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Die packende Story

Zugegeben, das "Familie-tot-Tochter-vergewaltigt”-Szenario ist so alt wie die Welt. Trotzdem gelingt es Eli Roth zur Oberflächlichkeit des Home-Invasion-Thriller, der zum Rachethriller mutiert, eine höhere Ebene hinzuzufügen: Die Waffengewalt in den USA wird zum Thema gemacht.

Paul Kersey (Bruce Willis) ist ein friedfertiger Familienmensch aus der weißen Mittelschicht, der liberal, gebildet ist und nie eine Waffe besessen hat. Chicago wird jedoch vom Verbrechen regiert und so wird seine Ehefrau Luca (Elisabeth Shue) eines Tages von Einbrechern ermordet und seine Tochter Jordan (Camila Morrone) liegt im Koma. Er sucht zuerst die Hilfe bei der Polizei, doch diese ist überfordert und kann nichts tun. Kersey greift deshalb selbst zum Gesetz, denn die Täter sollen bestraft werden. Er zieht nachts durch die Straßen und beginnt aus Rache zu morden. Durch ein Social-Media-Video wird er als Held gefeiert. Ist er wirklich ein Volksheld oder vielleicht doch nur zum Massenmörder geworden? Mit seiner wachsenden Berühmtheit als Rächer zieht er immer stärkere Feinde an. Hat sich Paul überschätzt oder treibt ihn ein Sterbewunsch an?



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Ein provozierendes Remake

Tatsächlich ist "Death Wish” ein Remake vom Film "Ein Mann sieht rot” aus dem Jahre 1974, in dem bereits Schauspieler Charles Bronson für Furore sorgte. Der Rachethriller löste eine hitzige Debatte aus, da er die Selbstjustiz derart glorifizierte. Auch Regisseur Eli Roth möchte mit dem Remake provozieren und kennt sich durch seine früheren Projekte wie "The Green Inferno” oder "Hostel” bereits mit Skandalen aus. Wo kommt eine Gesellschaft hin, wenn jeder über Tod und Leben entscheiden darf?

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Die Umbenennung des Romans nach dem Film

Ursprünglich baut die Filmreihe "Ein Mann sieht rot" (gefolgt von "Der Mann ohne Gnade", "Death Wish III - Der Rächer von New York", "Das Weiße im Auge” und "Death WIsh V - Antlitz des Todes") auf dem Roman "Der Vigilant oder ein Mann sieht rot” von Brian Garfield auf. Weil die Filme aber so erfolgreich waren, wurde der Roman später einfach in "Death Wish" umbenannt.

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Bruce Willis, der Amokläufer von nebenan

Bruce Willis kennt man nahezu nur als kampflustigen Actionhelden, der jedoch den Guten darstellt. Auch in "Death Wish” soll er den anständigen Familienvater darstellen, der durch die Untätigkeit der Justiz zur Selbstjustiz gezwungen wird. Der Zuschauer nimmt seine Perspektive ein und akzeptiert sein Morden als permanenten Zustand der Selbstverteidigung. "Death Wish” ist aber ein zweischneidiges Schwert, denn Kersey ist eigentlich der willkürliche Aggressor, der der Böse ist und in seinem kruden Weltbild das Massenmorden gerechtfertigt. So hat jeder Amokläufer eine Rechtfertigung parat. "Death Wish” zeigt somit, dass die Gerechtigkeit nicht von einem Einzelnen abhängig sein darf.

Bruce is back!

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Die Entstehung

Die Entwicklung des Films begann tatsächlich schon 2006 und Sylvester Stallone sollte die Hauptrolle spielen. Die Dinge kamen natürlich anders und Ende 2012 wurde bestätigt, dass das Remake von Joe Carnahan mit Liam Neeson als Star inszeniert werden sollte. Carnahan jedoch verließ das Projekt und wurde durch den Regisseur Gerardo Naranjo ersetzt. Er war daran interessiert, Benicio Del Toro als Hauptrolle einzusetzen, aber auch diese Version wurde nie verwirklicht. Bruce Willis wurde übrigens aus einer Shortlist ausgewählt, auf der noch folgende Schauspieler zur Auswahl standen: Russell Crowe, Matt Damon, Will Smith und Brad Pitt.

Wir finden, dass Willis die richtige Wahl war!


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