Bild: RTL / Stefan Menne

Im Dschungelcamp wird geredet und geraunzt, als würden da nicht zig Kameras in den Palmwipfeln hängen. Als hätte nicht jeder der Kandidaten ein kleines Mikro mit Rekorder am Safari-Outfit, das jedes noch so leise Flüstern aufzeichnet. Es wird geredet, als wären da keine Zuschauer.

Aber wir sind da. Und wir hören die Sätze für die Ewigkeit, die den Kandidaten in der vermeintlich unbeobachteten Szenerie aus dem Mund fallen. Und wir – zumindest manche von uns – LIEBEN diese poesiealbumreifen Sprüche und die aufregenden Diskussionen, die kein literarisches Quartett der Welt so hitzig hinkriegen würde.

Und, damit es für immer festgehalten wird, geben wir hiermit zu Protokoll:

1. Fragen zum Thema Sex formuliert man am besten relativ schnörkellos.

Thorsten: Menderes, wann hast du das letzte Mal Sex gehabt? Sag mal.
Menderes: Warum fragst du mich das?
Thorsten: Ich frag dich das, weil du hattest ja noch nie ’ne Perle.
Menderes: Nee, hat sich noch nicht ergeben.
Thorsten: Aber weißt du, was mich interessiert: Hast du noch nie?
Menderes: Nee.
Thorsten: Du willst mir doch jetzt nicht weiß machen, dass du mit 29 Jahren noch keinen…?
Menderes: Nein, hatte ich wirklich noch nicht.
Thorsten: Noch nie? Bist du Jungfrau?
Menderes: Ja.
Thorsten: Ach, hör auf.
Menderes: Doch.
Thorsten: Ey, du hast doch Klötze in der Buchse, oder?
Menderes: Ja, aber -
Thorsten: Hast du denn kein Bedürfnis?
Menderes: Ich komme einfach bei den Mädels nicht gut an.
Thorsten: Du bist ein Junge. Du hast Dinger da unten.

Anschließend betretendes Schweigen.

(Bild: RTL / Stefan Menne)

2. Offen sprechen klappt am besten mit, äh, ohne Kameras.

Sophia: Ich hatte nicht vor, über mein Privatleben zu sprechen, aber ganz ehrlich: diese Kameras. Die sind irgendwann weg.

3. Flirten Sie jetzt erfolgreich auf MySpace.

Sophia: Ich habe viele bekannte Leute aus den Medien angeschrieben. Und es hat wirklich keiner geantwortet. Außer der Bert. Der hat zwei Wochen später bei MySpace geantwortet. Und meinte so, wir können ja mal telefonieren. Ich habe ihn angerufen. Habe mir natürlich vorher eine Liste gemacht, was denn der Unterschied zwischen Puffbetreiber und Zuhälter ist [um Bert zu imponieren, Anm. d. Red.].

4. Die Dinge sehen, wie sie sind.

Helena: Ich bin hier reingegangen und ich wusste genau, auf was ich mich einlasse, hallo. Ich komm von RTL. Also, wenn hier jemand weiß, was hier abgeht, dann ich: Die wollen mich kotzen sehen.

(Bild: RTL / Stefan Menne)

5. Einen Weltstar lernt man kennen, in dem man von ihm angerufen wird.

Gunter: Er hatte mich eines Tages angerufen, er hatte meine Nummer. Und hat gesagt: "Hello, I’m Johnny Cash, you’re my friend. Come over to my studio, sing my songs in German language."

Brigitte (ruft von Weitem): Johnny Cash und Gunter? Also, ich kann das nicht sehen, aber das ist incredible.

6. In dieser Welt lebt es sich besser, wenn man sie sich kopflos zusammenbaut.

David: Leider kann ich mir keine Namen merken, ich weiß nicht, wer Johnny Cash ist. Johnny ist ein lustiger Name und Cash ist halt money. Johnny Cash. Muss einer sein, der Geld macht.

7. Konflikte kann man umschreiben, indem man Neologismen für sie findet.

Helena: Ich hatte gerade ’ne kleine Konfro mit Nathalie.

8. Manchmal muss es einfach raus.

Sophia (während der Dschungelprüfung): DAS HAT MICH ANGEKACKT!!!

9. Übertreibungen helfen, den Schmerz zu verarbeiten.

Helena: Ich bin gerade so aufgestanden und dachte so, wow, Hollywood!

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