Deshalb freuen wir uns auf 2019 mit dem Schauspieler.

Den Schauspieler Edin Hasanović treffen wir im kommenden Jahr auf Netflix. Geboren wurde Hasanović ("Familie Braun", "You are wanted", "Nur Gott kann mich richten") zu Beginn des Bosnienkrieges in der Stadt Zvornik. Seine Mutter flüchtete mit ihm nach Berlin, wo er heute lebt. Seinen Vater verlor er im Krieg. 2016 erhielt Edin den "Goldene Kamera Nachwuchspreis", 2018 moderierte er den Deutschen Filmpreis. 

Dort setzte er ein klares Zeichen gegen Ausländerfeindlichkeit:

"Ein Flüchtling ist ein Mensch, der flüchtet. Es ist ein Zustand, es ist keine Identität. Klar, Integration geht in beide Richtungen, aber Menschen sind keine Probleme. Und hätte man mich damals nur als Problem wahrgenommen – und nicht nur mich, sondern auch meine syrischen, palästinensischen, bosnischen Freunde, meine Freunde aus dem Libanon, Irak, Serbien, Eritrea, Pakistan, Afghanistan – dann hätten wir es niemals geschafft, Ärzte, Lehrer, Anwälte, Informatiker, Mechaniker, Schauspieler oder sonst was zu werden."

Wir haben mit Edin Hasanović darüber gesprochen, was er sich für das kommende Jahr vorgenommen hat.

Was war dein größter Erfolg im vergangenen Jahr?

Erfolg ist immer schwer zu messen, weil man nicht richtig weiß, woran man ihn überhaupt genau misst. Beruflich war mein größter Erfolg 2018 vielleicht die Moderation des Deutschen Filmpreises, weil ich so jung war und weil die Organisatorinnen und Organisatoren den Mut hatten, mir die Moderation zuzutrauen. Wir haben es gemeinsam geschafft, der sehr ernsten deutschen Filmbranche etwas mehr Lockerheit, Solidarität und Gemeinschaftsdenken zu verleihen.

Außerdem stehe ich derzeit für eine Netflix-Serie vor der Kamera, in der ich die Hauptrolle übernehme. Das ist natürlich auch nicht schlecht. Ein persönlicher Erfolg war für mich die Erkenntnis, dass ich meinen Job nicht mehr lange machen kann, wenn ich ihn so weitermache wie die letzten Jahre. Bei 100 Prozent hört es bei mir nicht auf, es sind meist 150 Prozent. Irgendwann wird es zu viel.

Welche Herausforderung gab es dabei?

Auf jeden Fall das sehr viele und sehr intensive Arbeiten, bei dem man weniger auf sich achtet. Gemeistert habe ich sie durch viel Nachdenken und Ruhe. Ob all das erfolgreich war, sehen wir 2019 – dann reden wir noch mal.

Was ist dein persönlicher Wunsch für 2019?

Dass man etwas mehr auf sich achtet, dass die eigene Stimme lauter ist als die äußeren Einflüsse. Mehr Klarheit, mehr Ruhe – im Job, in sich und in der Gesellschaft.

Was brauchst du, um es umzusetzen?

Um glücklich zu werden, muss ich gelitten haben. Ich brauche also die Erkenntnis und den Willen, etwas zu verändern.

19 für 2019

Sie helfen Menschen in Not, retten Bäume für das Klima, kämpfen für faire Löhne, engagieren sich gegen Rechts, streiten für Gerechtigkeit und sind ganz einfach Vorbilder: Wir stellen 19 junge Menschen vor, die uns 2018 inspiriert haben – und von denen wir 2019 noch viel hören werden. Hier geht es zur Übersicht


Gerechtigkeit

19 für 2019: Dank Firas Alshater verstehen sich Deutsche und Geflüchtete viel besser
Deshalb freuen wir uns auf 2019 mit dem YouTuber.

Firas Alshater kommt aus Damaskus. Und lebt in Berlin. So verschieden beide Städte auch sind, für Deutschland sind gerade beide wichtig. Es geht um die Frage, wie man Geflüchteten aus Syrien Schutz bieten kann – und was Geflüchtete tun müssen, um hier eine neue Heimat zu finden.

Firas hat Antworten. Der 27-jährige Filmemacher hat das erste Jahr im syrischen Bürgerkrieg hautnah miterlebt, Gräueltaten des Regimes dokumentiert, Proteste gegen Diktator Baschar al-Assad organisiert. Dann floh er nach Deutschland und baute hier den YouTube-Kanal "Zukar" auf. 

In witzigen Webvideos gibt er nun Geflüchteten Tipps, wie sie diese Deutschen besser verstehen lernen – und erklärt Deutschen, wie eigentlich diese Geflüchteten ticken. Es ist Integration auf die entspannte Art.

Wir haben mit Firas Alshater über seine neuen Vorhaben für 2019 gesprochen.