Über die echteste Mutter der Filmgeschichte.

Autorin Diabolo Cody und Regisseur Jason Reitman gehören ohne Zweifel zu den Dreamteams von Hollywood. Was die beiden anpacken, ist immer sehenswert. In "Juno" erzählen sie die Geschichte einer Jugendlichen, die ungewollt schwanger wird – ganz unaufgeregt, dafür aber mit viel Humor. Und in "Young Adult" kann Charlize Theron nicht von ihrer wilden Jugend lassen. 

Beide Filme sind längst Kult – und mit "Tully" kommt nun das neueste Werk des Gespanns in die deutschen Kinos.

 Auch Charlize Theron ist wieder mit von der Partie. In "Tully" spielt sie Mutter Marlo. Die hat drei Kinder mit Ehemann Drew, aber eben nur zwei Hände. Dementsprechend stressig gestaltet sich der Alltag mit einem neugeborenen Baby.

Bald fühlt Marlo sich nicht mehr als Mensch und schon gar nicht als Frau. 

Sie ist nur noch Mutter. Und sie hasst es:

So nimmt die Familie schließlich die Dienste einer „Nacht-Nanny" in Anspruch. Abends übernimmt Studentin Tully, gespielt von Mackenzie Davis, das Baby, damit die geschlauchte Marlo sich ausruhen kann. 

Doch Tully kümmert sich nicht nur um den Säugling, sondern auch um die deprimierte Mutter. Nach und nach entsteht zwischen den ungleichen Frauen eine ganz besondere Freundschaft.

Klingt nach "Mary Poppins"? Nicht wirklich. 

Tully ist nicht bloß Marlos gute Fee, sie lernt auch von der leidgeprüften Mutter. Wo Tully mit ihrem Latein am Ende ist, weiß die lebenserfahrene Marlo oft Rat. So erkennt Marlo mit der Zeit auch, dass sie keine Loserin ist, sondern so einiges auf dem Kasten hat.

Muttersein bedeutet nicht nur Mutterglück, sondern auch durchwachte Nächte, schmutzige Windeln und die ein oder andere Sorgenfalte. Das ist die Realität, die jede Mutter bestätigen wird.

An Hollywood ist diese Realität bisher aber vorbei gegangen: Kino-Mütter sind top gestylt, angezogen wie für den Laufsteg und mit einem unverwüstlichen Lächeln gesegnet. Die Schattenseiten des Elterndaseins werden ausgeblendet. Bestenfalls dienen sie als Pointengeber in flachen Komödien.

In "Tully" stehen Elternfreud und Elternleid gleichberechtigt nebeneinander. So untrennbar, wie sie zusammengehören, werden beide Seite auch dargestellt: In einer Minute spielt und kuschelt Marlo mit ihren Kindern, in der nächsten Minute möchte sie am liebsten abhauen und nie wieder kommen. 

Trotzdem – oder gerade deswegen –  ist "Tully" unglaublich komisch

Die schonungslose Ehrlichkeit der Geschichte und der Figuren wirkt entwaffnend. Die überforderte Marlo ist vom ersten Moment an Sympathieträgerin – und zugleich die wohl echteste Mutter der Filmgeschichte.


Gerechtigkeit

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