Hund der Familie, hat regelmäßig Affären mit menschlichen Frauen, der alte, pädophile Nachbar Mr. Herbert ist scharf auf Familiensohn Chris... 

Aber mit den Schulenwitzen will Seth MacFarlane in "Family Guy" jetzt aufhören!

Und warum? Weil sich die Zeiten nun einmal ändern.

In der aktuelle Episode "Family Guy", die am Sonntagabend in den USA lief, trifft Peter auf den US-Präsidenten Donald Trump.

Donald Trump sagt zu Peter: "Du bist Peter Griffin aus 'Family Guy'. Meine Kindern haben in den letzten Jahren ihre Lieblingswitze über Juden, Schwarze und Schwule in deiner Sendung gelernt." Worauf Peter antwortet: "Um fair zu sein: Wir versuchen gerade, das schwule Zeug stufenweise herunterzufahren." (Entertainment Weekly)

Executive Producer Alec Sulkin und Co-Serienschöpfer Rich Appelin haben dazu in einem Interview mit "TV Line" erklärt, dass "Family Guy" und die Macher hinter der Serie sich im Laufe der Jahre verändert hätten.

Sulkin: "Wenn du dir eine Show aus den Jahren 2005 oder 2006 ansiehst und sie mit einer Show aus den Jahren 2018 oder 2019 vergleichst, wirst du einige Unterschiede bemerken. Bei einigen der Dinge, über die wir uns damals mit einem guten Gefühl lustig gemacht haben, ist es heute nicht mehr akzeptabel, darüber Witze zu machen."

Und als würde er schon ahnen, dass jemand behaupten könnte, jemand würde die Serienmacher zu diesem Entschluss zwingen, fügt Rich Appelin hinzu: "Wenn eine Show seit 20 Jahren läuft, verändert sich die Kultur. Und wir reagieren darauf und denken dabei nicht: 'Sie lassen uns bestimmte Dinge nicht [sagen].' Nein, wir haben uns auch verändert. Das Klima ist anders, die Kultur ist anders und unsere Ansichten sind anders. Sie sind von der Realität um uns herum geprägt, also denke ich, dass sich die Show auf viele verschiedene Arten verändern muss."

"Family Guy" wurde schon wegen homophober Witze und dem Anstacheln von Vorurteilen kritisiert. 

Allerdings eher wegen vereinzelter Witze. In einer Episode guckt sich die Familie eine Dracula-Verfilmung an, in der Graf Dracula Angst hat, einen blonden Mann zu beißen, weil er HIV haben könnte. In einer anderen Episode schläft Brian mit einer transsexuellen Frau. Nachdem er herausbekommt, dass sie transsexuell ist, übergibt er sich 30 Sekunden lang. Auf die Kritik an dieser sequenz angesprochen, sagte Serienschöpfer Seth MacFarlane, er verstehe den Ärger nicht: "Wenn ich herausgefunden hätte, dass ich mit einer Transsexuellen geschlafen habe, hätte ich mich möglicherweise auch übergeben – auf die selbe Art, wie wenn ein schwuler Mann eine Vagina anschaut und sagt: 'Oh mein Gott, das ist ekelerregend.'"(Queer.de)

Gleichzeitig wird in zahlreichen Episoden immer wieder eine unterdrückte Homosexualität von Baby Stewie angedeutet. Es soll sogar eine Coming-Out-Episode für Stewie gegeben haben. Seth MacFarlane hat sie geschrieben, aber nie produziert – weil die Serie zwischenzeitlich abgesetzt war. Als "Family Guy" wieder produziert wurde, hat man sich dagegen entschieden, die Episode zu bringen – denn Stewie ist immerhin erst ein Jahr alt. (Independent

Die Episode mit Donald Trump erregt noch aus einem anderen Grund besonderes Aufsehen: 

Denn wer "Family Guy" kennt, kann sich schon denken, was passiert: Trump und Peter werden sich prügeln. Lange. Ausführlich. Und brutal.

Kleiner Fun Fact am Rande: "Family Guy" wird in den USA auf Fox ausgestrahlt – es wäre also möglich, dass Donald Trump die Episode gesehen hat. Wobei selbst Sulkin im TV-Line-Interview zu bedenken gibt, dass die Episode auf Fox News ausgestrahlt werden müsste, um ganz sicher zu gehen, dass Trump sie auch sieht.



Gerechtigkeit

So witzig macht sich Mexikos Ex-Präsident über Trumps Mauerpläne lustig
"Mexico will not pay for the fucken wall"

Für den US-Präsidenten Donald Trump gilt Mexiko als Land der "Drogendealer und Vergewaltiger" (bento). Schon im Wahlkampf hetzte er regelmäßig gegen den US-Nachbarn im Süden, seit er im Amt ist, geht die Tour weiter. Trumps Lieblingsprojekt: eine Mauer entlang der Grenze bauen.

Den Streit um die Finanzierung dieser Mauer führt Donald Trump so erbittert gegen die Demokraten, dass Teile der US-Regierung seit Mitte Dezember stillstehen, eine Einigung ist nicht in Sicht (bento). Kanadische Fluglotsen schicken nun sogar Pizza zu ihren US-Kollegen im Zwangsurlaub (bento). 

Die beste Antwort auf den Irrsinn liefert Vicente Fox Quesada – und das mit einem alten Video.

Vicente Fox ist der ehemalige Präsident von Mexiko – und hat es sich in seinem Ruhestand zum Hobby gemacht, Trump auf die Schippe zu nehmen.

Auf Twitter kommentiert er regelmäßig die Politik Trumps, hin und wieder dreht er vom Schreibtisch aus auch Videos, in denen er Trump die Welt erklärt. 

Mit seinen witzigen Einlassungen gilt Vicente Fox für viele Mexikaner als Anti-Trump. Sein Nachfolger Enrique Peña Nieto hatte Trump seltener kritisiert, der neue Präsident Andrés Manuel Lopez Obrador setzt vor allem auf den Dialog mit dem US-Präsidenten (bento). Auf Diplomatie muss Ex-Präsident Fox allerdings nicht mehr achten. 

Im Video erklärt Vicente Fox nun Donald Trump, wie verschwendet all das Geld für den Mauerbau wäre – und wofür er es besser verwenden sollte.

Das Video dauert vier Minuten – und Fox macht erst mal klar, dass Mexiko nicht für die Mauer bezahlen wird. Genau das hatte Trump immer wieder gefordert. Jüngst wollte er sich an diese Forderung dann plötzlich nicht mehr erinnern.

Dann holt Fox eine "Taco Bowl" hervor und fragt, was diese Fast-Food-Verirrung soll. Wer wirklich mexikanisches Essen möge, solle doch einfach die Bowl weglassen: