Bild: Focus Features
Die Geschichte klingt abenteuerlich, ist aber wirklich passiert.


Ron Stallworth ist in den Siebzigern der einzige afroamerikanische Polizist im US-Bundesstaat Colorado – nicht gerade die besten Voraussetzungen, um als Undercoveragent den rassistischen Klu-Klux-Klan zu unterwandern. Genau das versucht er aber in Spike Lees neuem Film “Blackkklansman”.

Der Ku-Klux-Klan

Der Klu-Klux-Klan wurde 1856 in den US-Südstaaten gegründet. Er trat für eine "weiße Vorherrschaft" ein. Der Klan verübte zahlreiche Anschläge auf Afroamerikaner und ihre Unterstützer, bis er 1870 zunächst aufgelöst wurde. Seit 1915 agieren verschiedene Gruppen als Ku-Klux-Klan. Sie unterhalten Beziehungen zu anderen rassistischen Vereinigungen. 

Ron (John David Washington) beherrscht die Rhetorik der Rassisten perfekt. "Ich hasse Schwarze. Ich hasse Juden, Mexikaner und Iren, Italiener und Chinesen. Eigentlich hasse ich jeden, der kein reines arisches Blut in seinen Adern hat,“ erklärt er Klan-Mitgliedern am Telefon. Langsam gewinnt er ihr Vertrauen. Das Problem: Er kann sich nicht bei ihnen blicken lassen. Das muss ein weißer Kollege übernehmen: Flip (Adam Driver).

 

"Blackkklansman" erzählt eine Geschichte, die aberwitzig klingt – aber sie ist wirklich passiert.

Obwohl der kuriose Fall inzwischen fast 50 Jahre zurückliegt, erscheint das Thema wieder aktueller denn je. 2017 marschierten tausende Neonazis in der Universitätsstadt Charlottsville auf, um gegen die Entfernung einer Statue des Konföderierten-Generals Robert E. Lee zu protestieren. Die Demonstration eskalierte; es gab Tote und Verletzte (bento). Präsident Trump hat sich bis heute nicht deutlich von der rechten Szene distanziert – und trägt so mit dazu bei, rechtsextreme Ansichten in den USA wieder salonfähig zu machen. 

"Blackkklansman" führt einem vor Augen: Das alles ist nicht neu. Das rechte Gedankengut war nie aus der Gesellschaft verschwunden; es wurde nur versteckt. 

Rassisten und Faschisten hielten sich schon immer für Patrioten und Verteidiger ihres Vaterlandes. Spikes Lees Film reißt ihnen die Maske vom Gesicht.

Die meisten "Klansmen" sind selbst Außenseiter. Sie schlagen ihre Zeit in Kneipen tot und träumen sich zurück in ein Amerika, in dem ihre Hautfarbe genug war, um ihnen Anerkennung zu sichern.

 Ihren Frust gleichen die Rassisten aus, indem sie sich selbst zu „Rittern des Klans“ stilisieren. Klan-Chef David Duke führt gar den Titel "Grand Wizard" – wörtlich: "großer Zauberer" – und meint das völlig ernst. „Was macht ihr Jungs so?“, fragt Undercover-Ermittler Flip in einer Szene. "Kreuze verbrennen!", antwortet ein Klan-Mitglied stolz.

 Soll man als Zuschauer da lachen oder weinen? Wie beim Blick in die Nachrichten ist man sich nicht sicher: Denn die Klan-Mitglieder erinnern durchaus an Pegida-Anhänger, die in Facebook-Gruppen darüber fantasieren, die Kanzlerin zu stürzen oder an Reichsbürger, die ihr Grundstück zum souveränen Staat erklären. Es wäre ein Leichtes, sie als Witzfiguren und Spinner abzutun. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht – und diese Gratwanderung gelingt Spike Lee meisterhaft.

Viele der Klansmen pöbeln nur, doch es gibt auch einige, die es ernst meinen.

Auf Treffen stacheln sie sich gegenseitig an und rekrutieren Mitläufer, die sie bei ihrem Vorhaben unterstützen. Wie trennt man die Sprücheklopfer von potentiellen Tätern? Bald erkennen Ron und Flip: Sie stehen vor einer schier unlösbaren Aufgabe

Der Ku-Klux-Klan und ähnliche rassistische Vereinigungen existieren bis heute. Der ehemalige "Grand Wizard" David Duke hat mittlerweile Twitter für sich entdeckt und lobt die Trump'sche Heimatpolitik. Aus diesem Grund  kann "Blackkklansman" auch kein einfaches Happy End liefern – und gerade das macht ihn so sehenswert. 

"Blackkklansman“ läuft jetzt in den deutschen Kinos.  


Grün

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