Bild: Annika Leister

Zur Kirche gehen. Mit der Familie essen. Mit alten Freunden ganz schlimm abstürzen. Weihnachten, das besteht vor allem aus: Ritualen. Dazu gehört auch das Fernsehprogramm: "Der kleine Lord", "Drei Nüsse für Aschenbrödel" oder "Kevin allein zu Haus" begleiten uns an den Festtagen seit Jahren und Jahrzehnten.

Wir haben uns umgehört: Welcher Film gehört für dich einfach zu Weihnachten dazu? Und warum?
Sarah, 24: "Santa Claus"
Sarah, 24(Bild: Annika Leister)

Ein schlechtes Vater-Sohn-Verhältnis wird gekittet und den Weihnachtsmann gibt es wirklich – für Sarah ist "Santa Claus" ein Muss im Dezember. Gern auch früh: In diesem Jahr hat sie die Familienkomödie schon Anfang des Monats gesehen.

Dass ihr Freund sich rigoros verweigert, stört sie wenig: Sie packt ihren künstlichen Weihnachtsbaum aus ("schon fertig geschmückt") und stimmt sich allein auf die nächsten Wochen ein. Mit ihren Eltern sieht sie an den Weihnachtstagen "Schöne Bescherung". "Seit ich denken kann", sagt sie. "Da kann ich mitsprechen."

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Lisa, 24: "Das letzte Einhorn"
Lisa, 24, mit Freund Ronny(Bild: Annika Leister)

Der Zeichentrickfilm über das Einhorn, das seine Artgenossen von einem monströsen roten Stier befreit, gehört für Lisa zu den Weihnachtsklassikern. "Den habe ich früher immer allein am ersten Weihnachtsfeiertag geguckt, wenn meine Mama schon wieder arbeiten musste", erzählt sie.

Eine Mutprobe war das als kleines Mädchen auch: "Der rote Stier war so gruselig." Seither gab es kein Weihnachten ohne Einhorn. Allerdings könnte es dieses Jahr zum ersten Mal so weit sein: Die ersten zwei Tage verbringt Lisa bei der Familie ihres Freunds Ronny – und bei der steht "Eine schöne Bescherung" auf dem Programm.

Leonardo, 33: "Nightmare before Christmas"
Leonardo, 33(Bild: Annika Leister)

Leonardos Vater hat ihm den düsteren Musical-Zeichentrick von Tim Burton zum ersten Mal gezeigt, als er noch klein war. Seitdem guckt der Brasilianer den Film meistens, um sich am 24. Dezember für den Familien-Abend in Stimmung zu bringen.

"Ich denke gar nicht gezielt daran, aber irgendwann nachmittags fällt mir der Film dann ein und ich gucke ihn allein." In Leonardos Heimat Brasilien geht es mit der Bescherung erst spät in der Nacht los. Dort ist zur Weihnachtszeit Hochsommer. "Es ist schon lustig, dass all diese Winter- und Schnee-Filme wie 'Kevin allein zu Haus' im Fernsehen laufen – während es bei uns 30 Grad heiß ist."

Fiona, 26: "Tatsächlich… Liebe"
Fiona, 26

Irgendwann um Weihnachten packt es Fiona. Dann ist es Zeit für "Tatsächlich… Liebe". Beziehungsweise "Love Actually" – so heißt die romantische Komödie im Originaltitel in Fionas Heimat Kanada.

Dann versammelt sie ein paar Freunde und wirft den Fernseher an. Dabei habe sie erst im vergangenen Jahr erkannt: "Der Film ist richtig schlecht, voll von Bodyshaming und sexistischen Kommentaren." Trotzdem liebe sie die Handlung, die Romantik – und werde Hugh Grant auch in diesem Jahr wieder zusehen, wie er seine Hausangestellte für sich gewinnt. "Ganz sicher."

Patrick, 28: "Hannibal"

Für Patrick gibt es fast kein Weihnachten. Als Rettungssanitäter arbeitet er an den Feiertagen in Zwölf-Stunden-Schichten. Das Familienessen wird für ihn extra vorgezogen, schon am 23. Dezember treffen sich alle im Restaurant. Danach folgen für ihn drei stressige Tage, die vor allem aus arbeiten, schlafen und arbeiten bestehen.

Gerade schaut der Netflix-Fan die Serie "Hannibal" mit Mads Mikkelsen als Hannibal Lecter. "Nicht gerade weihnachtlich – aber gut", sagt Patrick – dabei werde es wohl auch an den Feiertagen nach Dienstschluss bleiben.

Chiara, 20: "Drei Nüsse für Aschenbrödel" und "Sissi"
Chiara, 20(Bild: Annika Leister)

Für Chiara ist der Fernsehtag am 25.12. ein festes Ritual. "Da laufen einfach so gute Filme!"

Am Tag nach der Bescherung versammelt sich ihre ganze Familie auf dem Sofa und schaut, was auch immer gerade läuft, "einen Film nach dem anderen". Erst abends geht es wieder vor die Tür: ins Musical oder ins Theater.

Chiaras Film-Favoriten: "Drei Nüsse für Aschenbrödel" und "Sissy" – die Trilogie hat sie immer allein mit ihrer Mutter geschaut. "Sie erinnern mich an früher, an den Klein-Mädchen-Traum vom Prinzessin-Sein."

Luke, 24: "Schöne Bescherung"
Luke, 24

Luke kommt aus den USA. Weihnachten verbringt er ganz klassisch mit der Familie in seiner Heimat nahe New York. Chevy Chases Weihnachtskomödie, in der Katzen gegrillt werden und Weihnachtsbäume abfackeln, gehört für ihn zu Weihnachten so sehr dazu wie ein knisterndes Feuer und heiße Schokolade. Deutschland wird er dann allerdings ein wenig vermissen: "I wish we’d have some Glühwein over there."

Jaime, 23: Kein Film.
Jaime, 23(Bild: Annika Leister)

In seiner Familie bleibt der Fernseher aus. Stattdessen geht Jaime am 24. schon morgens auf den Weihnachtsmarkt, zum Glühweintrinken mit alten Schulkameraden. "Das ist da Tradition, über alle Generationen hinweg."

Abends gibts Festtagsschmaus, gekocht von der Mutter. Danach werden Gesangsbücher verteilt und ein paar Klassiker gesungen. Als Kind habe er diesen Teil gehasst. "Heute finde ich es sogar ganz lustig." Für seine Oma, die inzwischen gestorben ist, war das Singen zu Weihnachten immer ein Höhepunkt: "Sie hatte Alzheimer – aber an diese Lieder konnte sie sich perfekt erinnern." Krönender Abschluss des Abends: ein Gin Tonic mit seinem Vater.


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