Bild: dpa/Netflix; Montage: bento
Cannes denn Streaming Sünde sein?

Was ist passiert? 

Der Streamingdienst Netflix produziert jedes Jahr eigene Filme, die auch auf Filmfestivals wie dem in Cannes um Preise konkurrieren. Noch 2017 war Netflix dort mit Eigenproduktionen wie "Okja" oder "The Meyerowitz-Stories" vertreten. 

Nun hat das US-Unternehmen alle Filme aus der diesjährigen Preisverleihung zurückgezogen. 

Warum hat Netflix das gemacht? 

Weil sich das Unternehmen mit den französischen Verantwortlichen des Festivals streitet. Viele davon finden, dass nur Filme in Cannes teilnehmen dürfen, die auch im Kino gezeigt wurden. Das liegt daran, dass Verleiher für solche Filme besondere Kultur- und Kinosteuern zahlen müssen – diese wiederum finanzieren den Dreh neuer Filme aus Frankreich. (SRF)

Netflix umgeht mit seinem Vertriebsmodell also diese Förderung und ärgert damit die französischen Filmemacher. Bei der Präsentation der beiden teilnehmenden Filme im Jahr 2017 gab es Buhrufe. (SPIEGEL ONLINE)

Die Verantwortlichen in Cannes hatten daher entschieden, Netflix und anderen Online-Only-Diensten die Teilnahme zu verbieten und strichen einen Film aus dem diesjährigen Wettbewerb. Nun dürfen nur noch Filme antreten, die im Kino gezeigt wurden. 

Wie geht es jetzt weiter? 

Das ist noch unklar. Cannes-Leiter Thierry Frémaux hatte dem Streaming-Dienst angeboten, "außer Konkurrenz" dennoch vorbeikommen zu dürfen. Der wütende Netflix-Chef Reed Hastings zog daraufhin von sich aus alle Bewerbungen zurück.

Inzwischen bereut er diese Entscheidung aber schon wieder: ;"Manchmal machen wir alle Fehler", sagte der CEO dem Magazin "Variety". Er liebe Cannes arbeite nun an einem Modell, mit dem alle Parteien glücklich sind.

Der Programmchef von Netflix, Ted Sarandos, hatte kurz zuvor noch gegen heftig Cannes gewettert:

"Die haben sich entschieden, die Art der Verbreitung der Filmkunst vorzuziehen. Wir wollen die Zukunft des Kinos sein. Wenn Cannes sich entscheidet, an der Verganenheit zu hängen, dann ist das so."

Today

Seehofer bejubelt eine Kriminalstatistik – die so gar nicht stimmt
Welche Straftaten erfasst werden – und welche nicht.

Deutschland ist sicherer geworden. Das verkündete Innenminister Horst Seehofer am Dienstag – und stellte die neue Polizeiliche Kriminalstatistik für das vergangene Jahr vor.

Das Ergebnis: Fast zehn Prozent weniger Straftaten gab es im Jahr 2017. Konkret wurden 5,76 Millionen Straftaten registriert – so wenige wie seit 25 Jahren nicht. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl ist die erfasste Kriminalitätsrate sogar so niedrig wie seit 30 Jahren nicht. (SPIEGEL ONLINE)

Doch lässt die jetzt veröffentlichte Statistik auch den Schluss zurück, dass es in Deutschland tatsächlich sicherer geworden ist?