In "Crazy Rich" wartet eine Überraschung auf die nichtsahnende Rachel: Bei der gemeinsamen Singapur-Reise stellt sich heraus, dass ihr Freund Nick der reichste und begehrteste Junggeselle in ganz Asien ist. Mit dieser Partie ist allerdings nicht jeder zufrieden. Nicks konservative Mutter etwa hält gar nichts vom Frauengeschmack des Sohnemanns.

"Crazy Rich" präsentiert sich als klassische Cinderella-Story im modernen Gewand. 

Der Film macht Spaß, auch wenn die Handlung nicht neu ist und das Ende auch ohne Spoiler von Anfang an recht offensichtlich ist.

Trotzdem ist der Film revolutionär. Im Original heißt er "Crazy Rich Asians" –  es ist einer der ersten Hollywood-Filme mit einem komplett asiatischen Cast.

Jahrelang tauchten Asiaten in Hollywood vor allem als Bedrohung auf: Sie spielten Folterknechte, Gangster und Terroristen. 

Der wohl bekannteste Vertreter ist der diabolische Dr. Fu Manchu. Klar, es gab im Laufe der Jahre auch asiatische Helden wie Jackie Chan oder Jet Li – über das Klischee des Karate-Kämpfers kamen sie aber selten hinaus.

Hollywood besetzt inzwischen immer mehr asiatische Darsteller, um sich auf dem lukrativen chinesischen Markt zu etablieren. Diese Rollen sind aber selten mehr als Lippenbekenntnisse.

Als 2017 der Anime-Klassiker "Ghost in the Shell" verfilmt wurde, ging die Hauptrolle nicht etwa an eine asiatische Schauspielerin, sondern an Hollywood-Star Scarlett Johansson. Die Rolle der Ancient One in Marvels "Doctor Strange" wurde von  Tilda Swanton gespielt –  in der Comic-Verlage ist die Figur tibetanisch. 

Kelly Marie Tran ergatterte als erste asiatische Schauspielerin eine Hauptrolle in einem "Star Wars"-Film. In "The Last Jedi" gab sie ihr Debüt als Rose Tico. Von den Fans bekam die junge Schauspielerin aber wenig Zuspruch. Stattdessen wurde sie online mit Hasskommentaren und rassistischen Beleidigungen überschüttet.

"Ihre Worte schienen zu bestätigen, was ich als Frau und Person of Color bereits festgestellt hatte", erklärt Tran im Interview mit der Huffington Post. "Dass ich an den Rand gehöre; dass ich in ihren Leben und Geschichten nur als Nebenfigur etwas wert bin."

Lange Zeit ging Hollywood davon aus: Asiatische Helden verkaufen sich nicht. "Crazy Rich" beweist nun das Gegenteil – und das ziemlich eindrucksvoll.

Am ersten Wochenende spielte der Film über 25 Millionen US-Dollar ein und schnellte an die Spitze der amerikanischen Kino-Charts. Damit ist "Crazy Rich" schon jetzt die erfolgreichste romantische Komödie der letzten Jahre (Fortune). Für viele Mitglieder der asiatischen Community geht ein Traum in Erfüllung.

"Crazy Rich" startete am 23. August in den deutschen Kinos.


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