Zwei Antworten zum kuriosen Vorfall

Chinas Staatschef Xi Jinping herrscht in China mit nahezu uneingeschränkter Macht. Er sperrt Kritiker ein und unterdrückt Minderheiten wie die muslimischen Uiguren. Tausende werden in Umerziehungslager gesteckt, die Bevölkerung wird genau überwacht. 

Wer sich nicht konform verhält, kann am Reisen gehindert werden oder sein Konto gesperrt bekommen. Auch Zensur ist in China ein großes Thema, immer wieder werden Suchanfragen im Netz oder ganze soziale Netzwerke blockiert. 

Nun wird in China der neue "Winnie Puh"-Film zensiert – weil der Bär angeblich Ähnlichkeit mit Xi Jinping hat.

Worum geht es?

Es geht um "Christopher Robin", eine Realfilm-Adaption des Kinderklassikers. Darin spielt Ewan McGregor einen erwachsenen Robin, der den Kuscheltieren seiner Kindheit wieder begegnet, also Tigger, Esel und eben auch Winnie Puh.

Quellen berichten nun, dass "Christopher Robin" in China nicht in den Kinos erscheinen darf (The Hollywood Reporter). Angeblich, weil der Bär zu Spott führen könnte. Im Netz vergleichen nämlich Kritiker seit längerem Xi mit Winnie Puh und basteln immer neue Memes. 

Die Ähnlichkeit ist da:

(Bild: dpa/BBC; Montage: bento)

Worum geht es wirklich?

Um Kontrolle. Bilder von Winnie Puh sind in China bereits seit längerem verboten – eben um systemkritische Xi-Memes zu verhindern. Auch ein Clip des US-Comedians John Oliver wurde in China zensiert. Darin berichtet Oliver über das autoritäre China (und macht auch wieder Witze über Xi "Puh" Jinping).

Wie geht es weiter?

Der Film wird wohl nicht gezeigt werden, so einfach. Allerdings heißt das nicht, dass China komplett auf Hollywood-Filme verzichtet. Der chinesische Kinomarkt ist ein riesiges Geschäft für Hollywood, immer mehr Filme werden extra an den asiatischen Markt angepasst – indem man chinesische Darsteller castet, zum Beispiel.

Die Frage ist nur, wer zuerst nachgibt: China mit einer liberaleren Kino-Politik – oder Hollywood mit künftig noch unkritischeren Filmen?


Grün

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