Bild: © Elite Film 1970
Cinema Perverso
(Bild: © Elite Film 1970)

Das Bahnhofskino: Es stank immer ein bisschen, und es war schmuddelig. Hier liefen ausrangierte Filme, die entweder zu kurz und "richtig schön scheiße gemacht“ waren oder Streifen, die ihre Blütezeit schon erlebt hatten. Um den Reisenden die Wartezeit zu verkürzen, flimmerten nach dem Zweiten Weltkrieg in mehr als 30 deutschen Kinos die Leinwände nonstop. Auf dem Programm standen Filme wie "Die Satansweiber von Tittfield“, "In der Gewalt der Riesenameisen“ und andere dubiose C- und D-Movies. "Cinema Pervers“ erzählt uns mittels trashiger Filmausschnitte und unterhaltsamer Zeugenberichte damaliger Kinobesucher die schummrige Welt des Bahnhofskinos.

V-Mann-Land
(Bild: rbb/Thorsten Backofen)

Diese Doku macht einfach nur sprachlos! Sehr genau wird das System der V-Männer durchleuchtet und skandalöse Details von Protagonisten ausgepackt, die noch nie vor der Kamera geredet haben. Vor unseren Augen tut sich eine geheime Parallelwelt auf, in der Nazis und Agenten mit hohen Budgets ausgestattet werden, um die Faschisten-Szene zu finanzieren, rechte Veranstaltungen zu organisieren und bei gewalttätigen, sogar tödlichen, Attentaten selbst aktiv mitzuwirken.

Viele der vom Staat finanzierten V-Männer sind nicht nur abartige Verbrecher, sondern liefern obendrein nur absolut wertlose Informationen. Oder noch schlimmer: Einige geben sehr brisante Meldungen weiter, die dann aber niemanden interessieren – das hat der Fall NSU in aller Härte gezeigt hat.

Eine von vielen empörenden Geschichten aus der Doku beleuchtet das Schaffen von Wolfgang Franz, der beinahe die Hälfte seines Lebens ein V-Mann war – jedoch einer in doppelter Tätigkeit. Er nahm das Geld vom Verfassungsschutz an, gab es seiner Nazi-Partei und teilte den Kontaktpersonen nie etwas Interessantes mit. Zirka 800.000 Mark hat er vom Verfassungsschutz bekommen. Geld, das fast komplett in die NPD floss, und noch einmal weitere 800.000 Mark Spesen, von denen sich Franz ein schönes Leben machte, fette Autos kaufte, ein Jagdhaus unterhielt und um die Welt reiste. 1,6 Millionen Mark für einen Nazi, der ausschließlich wertlose Informationen lieferte.

Andere hochgradig gewalttätige Verbrecher, die als V-Männer arbeiteten, bekamen vom Verfassungsschutz regelmäßig eine weiße Weste, wurden in zig Verfahren freigesprochen und erhielten als kleine Muntermacher unter anderem die Adressen von Antifa-Mitgliedern, so dass sie diesen mal einen Besuch abstatten konnten.

Der Gipfel dieser Ungeheuerlichkeiten: Politiker und hohe Beamte beim Verfassungsschutz, die all diese Skandale zu verantworten haben, werden nicht etwa zur Rechenschaft gezogen, sondern befördert. Clemens Riha liefert mit seiner Dokumentation "V-Mann-Land“ einen beeindruckenden Beitrag zu einem dringend reformbedürftigen System!

Kriegerin
(Bild: Alexander Janetzko / Ascot Elite Filmverleih)

Marisa, Anfang 20, ist rechtsextrem, gewalttätig und ihr Weltbild ist von Hass geprägt. Mit ihren gleichgesinnten Freunden prügelt und säuft sie sich durch den Alltag. Als plötzlich die bürgerliche Svenja, ihr komplettes Gegenteil, Anschluss in der Neonazi-Clique sucht und ein junger Afghane im Leben von Marisa auftaucht, beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen. Während Svenja immer tiefer im braunen Sumpf versinkt, beginnt Marisa allmählich ihre rechte Gesinnung infrage zu stellen.

Das aufrüttelnde Regiedebüt "Kriegerin“ von David Wnendt blickt tief in den rechten Abgrund und zeigt, welche Verführungskraft die Neonazi-Szene für junge Menschen haben kann. Beim Deutschen Filmpreis gewann das Drama 2012 die Auszeichnungen "Bester Spielfilm in Bronze“ und "Bestes Drehbuch“. Außerdem wurde die großartige Hauptdarstellerin Alina Levshin für die "Beste darstellerische Leistung“ ausgezeichnet und für ihre Rolle mit dem "Bambi“ geehrt.

Mediasteak x bento

MediasteakAnne und Laura von Mediasteak zeigen, was in den Mediatheken steckt. Jeden Freitag empfehlen sie die besten Spielfilme, Dokumentationen und Serien bei bento.

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