Bild: ZDF/Anna Piltz

Für einen Tag Prinzessin sein – ein Traum vieler junger Mädchen. Für Isis Salam wird er nun wahr. Nur ist die 26-Jährige kein kleines Mädchen mehr.

Isis lebt in Berlin, schlägt sich die Nächte um die Ohren und ist irgendwie noch nicht so richtig angekommen. Schon seit sie 16 ist, zieht sie rastlos durch die Welt, immer auf der Suche nach sich selbst. Gerade jetzt soll die junge Nigerianerin die "wichtigste Rolle ihres Lebens" spielen. Denn ihr Vater wird zum König des Stammes der Yoruba gekrönt. Und Isis zur Prinzessin. Also macht sie sich auf den Weg nach Lagos und kehrt nach 25 Jahren zum ersten Mal zurück zu ihren afrikanischen Wurzeln.

"Ich hab' in einen Eimer gekackt!"

Angekommen in Lagos wird Isis bald mit den offiziellen, eher weniger glamourösen, Pflichten einer Prinzessin konfrontiert: Jeden Morgen steht sie um halb 5 Uhr auf, darf nicht entscheiden wann und was sie isst, muss zahllose Rituale über sich ergehen lassen. Während einer 10 Tage andauernden Zeremonie harrt sie in einem kleinen Kabuff mit ihrem Vater aus und darf den Raum nur verlassen, wenn sie zur Toilette muss – einem Eimer.

Dazu kommt, dass die angehende Prinzessin ständig singen, lächeln, sich verbeugen muss. Es es ist schwül und staubig. Der Stress und die vielen Menschen, die plötzlich etwas von ihr wollen, schnüren Isis die Kehle zu. Ihr einziger Lichtblick: die Anerkennung ihres Vaters und das große Fest, das als Belohnung am Ende der Zeremonie für sie veranstaltet wird. Bis es soweit ist, machen Schnaps und Beruhigungsmittel die kräftezehrenden Vorbereitungen zur Krönungszeremonie etwas erträglicher.

"Coming Home" von Anna Piltz, Annikki Heinemann und Peta Jenkin dokumentiert eindrucksvoll eine Selbstfindung und zeigt, wie eine junge Frau ihrer Familie zu Liebe an ihre Grenzen geht.

Hier kannst du dir "Coming Home" angucken

Mediasteak x bento

MediasteakAnne und Laura von Mediasteak zeigen, was in den Mediatheken steckt. Jeden Freitag empfehlen sie die besten Spielfilme, Dokumentationen und Serien bei bento.


Gerechtigkeit

"Ich habe Angst um meine Sicherheit" – So wehren sich Amerikaner gegen Trump

Es ist wie ein Erdbeben. Massenproteste überall – und Gewalt und Hass. Die Atmosphäre in den USA hat sich verändert seit der Präsidentschaftswahl, deren Ergebnis Millionen Amerikaner völlig überrascht hat. Für Minderheiten fühlt es sich an, als ob Amerika die Maske abgelegt hätte und plötzlich eine hässliche Fratze zum Vorschein kommt.

Rassismus und Diskriminierung sind mit dem Sieg von Donald Trump alltagsfähig geworden. Trump-Unterstützer reißen muslimischen Frauen den Hijab vom Kopf und attackierten Muslime, der Ku-Klux-Klan feiert, Hassbotschaften werden an Wände gesprayt, Migranten belästigt. Solche Berichte häufen sich derzeit, Amerikaner teilen Fotos und Videos davon auf Twitter. "Genießt eure Arbeit noch ein bisschen, bald dürft ihr an der Mauer arbeiten, die die USA von Mexiko trennen wird", mussten sich mexikanische Angestellte von einer Kundin in San Diego anhören.

Junge Amerikaner, die von den politischen Veränderungen besonders betroffen sind, weil sie etwa Einwandererkinder sind, schwarz, lesbisch, schwul, bi- und transsexuell, haben Angst.

Trotzdem versuchen viele, ihr Land zu verändern – fünf von ihnen erzählen hier, wie: