Bild: Marve
Chimichangas!

Das absurd-erfolgreiche "Avengers“-Abenteuer "Infinity War" ist noch keine vier Wochen alt, da steht schon der nächste Comic-Held in den Startlöchern: Ryan Reynolds kehrt mit "Deadpool 2" auf die Leinwand zurück. 

Und diese Comic-Verfilmung könnte sogar Superhelden-Muffel begeistern. 

Denn der Superheld mit der großen Fresse ist eigentlich so ziemlich alles andere als ein Held.

Auch Deadpool stammt ursprünglich aus dem Hause Marvel. Die Lizenzrechte liegen aber schon seit Jahren beim Konkurrenz-Studio Fox. Deshalb spielen Deadpools Abenteuer auch nicht in Marvels weit verzweigtem Film-Kosmos, sondern überschneiden sich mit den X-Men.  

Wie, was Film-Kosmos? Wen das verwirrt, der wird durch Ryan Reynolds Schauspiel noch mehr durcheinandergebracht. 

Denn: Deadpool weiß, dass er in einem Film lebt. 

Darüber spricht er viel und gern, oft auch direkt mit dem Publikum. Die Filme sind gespickt mit Insider-Witzen, Parodien, "South Park"-artigem Humor und ganz viel Selbstironie.

Wenn's ums Sprücheklopfen geht, muss Deadpool sich außerdem nicht auf die Zunge beißen – seine Filme sind freigegeben ab 16.

Entsprechend blutig und brachial fällt auch die Action aus. Deadpool mäht, hackt und ballert alles nieder, was ihm in die Quere kommt und hat auch noch jede Menge Spaß dabei. In seinem zweiten Film kriegt er allerdings selbst erstmal ganz ordentlich aufs Maul: Die griesgrämige Killermaschine Cable, gespielt von Thanos-Schauspieler Josh Brolin, ist für Deadpool allein eine Nummer zu groß. 

Kurzerhand gründet Deadpool sein eigenes Super-Team: Die X-Force. Comic-Lesern dürfte das ein Begriff sein, hier gab es gleich mehrere Teams mit diesem Namen. An Comic-Hassern geht die Anspielung vorbei, ohne dabei allzu große Fragen aufzuwerfen. 

Zuletzt war die X-Force sowas wie der Geheimdienst der X-Men. Das Team übernahm brandgefährliche Missionen, die moralisch oft fragwürdig waren.

Ob Deadpools Team sich ebenfalls in diese Richtung entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Schon die Rekrutierung von Mitstreitern gestaltet sich für das Großmaul mit dem Avocado-Gesicht nämlich schwierig. Kein Wunder: Die wirklich coolen Helden sind schon bei den X-Men oder den Avengers untergebracht. Und Deadpool? Der kriegt das, was übrig bleibt. Beziehungsweise, wie er selber anmerkt: Das, was sich das Studio an Lizenzen leisten konnte. 

Das stört ihn aber nicht weiter. Und auch nicht Hauptdarsteller Ryan Reynolds, der jahrelang darum kämpfte, seinen Lieblingshelden Deadpool auf der großen Leinwand spielen zu dürfen. Auch im zweiten Teil merkt man, dass er unendlich viel Spaß an der Rolle hat. 

(Bild: Fox/Marvel)

Trotzdem: Nicht alle Pointen zünden in "Deadpool 2" so gut wie im ersten Teil. Allzu viel Neues hat das neue Abenteuer nicht zu bieten. 

Fairerweise sollte man aber erwähnen, dass Reynolds (oder Deadpool, die Grenzen verschwimmen hier) das bereits vorab angekündigt hat. Das ist doch immerhin ehrlich und konsequent.

Wer Lust auf Superhelden-Action der etwas anderen Art hat, ist bei "Deadpool 2" auf jeden Fall an der richtigen Adresse. Absolute Fans, die auf den Film hin fiebern, könnten aber enttäuscht werden.


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