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Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft?

Nein, nicht ganz. Wir alle kennen zwar den Kultfilm aus dem Jahre 1989, in dem ein leidenschaftlich-verrückter Professor seine Familie schrumpft und man könnte meinen, dass "Downsizing" dieser Geschichte nacheifert. Das Schrumpfen der Menschen hat in dieser Geschichte jedoch einen ganz anderen Hintergrund.

Der Planet droht in Zukunft durch Überbevölkerung und Rohstoffknappheit zugrunde zu gehen, weshalb norwegische Wissenschaftler eines Tages die geniale Lösung vorstellen: Wenn der Mensch viel kleiner wäre, würde er weniger verbrauchen, weniger essen und trinken müssen und in kleinen Häusern leben. 

Der Plan wird Realität und als der einfache Paul (Matt Damon) von dem Eingriff hört, ist er sofort Feuer und Flamme. Er und seine Frau Audrey (Kristen Wiig) haben als Miniversion die Möglichkeit, ganz groß zu leben, denn ihr Geld ist in der Miniaturwelt "Leisureland" mehr wert als in der normalen Welt.

Deshalb entscheiden sie sich dazu, ihre Ersparnisse für die Prozedur zu opfern, doch Audrey bekommt währenddessen kalte Füße und lässt Paul im Stich. Er muss sein Leben in "Leisureland" alleine beginnen, doch er findet schon bald neue Freunde wie seine Nachbarn Dusan (Christoph Waltz) und Konrad (Udo Kier).

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Die Darsteller

Was ist ein Film schon ohne seine Besetzung? Regisseur Alexander Payne konnte für seine verrückte Idee genau den passenden Cast gewinnen, der die kleine Welt von "Leisureland" ganz groß macht: Dabei spielt der Hauptdarsteller Matt Damon ("The Martian") authentisch den einfachen Paul und Kristen Wiig ("Ghostbusters") trägt mit ihrem natürlichen Humor erst zum Ton des Films bei. Doch nicht nur die Hauptbesetzung, sondern auch die Nebenrollen sind hochkarätig besetzt. So trifft man nicht nur Christoph Waltz ("Inglourious Basterds"), sondern auch "How I Met Your Mother"-Star Neil Patrick Harris oder Komiker Jason Sudeikis ("Wir sind die Millers").

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Die Komik

Auch, wenn es sich im Film um ein gesellschaftskritisches Thema handelt und man das Geschehen von einem ernsten Standpunkt betrachten kann, kommt man nicht um die komischen Elemente drumherum. "Downsizing" bietet zahlreiche Momente, die den Zuschauer schmunzeln lassen, wie zum Beispiel Matt Damons Schrumpfszene, nach der er überprüft, ob alles proportional mitgeschrumpft ist oder wenn die normalgroßen Krankenschwestern die nackten und kahlgeschorenen Miniatur-Menschen wie einen Pfannkuchen mit einer Art Pfannenwender aus dem Bett heben. Die generelle Darstellung von großen und kleinen Menschen zugleich ist so ulkig umgesetzt, dass der Film eine gewisse Leichtigkeit transportiert, die sehr angenehm anzuschauen ist.

Da will man sich doch auch gleich schrumpfen lassen?!:

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Der CGI-Einsatz

Wie bereits erwähnt, kennt wahrscheinlich jeder "Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft" und hat auch schon damals die Effekte bewundert, wie ein einfacher Regentropfen eine Person erschlagen konnte. In unserem Zeitalter, in dem nur so mit CGI-Effekten um sich geworfen wird, erscheint es jedoch schon fast keine Besonderheit mehr zu sein und langweilt den Zuschauer nur noch, wenn Alien-Maschinen zum Leben erweckt werden.

Interessant werden Spezialeffekte erst wieder, wenn sie in einem realistischen Kontext auftreten und man somit Empathie für die Situation entwickeln kann. So bringen übergroße Blumen, Kekse oder Absolut-Flaschen den Zuschauer wieder zum Staunen, wenn man sich selbst in diese Situation hineinversetzen kann (und irgendwie auch möchte).

Wer bekommt wohl die Rose?:

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Die Entstehungsgeschichte

Es ist immer wieder interessant zu hören, was sich Filmemacher beim Entstehungsprozess ihrer Drehbücher gedacht haben und so erzählt Jim Taylor, dass er und sein Bruder sich darüber lustig machten, wie viel angenehmer das Leben für den Menschen wäre, wenn er seine Körpergröße schrumpfen ließe.

Taylor und Payne arbeiteten zweieinhalb Jahre an dem Skript, welches ursprünglich vor 2006 fertiggestellt werden sollte. Payne entschied sich dann aber, die Filmprojekte "The Descendents" und "Nebraska" vorzuziehen.

Übrigens, schon gewusst? Eigentlich sollten Reese Witherspoon ("Walk the Line") und Paul Giamatti (Sideways") in den Hauptrollen spielen sowie Sacha Baron Cohen ("Borat").


Gerechtigkeit

Hier leiden täglich Kinder, kaum einer sieht hin
Im Jemenkrieg sind in den vergangenen drei Jahren bereits mehr als 5000 Kinder getötet worden. Die Leben weiterer Hunderttausend sind bedroht.

Davor warnt jetzt das Uno-Kinderhilfswerk Unicef. In einem neuen Bericht hat sich Unicef die Lage der Kinder in dem Bürgerkriegsland angeschaut. Es sind traurige Zahlen.