Bild: Fox
Aber es gibt einen Funken Hoffnung.

"Brooklyn Nine-Nine" ist tot. Von Fox abgesetzt. Nach fünf Staffeln. Diese Nachricht schockierte Donnerstagabend deutscher Zeit die Fans der Serie.

Klar, "Brooklyn Nine-Nine" ist nicht "Game of Thrones", die Fangemeinde nicht riesig – aber treu und emotional. Auf Twitter war das Aus der Serie weltweit bestimmendes Thema, es trendete gleich unter zwei verschiedenen Hashtags.

Die Wut in maximal 280 Zeichen:

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Aber warum verursacht die Absetzung der Serie so einen Aufruhr? Schließlich ist der Humor doch flach, die Serie eine Sitcom, die mit den ausgefeilten Handlungsbögen anderer Serien wie beispielsweise "The Wire" nicht mithalten kann.

Brooklyn Nine-Nine, das ist ein Fall pro Folge, ganz klassisch. Und dennoch: Die Nachricht vom Ende der Serie hat Millionen Menschen tieftraurig gemacht.

Ein Erklärungsversuch in fünf Schritten:

1

Der Humor

Er ist flach, ja. Aber nicht dumm – und vor allem: nie gemein. Brooklyn Nine-Nine ist die Serie, die man nach einem langen, beschissenen Tag schauen kann, an dem man keine Lust mehr hat, sich entweder gelbe Untertitel bei Arte oder die neue mega intelligente Black-Mirror-Folge reinzuziehen.

Die Serie macht gute Laune. Und ist dabei gleichzeitig lustiger als die allermeisten anderen Serien, die es mit Feierabend-Humor versuchen. "The Big Bang Theory" läuft seit gefühlten 47 Jahren und besteht aus einer Beobachtung: Nerds sind oft unfreiwillig komisch. Bei Brooklyn Nine-Nine hat jeder Charakter seine eigene Form des Humors. Okay, der von Jake Peralta sticht heraus:

2

Die Vielfalt

Im Revier in Brooklyn arbeiten zwei Latinas als Polizistinnen, eine davon ist bisexuell, der Chef ist schwarz und schwul, hat gegen den Willen seiner Kollegen eine LGBT-Gruppe für Polizistinnen und Polizisten ins Leben gerufen. Die Serie könnte nicht weiter entfernt sein vom klischeebeladenen Revier voller harter weißer Männer, die abends ihre Frauen anrufen, um zu sagen, dass es mal wieder später wird.

3

Die Rollen

Die Charaktere sind mit mehr Liebe zum Detail ausgearbeitet als in den meisten anderen Sitcoms. Drei Beispiele:

Rosa Diaz ist eine Kommissarin mit einem Herz aus Stahl, schon als Kind im Ballet-Unterricht lernte sie, ihre Emotionen zu verbergen. 

Hin und wieder ringt sie sich doch doch eine emphatische Geste ab. Aber wirklich nicht so oft.

Jake Peralta ist die Hauptfigur der Serie, ein Teenager im Körper eines ausgewachsenen Cops. Lieblingsbeschäftigung: Action-Stunts und Schurken schnappen, mitsamt dummer Sprüche.

(Bild: Fox)

Sergeant Terry Jeffords ist der direkte Vorgesetzte der beiden. Er liebt Yoghurt, hat viele Muskeln, kann folglich mit den Brustmuskeln zucken und hält ganz nebenbei den ganzen Laden zusammen.

4

Die Running Gags

Die Serie zieht eine Reihe von Running Gags gnadenlos durch – und sie sind wirklich gut. Eigentlich kann man sie direkt ins eigene Berufsleben integrieren. Ein Beispiel: Title of your sex tape. Schau selbst.

5

Die Anfangsszenen

Im Englischen heißen sie "cold openings", es ist die erste Szene der Serie, die sogleich den Ton setzt, einen aus dem Alltagstrott reißt und regelmäßig direkt daran erinnert, warum man sich den Kram reinzieht. Eine gute Sitcom ohne guten Einstieg ist unmöglich. "Brooklyn Nine-Nine" schafft es immer wieder, zu überraschen. Eine Szene ist absurder als die andere, immer sind sie witzig. Hier zwei Beispiele:

Bonus: Hoffnung?

Die Serie wirklich sterben zu lassen, wäre also eine wahre Schandtat. Fox hat die Serie zwar definitiv nach fünf Staffeln abgesetzt. Allerdings kamen nach dem Liebessturm auf Twitter direkt Gerüchte auf, dass andere Streaminganbieter interessiert sein könnten, die Serie fortzusetzen. Spekuliert wird über vor allem über Hulu, geringere Chancen werden auch Netflix eingeräumt (Deadline). Bei Netflix ist die Serie in Deutschland ohnehin zu sehen. Einige Fans warten nur auf ein Zeichen, um ihre Kreditkarten zu zücken und ein Abonnement abzuschließen.


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